Geschichte unseres Vereines
Bereits im Jahre 1335 erhielt unsere Stadt Plaue die Genehmigung für die Einrichtung
eines Wochenmarktes und das Recht der Zollerhebung. Im Jahr 1834 entschlossen sich mehrere Bürger der Stadt Plaue zur
Gründung eines Schützenvereins und benannten diesen "Schützengesellschaft Plaue". Schon lange vorher gab es zwar
ähnliche derartige Vereinigungen, wie z. B. eine Schützengilde. In diese Zeit ist auch die Gründung der damaligen
Schützengilde in Plaue einzuordnen. Konkrete urkundliche Nachweise aus dieser Zeit konnten jedoch noch nicht gefunden
werden. Als nachweisbarer Gründungstag der "Schützengesellschaft Plaue" gilt der 06.12.1834. Im Stadtarchiv von Plaue
sind die damaligen Gründungsakten im Original vorhanden. Sie betiteln sich wie folgt : "Aktia, die Bildung eines
Schützenvereines und die hiesigen Vogelschießen betreffend. Stadtrat zu Plaue". Auf dem Blatt 4 wird hierbei beiläufig
erwähnt, dass bereits mehrere Jahre Schießübungen in Plaue durchgeführt wurden und der Wunsch bestehe, eine neue
Schützengesellschaft zu gründen. Im Namen von 36 Personen beantragten am 02.12.1834 die Herren M. Freiherr von Oer, L.
Kahlert und Johann Friedrich Kirscht bei der Fürstlich-Schwarzburgischen Regierung zu Arnstadt die Genehmigung zur
Bildung eines Schützenvereines, welche auch am 05.12.1834 erteilt wurde. Bereits im Jahre 1836 konnte das Schützenhaus
errichtet werden, welches im Jahr 1854 nochmals erweitert wurde. Der Schießplatz befand sich damals auf dem alten Anger,
dem heutigen Schützenplatz. Von dieser Zeit an fanden alljährlich die beliebten Schützenfeste statt. Beliebt war auch das
jährliche Vogelschießen an der Bleiche. Das Schützenhaus mit seinem großen Saal und der gemütlichen Gaststätte war ein
beliebter Aufenthaltsort für die Plau´schen Anwohner und Gäste. Die Schützengesellschaft Plaue gehört seit 1894 dem
Deutschen Schützenbund sowie dem Thüringer Schützenbund an. Im Jahre 1926 wurde wiederum das Schützenhaus
umgebaut und erhielt eine feste Bühne. Höhepunkte jeden Jahres waren u. a. auch das Wettschießen mit den
Nachbargesellschaften Gräfenroda und Geschwenda. 1929 kamen dann noch die Arnstädter Schützengesellschaften
Schönbrunn und Germania hinzu. Diese Gesellschaften zusammen bildeten die Geragrund - Vereinigung. Im Jahre 1934
beging die Schützengesellschaft Plaue ihr 100 - jähriges Bestehen mit einem großen Schützenfest vom 26.06. bis 01.07.1934
und der Herausgabe einer Festschrift. Für das Schießen stand inzwischen ein neuer Schießstand am Struppelsberg zur
Verfügung. Der 2. Weltkrieg führte jedoch zum Abbruch aller Vereinsaktivitäten. Mit der Enteignung der Vereine wurde auch
die Grundlage für einen Neubeginn in den neuen Bundesländern entzogen. So ging auch das nicht unerhebliche Eigentum
der Schützengesellschaft Plaue, bestehend aus Grund und Boden mit Schützenhaus und Schießanlage am 02.04.1951 in
das "Eigentum des Volkes " mit Rechtsträgerschaft durch die Stadt Plaue über. Bis zum heutigen Tag war eine
Eigentumsrückführung noch nicht möglich, wobei die Beantragung mit der Wiederbelebung des Vereines bereits gestellt
wurde. Innerhalb der Nachkriegs- bis Vorwendezeit war ein Vereinsleben im ursprünglichen Umfang nicht mehr möglich bzw.
