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SIG 550 bzw. Sturmgewehr 90

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In diesem Artikel wollen wir uns mit dem Scharfschützengewehr der Schweizer Armee befassen. Dabei handelt es sich kurz gesagt um das Standard Sturmgewehr 90, auch SIG (Schweizer Industrie Gesellschaft) 550 genannt, mit einem 4x24 Zielfernrohr.

Geschichte:
Das Sturmgewehr 90 stellt den Nachfolger des Sturmgewehres 57 dar, welches seit Ende der 70er-Jahre, Anfang der 80er-Jahre ersetzt werden sollte. In etwa um diese Zeit begann man auch bei SIG mit der Entwicklung eines Nachfolgers, denn in der Schweiz war man sich einig, den Auftrag an eine Firma des Landes zu vergeben. Das Sturmgewehr 57, ebenfalls von SIG, galt allgemein als präzise und zuverlässig, aber als zu schwer. Das SIG 550 kann als direkter Nachfolger des SIG 540 gelten, welches ab 1973 gefertigt wurde. Wesentlichster Unterschied zum 540 besteht in dem anderen Lauf, dessen Drall für ein 69grains-Geschoss ausgelegt ist, statt 55grains der M193-Nato-Patrone. Aus Exportgründen entschied man sich beim Sturmgewehr 90-Projekt die Waffe im NATO-Kaliber 5,56 mm x 45 einzuführen, obwohl man auch mit einem anderen Kaliber 6,45 mm experimentierte. Beim Sturmgewehr 57 war man ja einen ausschließlich Schweizerischen Weg gegangen (7,5 mm x 55 M11).
Im Truppenversuch ab 1981 setzte sich das SIG 550 gegen ein Modell der Eidgenössischen Waffenfabrik Bern durch und die zuständigen Behörden entschieden sich 1983 für die Einführung des SIG 550 unter der Bezeichnung Sturmgewehr 90 ab 1990 (daher auch der Name). Einige Waffen wurden aber schon vor 1990 geliefert, wobei auch nach 1990 viele alte Sturmgewehre Modell 57 bei der Schweizer Armee Verwendung fanden.

Technische Daten:
Munition:
Patrone 12.7 g
bestehend aus:
Geschoss 4,1 g
Hülse und Treibladung 8,6 g

Die Gewehrpatrone 90 ist in Geschoss und Ladung mit dem Stgw90 abgestimmt. Ihre Leistungsmerkmale entsprechen denen einer Matchpatrone, wobei sich andere Militärpatronen hieran ein Vorbild nehmen sollten.

Waffe:
Gesamtlänge 1000 mm
Länge mit umgelegtem Kolben 772 mm
Kaliber 5,6 mm (NATO-Munition möglich)
Lauflänge 528 mm
Anzahl Züge 6
Drall Rechtsdrall
Visier Diopter-Visier
Länge der Linie Visier-Korn 540 mm
Technische Kadenz 600-900 Schuss/Min.
Gewicht der Waffe mit vollem Magazin 4345 g
Gewicht der Waffe mit leerem Magazin 4100 g
Mündungsgeschwindigkeit (Vo) 905 m/s

