Pöltreffen in der Pöl-Höhle Dortmund vom 19.-20. Oktober 2002

Die Fortsetzung....das 2. PölHöhlenTreffen in Dortmund, das PHT II

Ich war auch diesmal dabei, nach der Abstinenz in Speyer und Gribbohm war ein Treffen mal wieder nötig.
Ich habe diesmal nicht ganz so viele Fotos gemacht, aber ein paar schöne sind dabei.

Die Stimmung war wieder super, ca. 80 Leute waren da und haben sich über Pölen und andere Dinge unterhalten. Natürlich wurde auch wieder geschraubt, warum ich das ausdrücklich erwähne ?

Für mich war die ernsthafte Frage von Himbär in einem Posting im Vorfeld der Spruch des Treffen:

"Wird an einem Pöltreffen auch geschraubt ?"

Ich hoffe, wir konnten Himbärs Frage ausreichend beantworten :-)
 

Wie immer war es total super, lehrreich, interessant, und anstrengend.
Man kann eigentlich nicht genug erzählen, man muß dabei gewesen sein !

Ich habe hier nun einige technische Highlights photographiert und etwas beschrieben.
 
 

Schnellübersicht

Allgemeines
Die Fatman-Tülle
Das Schlauch-in-Schlauch-Endstück
Die Versuche mit beheizten Düsen
ESP:Schrauben und Verstehen, die LDA

Allgemeines

Göttken kam mit seinem LKW und lieferte kaltgepresstes Pöl aus. Das klappte alles recht reibungslos. Manche Selbertanker an Carsten Tankstelle hatten da so ihr ganz eigenes Pölerlebnis mit der festgestellte Zapfpistole :-)
Hier sind die tollen Gewinne der Tobola zugunsten des Rally-Goles zu sehen:
1-Zapfanlage, 1 kompletter Filterhalter mit Eckes-WT, ein tolles selbstgemaltes Bild von Patty, Kanister Pöl, handgefertigte Taschenmesser aus der Manufaktur Karl Bruno Dorndorf, Dieselfilter, 88AH Batterie, Eckes-Soganzeigen, WTs, Spanngurte  uvm.
Es lohnte sich, Lose zu kaufen !
Durchgeführt und vorbereitet wurde die Verlosung von Eckes, Patty war die Glücksfee und hat die Losnummern zu den Gewinnen gezogen.
Hier kann man den sehr schönen Umbau von Dutchman bewundern: ein A8-WT mit sehr sorgfältig angeschlossenen Schlauchverbindungen, sehr sauber aufgebaut.
Das alles in einem Nissan 2.0 D Modell ?
Hier nochmal in besserer Darstellung. 
Ganz gut kann man den festgeklemmten Conrad-Temperaturschalter sehen. Festgeklemmt wird der mit einem nissanrot lackirten Schweißdraht. Der Schalter schaltet die elektrischen Heizer bei Erreichen von 75°C Kühlwassertemperatur aus. So wie bei mir.

 
 

Die Fatman-Tülle
Hier sind die Bauteile für eine selbstgebaute Kanistertülle zu sehen.
Die Idee, Material und Rechte liegen bei Fatmann.
Ich schlage die Bennung zur Fatman-Tülle vor.

Problem: Beim Ausgießen der 20-30L Kanister "blubbt" es manchmal so, daß ein großer Schwalll Pöl daneben geht :-( 
Abhilfe schafft eine Kanistertülle mit Entlüftung.
Die vorgeschlagene Lösung entleert einen 30L-Kanister in 45 Sekunden !

Man nehme:
- Einen Kanisterdeckel eines 30..20L Kanisters
- einen Rest von einem Abflusssyphonrohr (32 mm Innendurchmesser), Länge ca. 5cm
- eine leeres Multivitamin-Tablettenröhren, es geht wahrscheinlich auch ein leeres Kleinbild-Filmdöschen
- ein ca. 25 cm langes Stück Wasserschlauch, 1 ¼ Zoll Innendurchmesser,  Wandstärke 4,5 mm (2 Gummischichten mit Gewebeeinlage)
- und ca. 50-60 cm dünnen und pölbeständigen Schlauch, ID 6-8  mm
- eine kleine Metallklammer, ganz dünn zu sehen an dem rotem Pfeil
- einen Kabelbinder
- Man schneidet nun mit einem Teppichmesser den Kanisterdeckel von innen auf, knapp innerhalb der Dichtungswulst. Der Innendurchmesser muß 40mm betragen.
- Dann drückt man das komplette Syphonrohr 3cm weit in den Schlauch und sägt beide zusammen bündig ab. (evt. mit Pöl etwas schmieren.)
- Danach sollte das Ende des Rohres sorgfältig entgratet werden.
- Dann stecke man den nun stabile Wasserschlauch mit Pöl eingerieben und etwas Kraft in den aufgeschnittenen Kanisterdeckel.
- Nun wird das Filmdöschen mit einem Kabelbinder an dem dünnen Schlauch festgebunden
- Der dünne Schlauch wird nun in den dicken Schlauch eingeführt und am anderen Ende mit der Klammer befestigt. Falls die Klammer nicht gut hält, sind andere Befestingungsmöglichkeiten denkbar, einmal anheften mit 1-2 Nadel und Faden, dünnen Blumendraht etc. Wichtig ist nur, das der Entlüftungschlauch nicht herein in den Kanister oder herausfällt dem dicken Schlauch fällt.

