Kontakt

Sizilien 2004

Unser Urlaub führte uns im September 2004 nach Sizilien. Nach einem Kurzstreckenflug München - Catania unternehmen wir eine 14 tägige Rundreise mit einem gemieteten Punto. Wegen der verhältnismäßig hohen Kosten in Italien und unserem fehlenden Italienisch hatte ich die Hotels als Paket im Vorfeld gebucht. Ebenfalls in Deutschland sollte man den Mietwagen buchen. Die eventuell etwas höheren Kosten für ein Vollkasko ohne SB - Paket sollte man dabei nicht scheuen.

Ihr könnt zur Navigation in unserem Reisebericht sowohl die Menüleiste an der Seite benutzen als auch die Sizilienkarte. Die Fahrstrecke ist rot markiert und die Übernachtungsstationen als Buttons eingetragen. Klickt auf Route oder Ort um zu der entsprechenden Seite des Berichtes zu gelangen.
Neben dem Reiesebericht gibt es noch eine Roadbooks Bildergalerie...

Literatur
Unsere Reiseführerliteratur war diesmal etwas unzureichend - ein älterer Marco Polo Sizilien und ein noch aus DM Zeiten stammendes “Abenteuer& Reisen” Reisehandbuch. Für Sehenswürdigkeiten durchaus ausreichend hatte er natürlich Schwächen in der Preis- und Restaurantaktualität. Außerdem bemängelte meine Copiloten wiederholt die zu kleine Karte.

Rundreisehotels
Zweifellos, die von uns ausgewählte 14tägige Rundreise war das preiswerteste (aber nicht billigste) Angebot und als eine der wenigen angebotenen Touren mit HP.
Trotzdem hätten wir von DERTOUR eine bessere Hotelwahl erwartet. Unsere Akzeptanz der Unterbringung ging von einem höheren Standard bei den 3* Hotels aus. Hier sollte man besser „Geld drauflegen“ und eine Kategorie nach oben wechseln. Auch wenn es tatsächlich nicht so in den Buchungsunterlagen stand - in keinem einzigen Hotel (auf der Rundtour) erhielten wir ein Zimmer mit Balkon und der Blick aus kleinen Fenstern auf schmierige Hinterhöfe muss nicht sein.

Verpflegung
Bis auf einige wenige Ausnahmen (z. B. im Helios Hotel in Syrakus) war die HP in den Hotels gut bis sehr gut. Sehr oft gab es statt einem Menü die Variante, dass man sich zwei beliebige Gerichte aus der normalen Speisekarte aussuchen konnte, man hatte teilweise die Wahl zwischen verschiedenen 4 Gänge Menüs. Qualitativ gab es – hatte man sich erst mal an die sizilianische Essgewohnheiten gewöhnt – keine Abstriche. Ob Antipasti, Pasta, Fleisch oder Fisch vieles war oft ungewöhnlicher als wir italienisches Essen bisher kannten, aber stets frisch und gut zubereitet.
Es war unsere erste Italienreise und daher mussten wir uns zunächst daran gewöhnen, dass ein Essen immer aus mindestens zwei Gängen besteht. Die Nudeln werden vor dem Fleisch oder Fisch gegessen, Möhren, Kartoffeln oder andere Beilagen bilden nicht viel mehr als eine mitessbare Garnierung der Hauptspeise und ein grüner Insalada wird eher danach gegessen, gefolgt von einem Dessert versteht sich.
Pizza gibt es eigentlich nur Abends, Mittags nur vereinzelt und nur für Touristen.
In der Summe, sprich sobald man 2 Gänge überschreitet, beginnt es dann auch teuer zu werden, bis dahin sind die Kosten mit den unseren vergleichbar.
Was uns vereinzelt – das möchte ich betonen – insbesondere in den Touristenrestaurants auffiel, war die unterschiedliche Bedienung der Einheimischen Gäste und der Touristen. Zwar wundert es uns nicht, dass sich so etwas einbürgert, man hat aber das Gefühl, dass Einheimische bevorzugt behandelt werden. Wenn die sowieso schon unsicheren Touristen nur die Euro´s bringen sollen hört der Spaß auf. Da die touristische Kundschaft jedoch stetig wechselt, fällt das den Betreibern nicht so schnell auf die Füße, wie man es sich wünschen würde..

Auto & Verkehr
Eine recht weise Entscheidung war die, einen Mietwagen zu nehmen und nicht den eigenen PKW.
Bekommt man an einer Kreuzung in Palermo eine Schramme an die Stoßstange, kann man vergessen des Verursachers habhaft zu werden. Und wer ist schon in der Lage, mit einem aufgebrachten Italiener, der sich verkehrsrechtlich immer im Recht sieht, die Schuldfrage zu klären?
Wer ein größeres Fahrzeug hat, sagen wir mal oberhalb der Golf Klasse, ist zudem in einigen Ortschaften wegen der Straßenbreite stark benachteiligt oder ganz aufgeschmissen. Hier fahren nicht ohne Grund so viele Smart´s rum.
Zu guter Letzt noch das Argument, dass es mit Abstand immer besser ist, mit einem einheimischen Kennzeichen unterwegs zu sein.
Dass man bei der Buchung am Besten ein Angebot ohne Selbstbeteiligung wählen sollte, versteht sich eigentlich von selbst.
Wir sind schon in einigen Ländern als Selbstfahrer unterwegs gewesen, aber dem Fahrstil der Italiener bringe ich das wenigste Verständnis entgegen. Das liegt zum Teil auch daran, dass Italien Europa ist und ich hier ein Mindestmaß an Ordnung und Regelverhalten im Straßenverkehr erwartet habe.
Auf der anderen Seite muss ich ganz ehrlich sagen, ist mir bisher kein einziger größerer Unfall begegnet. Die 4rädrigen Gefährte fahren im Stadtgebiet zwar oft konfus, aber nicht sehr schnell.
Zugute halten muss man den Sizilianern auch, dass die Gestaltung von Kreuzungen, Ampelanlagen, fehlenden Markierungen und Parkplätze es ihnen wirklich nicht leicht machen. Und auch wenn sich hartnäckig die Meinung hält, eine rote Ampel sei für Linksabbieger nur ein gut gemeinter Ratschlag, PKWs halten sich in über 90% der Fälle daran. Vielleicht kam es mir aber auch nur so vor, aber der Fahrstil im Gebiet um die Urlaubsmetropole Taormina war deutlich gesitteter. Was eventuell an der großen Anzahl mobiler Touristen und der Resignation der Italiener liegt
.

clearpixel0202