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in memoriam  | die virtuelle Gedenkstätte

Dominique + Lucky



Für Dominique und Lucky
Dominique und Lucky waren wohl so lange zusammen, wie sie sich kannten in meiner Voliere. Im letzten Jahr bekam Domi einen Bauchtumor, und dazu irgendwann leichte Atembeschwerden, weil ihr der Tumor wohl auch auf die Lunge drückte. Damit sie nicht so viel Energie verbraucht und das Essen vor der Nase hat, kam sie mit Lucky in einen anderen Käfig in einem anderen Zimmer (Sie wurde immer von ihrem Sohn Dixie besucht, die anderen kamen auch ab und zu mal, aber Dixie jeden Tag in das andere Zimmer hereingeflogen). 

Dominique schlief an manchen Tagen fast nur, immer an Lucky angelehnt, ihr Kopf an seinem Hals, und wer Wellensittiche kennt, weiß, dass das auf Stunden gesehen für die "Lehne" sehr anstrengend ist, weil er sich ja nicht bewegen kann. Lucky war der geduldigste Freund, den man sich vorstellen kann. Dominique hatte auch mal bessere Tage, an denen sie sogar raus zu den anderen wollte und mit Lucky sogar geschäkert hat, wie früher. Das war aber nicht so oft. 

Als Dominique nicht mehr fraß, brachte ich sie schweren Herzens abends zum Nottierarzt zum einschläfern, Lucky kam mit, er sollte merken, dass noch mehr passiert, als dass Dominique nur krank war. Als ich sie beim Tierarzt aus dem Käfig nahm - durch die Fahrt war sie auf dem Käfigboden gelandet, setzte ich sie auf meine Brust und endlich - endlich
für sie! - konnte sie ihr Leben loslassen. 

Ihr Atmung war plötzlich ganz ruhig, sie sah plötzlich völlig gesund und entspannt aus. Ich wusste in dem Moment, dass sie sich nur für Lucky zusammengerissen hatte und aber froh war, dass ich ihr die Entscheidung abgenommen hatte. (Ich wollte sie eigentlich schon früher einschläfern lassen, um ihr einen evtl. Erstickungstod zu ersparen, aber der Arzt wollte das nicht, solange sie frißt). 

Zu Hause habe ich Lucky die kleine Leiche gezeigt, war aber nicht sicher, ob er realisierte, dass das Domi war. In den nächsten drei Tagen, als Lucky wieder bei den anderen war, wirkte er erleichtert. Aber dann fing er an sie zu suchen. Er flog in das andere Zimmer und entdeckte irgendwann den Käfig, in dem beide gewesen waren. Silvester nacht hat er wohl realisiert, dass seine Frau nicht mehr da war. Am Neujahrsmorgen lag er unten auf dem Volierenboden und er ist in meiner Hand liegend ganz bewußt gestorben.  Er hatte die ganz Zeit die Augen offen und hat sein Leben freiwillig beendet.

Das war in über 20 Jahren von allen meinen Wellensittichen der rührendste Tod, den ich erlebt habe. Ich habe ihn in den selben hohlen Baumstumpf getan wie Dominique.

Im Vogelhimmel treffen und grüßen beide: Kiki, Pepe, Lello, Danny, Max, Crystal, Frau Erna Suhrbier (Ernie), Forest, Jimmy (wahrscheinlich), der namenlose Zugeflogene, der vier Monate bei mir war; ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.

In der Kaninchen-Meerschweinchen-Abt. Grüsse an die schweinchen: Stöpsel, Krümel, Mecki, Micki, Merlin aus Beverly Hills. Meine Kaninchen: the one and only and best of all (ich vermisse ihn seit 1992 am allerschmerzlichsten)Harvey LeToya; und Sandy, die aus dem Tierheim kam und mit mir nach Amerika ging.



Anita, geschrieben am 17.08.2001

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