Funktionsweise:
Die Fatman-Tülle wird nun auf den vollen Kaster Pöl geschraubt. Nun kann die Tülle direkt in den Tank oder ein anderes Behältnis gehalten werden.
Der Kleine Schlauch wird durch den Schwimmer (das leere Röhrchen) immer nach oben geführt, sodaß kein Pöl urch den kleinen Schlauch herausläuft. So wird der Kanister entlüftet. Das dickflüssge Pöl wird durch den großen Wasserschlauch kaum behindert und kann in einem Zug aus dem Kanister fließen.
Vorteil für VW-Fahrer:
Der dicke gelbe Schlauch drückt gegen das Tanküberlaufventil, man muß es also nicht extra aufhalten (->siehe meine Tankanlage, 95l Pöl tanken im Passat)


 

Das Schlauch-in-Schlauch-Endstück
Hier nun noch ein besonderes Schmackerl: 
Das Adapterstück für die kühlwasserbeheizte Schlauch-in-Schlauch-Kraftstoffeitung. Man braucht sie, um die gesamte Kraftstoffleitung vom Tank bis zum Magnetventil zu beheizen. Sehr gut eignet sich dieses, um festes Fett zu verfahren.
Idee und Durchführung stammt von einem bekannten Altfettfahrer, der aus bestimmten Gründen ungenannt bleiben möchte.
Das Problem mit Schlauch-in-Schlauch-Kraftstoffeitung ist das Zusammenführen der beiden Schläuche und Medien an dem Endstück. Man benötigt logischerweise 2 Stück dieser Adapter an einer Leitung:

linke Seite: unbeheizte Kraftstoff
rechte Seite innen: beheizter Kraftstoff
rechte Seite außen: Kühlwasser
untere Seite: Kühlwasser

Material:
- 2 Druckluftschlauchendstücke
- 1 CU-T-Stück 18mm
- 1 Stück CU-Rohr 18mm AD
- 1 Stück CU-Rohr 12mm AD (den AD weiß ich nicht genau)
- 1 Stück CU-Reduzierung 18 auf 12
Das Zusammenbauen sollte hart gelötet werden. Dann bekommt man keinerlei Probleme mit dem TÜV. Beschreiben kann ich den Vorgang nicht, man sieht hoffentlich auf den Bildern sehr gut, wie sie zusammengehören.
Nur die Seiten für den Anschluß des Kühlwassers sollte mit einer Nuß oder ähnlichem Werkzeug etwas aufgeweitet werden, damit der KW-Schlauch nicht abrutscht und die Schelle gut befestigt werden kann.

Für den innenliegenden Kraftstoffschlauch nimmt man jetzt 10 mm ID PA-Schlauch und steckt den auf. Durch die mehrfache Abdichtung an der Tülle braucht keine Schlauchschelle verwendet werden.


 

Die Versuche mit beheizten Düsen
Das der K.B.D nicht nur hervorragende Taschenmesser machen kann, sondern auch Versuche mit PTCs und Einspritzdüsen durchführen kann, das bewies er am Sonntagnachmittag.
Aufgabenstellung:
Wie kann man auf sichere Weise mit PTC-Elementen die Einspritzdüsen beheizen, um den Kaltstart für TDIs zu ermöglichen oder für Wirbelkammermotoren erleichtern ?

K.B.D hatte 2 unterschiedliche Bauformen von PTC-Elemente mitgebracht: Eines von Siemens und eines von Conrad.
Die Siemens-PTC haben eine kleine, ganz niedliche Bauform, so klein, daß sie ganz auch die glatte Seite des Düsenhalters passen, R=12 Ohm (bei ca. 10°C Außentemperatur), dementsprechend bei 12V ca. 12W Heizleistung

Hier rechts im Bild einzeln zu sehen. Je ein PTC ist oben und unten unter dem Rastband zu erkennen. Vorne rechts im Bild das PTC-Element nochmal einzeln.

