Fr., 15.09.2006 Tarrafal -Sao Vivente (Sao Pedro)
Heute ist Transfertag. Als wir gebucht haben hatten wir eine Flugzeit von 16:00 Uhr. Als wir die Unterlagen bekamen hatten wir einen Flug 21:20 Uhr. Stress pur mit Kleinkind. Als ich gestern den Flug bestätigen lies - 21:20 Uhr. Heute, 12:30 Uhr erfahre ich Abflug 16:00 Uhr. Zeh, der Fahrer des Reisebüros, ist schon unterwegs. Packen im Express, noch Mittag essen, 13:00 Uhr Abfahrt. Wir trotzdem froh denn eine Ankunft 18:00 Uhr ist mit Kind allemal besser als 23:00 Uhr.
Doch eigentlich haben wir heute größere Sorgen als den Flug. Schon die ganze Woche hustet Celina, doch heute ist es wirklich schlimm. Für einen Stopp im Zentralkrankenhaus bleibt keine Zeit, also kommen wir erst morgen ins Zentralkrankenhaus der nördlichen Inseln in Mindelo auf Sao Vicente. Außerdem zeigt Celina durch das extreme Klima eine Hitzeallergie auf der Haut und beginnt sich zu jucken. Die Kombination daraus lässt sie quengelig und unausgeglichen werden. Ein krankes Kind ist ein Fulltime Job für uns beide, für Urlaubsatmosphere bleibt heute nichts übrig.
Als Zeh uns abholt entschuldigt er sich das er heute nicht die Küstenstraße nimmt um uns mehr von der Insel zu zeigen sondern der Fahrzeit wegen wieder die Route durch die Berge. Mir recht, heute ist es viel klarer in den Bergen, und die Küstenstraße kennen wir ja auch. In der Nacht zuvor hat es wieder ausgiebig geregnet, und an vielen Stellen liegt Erde und Fels auf der Straße. Nur wenn die Strecke wirklich dicht ist rückt der Caterpillar aus, ansonsten wird in Handarbeit in den nächsten Tagen der Schaden behoben.
Am Flughafen sind wir 1h vor Abflug die ersten im Boarding Bereich. Die Zeit verstreicht, kein Boarding. Irgendwann schwebt ein brasilianischer Jumbo ein, eine AT42 aus Sal, eine Maschine der Küstenwache die ich noch nie gesehen habe, Militäroffiziere empfangen irgendjemand. Die Zeit verstreicht. Doch 17:00 Uhr sitzen wir im Flieger, die Propeller laufen an. Sind wir nun 1h zu spät oder 4h zu früh? Das Flugzeug voll und heiß, das Personal will Celina wieder in einen Gurt stecken -unsere Tochter ist fertig und schreit. Nur schwer ist sie auf dem Flug ruhig zu halten. Kein Vergleich mit dem letzten Flug, wo sie auf der Startbahn eingeschlafen ist. Ca. 45 min später biegen wir vom Meer kommend in einer Rechtskurve nach Sao Vicente ein. Zwei Bergkämme öffnen ein Tal zum Meer hin, ein breiter Strand bildet die Grenze zum Atlantik. Trockene, kahle Hügel flankieren auf beiden Seiten. Die Landebahn beginnt 10m nach dem Strand. Regionalflughafen Sao Vicente. Doch nicht mehr lange, das neue Gebäude für „International Airport” ist schon im Bau. Was braucht diese kleine Insel ohne Tourismus einen IA? Schulter zucken.