nicht erwünscht. Erst mit der Wende 1989/1990 ergaben sich auch für uns Möglichkeiten, so wie in den Altbundesländern
wieder Vereine ins Leben zu rufen. Leider standen wir jedoch vor völlig anderen Voraussetzungen. Während in den
Altbundesländern die Vereine ihr Vereinseigentum bereits kurz nach Kriegsende wieder in Besitz nehmen konnten, bleibt
uns das bis heute versagt. Trotzdem fanden sich 8 interessierte Bürger der Stadt Plaue am 03.04.1991 im Hotel "Ehrenburg"
zusammen und beschlossen, den alten Schützenverein wieder ins Leben zurückzurufen. Dem neuen Vorstand gehörten an:
Bernd Gaßmann als Vorsitzender
Hubert Huhn als Vertreter
Horst Müller als Schatzmeister
Frank Mämpel für die Jugendarbeit und
Rolf Wiefel als Schriftführer
Trotz vieler Probleme ist es uns gelungen, wieder ein Vereinsleben aufzubauen. Inzwischen können wir mit einem
Pachtvertrag auch wieder Räume im Schützenhaus nutzen. Mit viel Engagement wurde die ehemalige Turnhalle zu einem
Luftgewehr- und Luftpistolenschießstand ausgebaut und ein gemütliches Vereinszimmer eingerichtet. Inzwischen konnte
auch mit Spendenmitteln des Landes, örtlicher Firmen und der Vereinsmitglieder eine moderne Gasheizungsanlage
eingebaut werden. Zur Bereicherung von Veranstaltungen auf örtlicher und Vereinsebene wurde durch die Mitglieder ein
transportabler sowie ein fahrbarer Schießstand für das Blumenschießen gebaut, welche sich bereits oft bewährt haben.
Nach einer umfangreichen Qualifikation bildeten 5 Schützen des Vereines eine Böllergruppe, welche bei geeigneten
Anlässen lautstark zu hören ist.
Inzwischen werden durch den Verein eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten für Vereinsmitglieder sowie für interessierte
Bürger angeboten. So ist es z. B. möglich, in folgenden Disziplinen zu trainieren:
1. auf eigenen Anlagen: - Luftgewehr 10 m ( auch 3- Stellungswettbewerbe)
- Luftpistole 10 m
2. auf Anlagen anderer Vereine: - KK- Gewehr 50 m
- KK- Pistole 25 m
- Großkaliberschießen
- Vorderladerschießen u. a. m.
Heute bewegt sich die Mitgliederzahl unseres Vereines mit 24 Schützen wieder in der Größenordnung wie zur Gründerzeit.
Auch gegenwärtig werden große Anstrengungen unternommen, um die Vereinsanlagen attraktiver zu gestalten und den
Verein personell weiter zu stärken. Inzwischen ist unser Verein jährlich Ausgestalter der Kreisjugendspiele des Ilm- Kreises
sowie auch der Kreismeisterschaften im Luftgewehr- und Luftpistolenschießen. Weiterhin wurde begonnen, im Bereich der
ehemaligen Kegelbahn einen kleineren Luftgewehr- und Luftpistolenschießstand für 3 Bahnen zu errichten, um speziell in
der kalten Jahreszeit Heizkosten für die große Halle zu sparen und um bei größeren Veranstaltungen zusätzliche Stände zur
Verfügung zu haben. Heute können wir bereits auf die Ausgestaltung vieler örtlicher und regionaler Schießwettbewerbe
sowie die Unterstützung örtlicher Veranstaltungen zurückblicken. Durch den Verein werden jährlich viele Veranstaltungen,
wie z. B. Rad- und Fußwanderungen, Teilnahme an regionalen Veranstaltungen u. a. m., organisiert.