EFG Eberswalde - Home
Monatsspruch Juli 2010
So bekehre dich nun zu deinem Gott,
halte fest an Barmherzigkeit und Recht
und hoffe stets auf deinen Gott!
Hosea 12,7
| Gedanken zum Monatsspruch |
So kann man sich irren
Irren ist menschlich – vor allem im Hinblick auf die eigene Person.
Gut, wenn man dann Freunde hat, die einem die Augen für die eigenen blinden Flecke öffnen.
Auch, wenn das, was man sieht, nicht immer angenehm ist.
Der Satz aus dem Buch des Propheten Hosea hat so eine Situation vor Augen. "Ich bin reich. Ich habe genug. Bei all meinen Mühen wird man keine Schuld an mir finden, die Sünde ist." – So werden zwei Sätze weiter im Israel seiner Zeit offenbar weit verbreitete Überzeugungen zitiert.
Aber, wie gesagt: Irren ist menschlich. Damals und heute. Nein, Gott sieht die Situation der Frommen in Israel ganz anders. Der Prophet Hosea nimmt die Decke der Selbstüberschätzung von ihren Augen – und wer sein Wort hört und versteht, wird erkennen, wie es um ihn steht.
Was nun? Palmblätter der Selbstrechtfertigung pflücken und daraus einen Lendenschurz basteln, um sich nicht ganz so nackt vorzukommen?
Und dann hoffen, dass es keiner – vor allem er, Gott, es nicht merkt?
Irren ist menschlich – auch das Denken des Menschen über Gott ist nicht frei von Irrtümern.
Wer die Kapitel 11 und 12 im Buch des Propheten Hosea liest, entdeckt einen zugewandten, menschenfreundlichen Gott. Einer, der sich nach (seinen) Menschen verzehrt. Der gar nicht anders kann, als ihnen nachzugehen.
Die Antwort Gottes auf den menschlichen Irrtum ist kein Wutausbruch, sondern eine freundliche, liebevolle Einladung, anders zu leben. Noch einmal neu anzufangen.
Der biblische Fachbegriff dafür ist "Umkehr". Deshalb findet sich in einer Bibel-Ausgabe die sachgemäße Übersetzung: Du darfst umkehren.
Diese Umkehr ist mehr als ein Gedanke – auch mehr als ein Bekenntnis.
Die Menschen täuschen sich ja nicht in ihrem Bekenntnis, sondern sie trennen Bekenntnis und Alltag. Gerade an dieser Stelle sind sie blind: Deshalb werden sie aufgerufen, zu Barmherzigkeit und Recht zurückzukehren.
Dass auch der Nächste zu seinem Recht kommt – das ist ein hohes Gut, und es soll sorgfältig beachtet werden.
So kann man sich irren – wie gut, dass dieser Gott ganz anders ist, als man manchmal meint. Einer, der nicht nur Treue einfordert, sondern selbst treu ist. Einer, der nicht aufrechnet, sondern gerecht macht. Einer, dem es nicht nur um das richtige Bekenntnis geht, sondern um Barmherzigkeit, die niemanden ausschließt. Diesem Gott kann man sich anvertrauen. Seine Einladung, umzukehren, ist eine Einladung zum Leben.
Thomas Seibert, Redakteur der Zeitschrift DIE GEMEINDE
|
|
Monatsspruch August 2010
Jesus Christus spricht:
Ihr urteilt, wie Menschen urteilen,
ich urteile über keinen.
Johannes 8,15
Denkanstoß
Es gibt nur zwei Arten von Menschen, die man vernünftig nennen kann:
die, die Gott von ganzem Herzen dienen, weil sie ihn kennen,
und die, die ihn von ganzem Herzen suchen, weil sie ihn nicht kennen.
Blaise Pascal
|