Stefan:

Meine musikalische Laufbahn begann 1960 in Darmstadt mit freien Werken, die tonal nahe der Ultraschallgrenze angesiedelt waren. Meine Eltern verstanden es, diese Begabung in die rechten Bahnen zu lenken und fügten einen Staubsauger (cleaning Woman) als Background-Instrument bei. Solcherart mit einem Geräusch konfrontiert, was lauter war als ich selbst, beschloss ich von da an die Klappe zu halten. Derart geprägt, erfreute ich als junger Bengel meine Umgebung jahrelang nicht mit einem Sauginstrument, wie man annehmen möchte, sondern mit einem zum Blasen. Manchmal, in stillen sentimentalen Stunden schleiche ich noch heute in den Keller und puste liebevoll den Staub aus dem Trichter. Jedoch bringe ich es nicht mehr über mich, meine Mitmenschen durch die kriegerisch anmutenden Klänge aus dem Bett zu holen.

Erst viel später, mit dem erfolgreichen Abschluss meines Stimmbruchs, nahm ich die Tonbildung in den Grenzbereichen des stimmlich Machbaren wieder auf. Diesmal in entgegengesetzter Richtung. In Goslar erlernte ich den gesitteten Chorgesang (Berger, Kern), was ich während meines Studiums in Braunschweig in diversen Chören fortsetzte. Dort formierte sich auch bereits in den frühen 80er Jahren ein Männerquartett ‚4-Zylinder-taktlos’ was durch gnadenloses Barbershopping weit über die eigenen vier Wände hinaus bekannt wurde. Selbst heute, nach 20 Jahren wird an diesem Projekt, obwohl in alle Winde verstreut, noch weiter gearbeitet.  Durch den Wechsel nach Lippstadt machte ich die erste Bekanntschaft mit dem typischen ostwestfälischen Minnegesang. Insbesondere im Kammerchor Lippstadt wird unter anderem diese seltene Tradition noch intensiv gepflegt. Auf der Europatournee dieses Ensembles (Lippstadt – Salzburg und zurück) lernte ich die Vier vom SMS kennen und schätzen. Auf deren Frage, ob ich es mir vorstellen könnte, Literatur aus der Zeit der Zwangsmadrigalisierung zu singen, antwortete ich mit einem entschiedenen ‚Himmel, nein!!’ Dies qualifizierte mich wohl ausreichend für einen Kontrakt auf Lebenszeit. Neben der rein tongebenden Tätigkeit nehme ich dankenswerterweise zum Ausgleich auch die des Bier-, Wein- und Notenständerwartes wahr.

Am Tag als der Stefan kam...

[    Arp    ]          [   Hans   ]         [ Stefan  ]          [Wolfram]