Die Waffe
Das Sturmgewehr 90 ist eine automatische Waffe, die nach dem Prinzip des Gasdruckladers mit Drehverschluss funktioniert. Auf Höhe des Kornträgers ist die Gasbohrung angebracht. Das Gas wird also oberhalb des Laufes abgezapft, welches dann dafür verantwortlich ist, dass die Gasstange den Verschlussträger nach hinten drückt. Durch die Ruckwärtsbewegung wird der Verschlusskopf verdreht, die leere Hülse ausgeworfen und der Spannvorgang durchgeführt. Bei der Vorwärtsbewegung des Verschlusses wird eine neue Patrone eingeführt und der Ladevorgang abgeschlossen. Der Drehkopfverschluss verfügt über zwei Verriegelungswarzen. Das Sturmgewehr 90 besitzt auf der Vorderseite des Kornträgers eine verstellbare Gasdüse. Durch die Stellung der Gasdüse wird eine sichere Funktion der Waffe durch Gasmengenregulierung erreicht. Im Normalfall steht die Gasdüse senkrecht! Eine waagerechte Stellung wird nur bei starker Verschmutzung der Waffe (Folge davon: Funktionsstörungen) oder bei tiefen Temperaturen (Vereisungsgefahr) verwendet. Die Umstellung funktioniert im Uhrzeigersinn und sollte nur für kurze Dauer verwendet werden, weil aufgrund des höheren Gasdrucks mit einer höheren Waffenbelastung zu rechnen ist.
Die Waffe wurde von Beginn an als Präzisionswaffe konzipiert, die auch auf 300m-Schießständen als Sportwaffe fungieren sollte. Diesen Kompromiss zwischen Militär- und Sportwaffe bezahlte man, indem die Waffe, aufgrund enger Toleranzen, recht schnell verdreckt. Nach ca. 1000 Schuss treten Ladehemmungen auf.
Für den Einsatz als Präzisionswaffe ist standardmäßig ein Zweibein montiert, welches mit wenigen Handgriffen zu demontieren ist. Dieses Zweibein hat auf dem 300m-Stand seine Berechtigung, im Feld allerdings bietet es zu wenig Stabilität nach vorne und hinten.
Der Skelettkolben aus grünem Kunststoff kann auf die rechte Waffenseite geklappt werden, dabei können dann allerdings keine gekoppelten Magazine verwendet werden. Bei starkem Frost wird empfohlen den Kolben stets ausgeklappt zu lassen. Eine Schaftbacke kann als Zubehör montiert werden, was bei Einsatz eines Zielfernrohres zu empfehlen ist.
Besonderes Augenmerk sollte man auf den Sicherungs- bzw. Feuerwahlhebel haben, denn dieser verfügt über vier Stellungen. Stellung „S“ ist die Sicherungsstellung, „1“ die Einzelfeuer-, „3“ die 3-Schuss- und „20“ die Dauerfeuerstellung. Zudem gibt es noch eine „Serienfeuersperre“, die es verhindert andere Feuerarten als Einzelfeuer zu verwenden. Bei eigelegter Serienfeuersperre ist ein weißer Punkt sichtbar.
Der Abzug des SIG 550 ist ein Druckpunktabzug.
Erhältlich sind 5, 20 und 30 Schuss-Magazine. In der Schweizer Armee werden 20 Schuss-Magazine ausgeben.
Das Visier bietet sowohl ein Dioptervisier, als auch ein offenes Visier bzw. die 100m Einstellung ist ein offenes Visier, welches über Leuchtquellen für den Nachtkampf verfügt. Die Visiertrommel verfügt über vier Einstellungen (gekennzeichnet mit 1-4), die einer Einstellung von 100 auf 400m entsprechen. Zusätzlich gibt es eine Irisblende für das Diopter-Visier, um sich unterschiedlichen Lichtbedingungen anpassen zu können.
Am Gehäuse ist eine STANAG-Montageschiene für die Verwendung von Nachtsichtoptiken oder jeder anderen Nato-kompatiblen Optik. Das Diopter-Visier hat in sich auch die hintere Zielfernrohr-Halterung integriert. Die vordere Zielfernrohr-Halterung finden wir auf dem Verschlussgehäuse.

Die Optik
Somit wären wir beim Zielfernrohr angelangt. Das ZF vergrößert 4-fach und hat einen 24mm großen Objektivdurchmesser, stellt also ein reines Tagesglas dar, gute Lichtverhältnisse vorausgesetzt. Das gleiche ZF-Modell wurde schon auf dem Sturmgewehr 57 verwendet.
Das Zielfernrohr verfügt über eine Distanzeinstellung von 100-600m und ist auf jedes Sturmgewehr 90 aufsetzbar. Die Dioptrienverstellung reicht von plus drei zu minus drei. Darüber hinaus hat das ZF eine zuschaltbare Strichplattenbeleuchtung. In der Regel ist eine Okularmuschel angebracht, die das zielende Auge vor Lichteinfall schützt. Für große Blendung durch Schnee und/oder Sonne ist ein Graufilter im Lieferumfang enthalten.
Das ZF wiegt 730g.
Die Montage geht über einen Klemmhebel denkbar einfach. Erst wird das ZF in die hintere ZF-Halterung eingeführt und dann in die vordere. Mit Hilfe des Hebels wird das ganze arretiert.
Das Absehen ist dem Absehen 1 sehr ähnlich.
Wünschenswert wäre die Verwendung eines anderen ZF`s, da sowohl die 4-fache Vergrößerung (vgl. SVD), als auch der geringe Objektivdurchmesser schnell an ihre Leistungsgrenzen stoßen.


Anmerkung zu den Bildern:

Bilder von http://army.hoogerbooger.com - Bildmaterial ist stammt von der Gebirgs Infanterie Rekrutenschule, dort sind weitere Bilder zu finden.
Vielen Dank für die freundliche Unterstützung!


     

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last modified: 28.05.2003 13:36
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