Durch einfaches Anlegen von 12V von einer Autobatterie wurden nun die PTC´s mit Strom versorgt. Gleichzeitig wurde gefühlt, wie warm die Düse wird. Nach 2-3 Minuten konnte man eine deutliche Erwärmung spüren, so von lauwarm beginnend, aber nicht heiß. Die ESD konnte die ganz Zeit in der Hand gehalten werden.
Übereinstimmendes Ergebnis mit Eckes, K.B.D. und mir: Idee ist gut, aber die PTC sind viel zu schwach!
Außerdem wäre die Beschaffung etwas kompliziert, da Siemens nur gewillt ist, 50.000 Stück als Verpackungseinheit zu liefern ! Dann liegt der Preis bei 0,60 € /Stück.


Das Siemens-PTC-Element

Die zweite Alternative ist das keramische Heizelement von Conrad, Bestell-Nr. 53 28 94-77 (3 ST = 8,97 €). Dies ist etwas größer von der Bauform und paßt nicht ganz auf die flache Seite des Düsenhalters.
ABER, angeben Leistung pro Element 50 W !
Das war schon besser. Die keramischen Heizlemente wurden wieder genauso angeschraubt wie die Siemens-PTCs.
Und an die Batterie und los geht´s

Aua !!!
Als einleitende Maßnahme habe ich mir einen Finger verbrannt, weil ich direkt an das Heizelement gefaßt habe. Die ESD selber war noch nicht so heiß.

Die keramischen Heizelemente von Conrad

Aber das Ergebnis sprach eine deutliche Sprache, 100W (=2 Heizelemente) pro Düse heizen eine ESD ganz schön schnell auf.
Ein Problem ist nun noch die mechanische Befestigung der Heizelemente an die ESD. Da versprach K.B.D. Abhilfe, er will sich etwas einfaches ausdenken. Allerdings will er die Halterung zuerst für seine ESD in seinem Safrane testen. :-)
Diese Halter haben nicht ganz die Bauform wie die üblichen Bosch-Düsenhalter.

Trotzdem, man darf gespannt sein !
 
 

ESP: Schrauben und Verstehen, die LDA

Nachdem und fast die Langeweile überkam, hatten wir die Idee, die Funktion der Ladedruckanreicherung der ESP zu verstehen. Natürlich war eine Leistungssteigerung das Ziel der Überlegungen. Opfer der Begierde war eine Golf III- AAZ-ESP. Die Golf-ESP haben im Gegensatz zur Passat-ESP eine LDA.
 
Frisch an Werk, die Schrauben des oberen Deckel losgeschraubt, (Achtung festhalten, darunter befindet sich eine Feder!)
Das sieht dann so aus. Der Metalldeckel wurde abgenommen und man sieht die Membran, die Feder und den Metallbolzen.
Wenn man nun den Membranteller und die Feder herausnimmt, dann kann man in die ESP herein gucken. Man sieht ein großes Zahnrad, ein Gewinde und (schlecht zu sehen linkerhand des Zahnrades) 2 Metallklammern.
Mit der großen Schraube (mit dem Zahnrad) kann der Offset eingestellt werden. Die Metallklammern sind nur als Muttersicherung gegen das Verdrehen angebracht.
Hier ist das nochmal genauer zu sehen.
Hier sieht man nun den Bolzen und die Geometrie. Beim AAZ hat der Bolzen eine Stufe und ist nicht konisch geformt, wie sie eigentlich am besten sein sollte. D.h. ab einem bestimmten Ladedruck wird einmal mehr Sprit eingespritzt. Aber höherer Ladedruck läßt den Abtaststift kalt, es wird nicht mehr eingespritzt. :-(
Weiterhin sieht man, daß der Bolzen exentrisch geformt ist. die rechte Seite ist viel näher am Außendurchmesser als die linke Seite.
Durch Verdrehen des gesamten Membrantellers kann man die Einspritzmenge auch modifizieren
Hier kann man nun am saubergewischtem Bolzen ganz gut die Schleifspur des Abtaststiftes erkennen (der schwarze senkrechte Strich). An dieser Stelle tastet der Gashebel die Stellung ab. Je tiefer der Abtaststift herausgucken kann, desto mehr wird eingespritzt. Wenn man nun Mehreinsspritzung haben will, könnte man den Bolzen tiefer abdrehen....
Wenn man aber alles orginal lassen will, sollte man beim Einbauen des Membrantellers sollte genau den Strich und den Abtaster übereinstimmend drehen.

 
 
 
 

Danke schön an alle Teilnehmer !

Ohne Pöler kein Pölertreffen. Ich möchte hier nur ungern welche aufzählen, da ich bestimmt welche vergessen würde.
Auf jeden Fall geht ein besonder Dank natürlich an Jo und Carsten, die keine Mühen gescheut haben, den Pöler für ein Wochenende Unterschlupf zu bieten.
 

Auf ein Wiedersehn, ganz bestimmt in Dortmund !!!
 
 

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