



Pressekonferenz am Morgen, mit M. Steinmetz, der in Chile mit M. Sterzig spricht, S. Hüttemeister & P. Völker.



HDTV-Aufzeichnung und Webcast durch mind & vision aus Leverkusen (die Original-Webcasts von Pressekonferenz, Pre-Show und Festakt; letzterer in voller Auflösung kann auch bei Sternstunde Online abgerufen werden) und Fotodokumentation durch R. Arlt (Fotos von PK und Festakt).


E. Bredner mit seinem Sternbedeckungs-Equipment in der Ausstellung und der abendliche Moderator Vince Ebert,
mit einem (von Bredner zusammengebauten) Modell eines Galilei-Teleskops.


Ansprachen von M. Geffert und T. Rachel.

Ansprache von D. Reimers und Rezitation durch Gesine Cukrowski.

Ansprache von T. de Zeeuw.

Talk mit J.-D. Wörner, R. Ewald und T. Henning.

Abendliches Konzert / Jens Kube von Welt der Physik interviewt M. Geffert für diesen Podcast.

P. Hombach interviewt T. Reiter, einen weiteren Astronauten, der überraschend erschienen war.
Alle Fotos: D. Fischer; Versionen in Druckauflösung
auf Anfrage.
Weitere Links zum Berliner Event gibt es auch hier!
Ohne eine gewichtige Auftaktveranstaltung geht es nicht: Das war den – allesamt ehrenamtlichen – Organisatoren des Internationalen Jahres der Astronomie in Deutschland von Anfang an klar gewesen. Über das Konzept – wie auch den Austragungsort – war bereits Anfang 2008 mit einiger Inbrust gerungen worden, und selbst von außen hatte es eine überraschende Bewerbung gegeben (durch den astrofreudigen Ortsverband einer Partei), aber recht bald war die Wahl auf das Zentrum Berlins gefallen. Die Nähe zur Großen Politik sollte gesucht werden, deren konkrete Unterstützung des IYA lange nicht recht klar schien. Und es hatte schon früh seitens der Europäischen Südsternwarte den Wunsch gegeben, den Kick-Off mit der Premiere einer Ausstellung zu den Errungenschaften und Zukunftsprojekten der ESO zu verbinden, welche wiederum auf ein verstärktes Engagement Deutschlands bei der bevorstehenden Mammutaufgabe European Extremely Large Telescope setzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wiederum ließ sich als Hauptsponsor der Veranstaltung gewinnen, die mit dem Museum für Kommunikation – in der Nähe des ehemaligen Checkpoints Charlie – einen spektakulären architektonischen Rahmen erhalten konnte. Außer der ESO, die mit einer Sonderausstellung präsent war (noch bis zum 22. Februar zu sehen), steuerten auch zahlreiche deutsche astronomische Forschungseinrichtungen Exponate bei, die allerdings nur an diesem Abend gezeigt bzw. bei mehreren ferngesteuerten Teleskopen auch vorgeführt wurden: eine kleine aber feine Leistungsschau der hiesigen Profiastronomie, wie man sie sonst selten sieht.
Zu kurz kamen in Sachen Ausstellung allerdings die Amateurastronomen, die bei der Umsetzung des IYA in Deutschland und der Welt immerhin eine Schlüsselrolle spielen: Lediglich das Originalequipment, mit dem Eberhard Bredner seit Jahren zu Sternbedeckungen in die Wildnis reist, und ein modernes Spiegelteleskop gab es zu bestaunen. Bei der Pressekonferenz am Morgen lag die volkstümliche Astronomie jedoch massiv in Führung: Der Leiterin des Bochumer Planetariums Susanne Hüttemeister und dem langjährigen Leiter der Fachgruppe Sonne der Vereinigung der Sternfreunde Peter Völker saß lediglich ein aktiver Fachastronom, Matthias Steinmetz vom Astrophysikalischen Institut Potsdam, gegenüber. Er hatte allerdings Verstärkung auf einem anderen Kontinent, denn mitten auf dem Paranal-Plateau in Chile konnte man vor der Kulisse des Very Large Telescope im Licht der aufgehenden Sonne den stellvertretenden Direktor der ESO-Sternwarten in Chile Michael Sterzik sehen und mit ihm sprechen. Nicht nur die zwei dutzend angereisten Journalisten konnten dem Geschehen folgen, sondern auch der Rest des Planeten: dank eines aufwändig ins Bild gesetzten Webcasts, den initiiert zu haben sich der Autor rühmen darf. Für Bild und Ton sorgte die Firma hinter dem ersten deutschen „Astronomie-Fernsehen“ Sternstunde Online, die am Abend dann eine kleine Pre-Show (mit Himmels- und Landschaftsaufnahmen des The World at Night-Projekts und Keyboard-Improvisationen von Paul Hombach) und natürlich auch den eigentlichen 94-minütigen Festakt übertrug. Letzterer ist auf der Sternstunde-Webseite inzwischen sogar in HDTV zu bewundern.
Auf dem Bildschirm mögen die – kurzen! – Ansprachen und Talk- und Show-Elemente ein wenig steif herübergekommen sein (wie ein Web-Zuschauer in einem Astro-Forum moserte), in der Halle selbst machte sich das Programm jedoch ausgesprochen kurzweilig. Kein Wunder, wurde es doch vom Physiker und Wissenschaftskabarettisten Vince Ebert moderiert (der sich nachher selbst von der Stimmung im Saal beeindruckt zeigte). Grußworte sprachen der deutsche Single Point of Contact des IYA, Michael Geffert, in Vertretung der Ministerin der BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel, der Vorsitzende des Rats Deutscher Sternwarten Dieter Reimers und der Generaldirektor der ESO Tim de Zeeuw. Abermals aus Chile zugeschaltet erklärte Michael Sterzik, wie Dunkelheit und klare Luft den Astronom in entlegende Gegenden ziehen, und wie die großen Zukunftspläne der Astronomen im Teleskopbau auf der Erde aussehen. Einen virtuellen Ausflug in den Weltraum unternahm Ebert in einer Gesprächsrunde mit dem Vorsitzenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt J.-D. Wörner, dem Astronauten Reinhold Ewald und dem Astronomen Thomas Henning. Kosmische Schatteneffekte und die relativen Dimensionen unseres Sonnensystems führten Schüler den Besuchern in einer Show des Exploratoriums Potsdam vor. Und die Schauspielerin Gesine Cukrowski überraschte immer wieder mit kurzen Lesungen zu der Astronomie in der Literatur. Dem überaus pünktlich zum Ende gekommenen Programm folgte noch ein üppiges Catering zu den Klängen einer exzellenten Jazz-Combo, bis kurz vor Mitternacht das große Aufräumen begann. Und die rund 400 Teilnehmer des bunten Abends konnten, auch nach kräftigem „Networken“ untereinander, mit einem gehörigen Motivationsschub in ihre Sprengel zurückkehren – während schon die Frage aufkam, ob denn auch eine nette Abschlussveranstaltung des IYA geplant sei ...