Helgoland im Frühjahr

Ein bisschen kühl ist es noch, wenn der Kalender den Frühling anzeigt, aber niemals richtig kalt. Schon im Winter sinkt das Thermometer auf Helgoland so gut wie nie unter den Gefrierpunkt und entsprechend milde beginnt der Frühling. Hin und wieder bläst es dabei ganz schön aus Nord oder Südwest und fegt den Winter hinweg. Das pustet dann so richtig durch und reinigt die Atemwege, wenn bei einem Spaziergang entlang der Westküste die Nordseewogen gegen die als Flutschutz ausgelegten Tetrapoden schlagen, wenn die Gischt aufspritzt und sich Wasserstaub mit der Atemluft vermischt.

Aber: Jeder Frühjahrssturm kommt und geht auch wieder. Das Wetter verändert sich schnell in dieser Jahreszeit. Dunkle Wolken wechseln mit strahlendem Sonnenschein. Ein reizvolles Naturschauspiel.

Doch spätestens dann, wenn die dunkle Wolkendecke aufreißt und der Himmel sich azurblau über der Insel wölbt, weiß der Inselgast, dass er sich eine der schönsten der vier Jahreszeiten für seinen Helgoland-Urlaub ausgesucht hat. Im Frühling ist Vogelhochzeit auf der Insel. Die Möwen bauen ihre Nester und legen ihre Eier. Am steilen Lummenfelsen beginnt das Brutgeschäft. Der Klippenkohl fängt an zu blühen und legt seine gelben Farbtupfer über die Insel. Die Natur erwacht. Dazu scheint die Sonne häufiger, als auf dem Festland. Und das ist nicht etwa nur ein Spruch, sondern statistisch erwiesen. Helgoland ist eine Sonneninsel.


Helgoland im Sommer

Familienfreundlich präsentiert sich mit ruhigem Wasser der Südstrand, mit rauschender Brandung lockt der Strand im Norden der großen vorgelagerten Badedüne. Da darf jeder nach seiner Fasson selig werden und mit oder ohne Textil ins Wasser springen und sich in der Brandung ruhig auch mal verschlucken. Wenn es nicht so salzig wäre, könnte man das Wasser sogar trinken. So sauber ist es. Nicht umsonst eben und keineswegs nur wegen der Wasserqualität, ist Helgoland ein Heilbad. Neben dem sommerlichen Vergnügen mit Baden, Schwimmen, Sport und Strandbummel tankt jeder Gast deshalb so ganz nebenbei noch „Gesundheit pur".

Im nachweislich staub- und pollenärmsten, jod- und sauerstoffreichsten Ort der Bundesrepublik gelangen durch Wind und Brandung heilkräftige Aerosole in die Atemwege und fördern die Funktion der Lunge. Dabei wird dann auch gleich der Kopf frei. Alltagsstress und Hektik sind vergessen. Auf Helgoland gehen die Uhren anders. Da lässt man die Seele baumeln und sich am besten planlos treiben. Rausfahren zum Dorsch-Angeln, sich von einem Börteboot um die Insel schaukeln lassen, Tennis oder Minigolf spielen, über die Promenade bummeln, das Kurkonzert genießen oder auf dem Oberland am Klippenrand einfach nur mal hinausschauen auf das weite Meer oder über den drei Kilometer langen Klippenrandweg wandern. Vorbei an den bizarren Vogelfelsen, auf denen sich Dreizehen-Möwen und die pinguinähnlichen Lummen tummeln, bis hin zu Helgolands Wahrzeichen, der berühmten „Langen Anna". Allein das Erlebnis des Sonnenuntergangs an der Nordspitze des Oberlands ist eine Helgoland-Reise wert.

Viele Inseln in der Nordsee sind größer, aber keine ragt höher aus dem Meer als der „Rote Felsen". Schon deshalb gibt es oben und unten. Wobei die natürlich gewachsenen Verhältnisse es unmöglich machen, einen Linienverkehr mit Bus oder Straßenbahn einzurichten. Als ungewöhnlichstes öffentliches Verkehrsmittel schiebt sich deshalb ein Fahrstuhl vom Unter- auf das Oberland. Es sei denn, man bevorzugt aus sportlichen Gründen die Treppe. Ob nun allerdings hier oder dort, also oben oder unten, überall begegnet dem Gast das lebendige, vielseitige Inseldorf, in dessen Boden so exotische Pflanzen wie der Maulbeerbaum und die chilenische Tanne gedeihen und das sommertags mit einer verschwenderischen Rosenblüte aufwartet. Helgoland, Botaniker wissen es, wäre bei größerer Fläche das klimatisch günstigste Zuchtgebiet für Rosen in Europa. Wäre, wie gesagt, und deshalb kann sich auch kein Urlauber während seines Aufenthalts auf der Insel zum Rübenzüchter ausbilden lassen, dafür aber eine ganze Menge für sich und seinen Körper tun. Zumindest den Rumpf beugen, wenn sommertags auf der Düne Gymnastik angesagt ist.

Oder lernen, wie man meisterlich per Surfbrett auf den Wellen reitet, dabeisein , wenn es mit vollen Segeln hinausgeht auf die weite See. Und, wozu man sonst nie kommt: Ganz einfach das Sportabzeichen machen. Helgoland bietet mit seinem Sport- und Freizeitgelände die ideale Möglichkeit. Höhepunkt der Sommersaison ist das Helgoländer Inselfest im Juli. Ein Straßenfest mit Buden, Zelten und natürlich Essen und Trinken. An diesem Tag laufen die Seebäderschiffe zweimal die Insel an. Abschluss ist das Höhenfeuerwerk um Mitternacht. Allerhand, was dieses Eiland mit gerade mal einem Quadratkilometer Fläche seinen Gästen bietet. Eben weil es so einmalig ist, kommen die meisten auch nicht nur einmal, sondern immer wieder.



Helgoland im Herbst

Der Herbst auf Helgoland, das ist die ideale Jahreszeit für eine Kur der Gesundheit zuliebe oder Urlaubszeit für all jene, die mit Muße „relaxen" und sich auch einmal so richtig den Wind um die Nase wehen lassen möchten. Da lockt nicht nur das Oberland mit seinem Klippenrandweg zu ausgedehnten Spaziergängen, sondern vor allem auch die Düne mit einem ganz besonderen Freizeitsport, der schon für manchen ein Hobby fürs Leben geworden ist. Da wandern sie dann, am besten bei Ebbe nach einem Sturm, den Blick auf den Boden gerichtet, am Nordstrand der Düne entlang. Sie suchen nach versteinerten Seeigeln, Seesternen, Muscheln und auch Bernstein, den die Flut von den Resten der früher hochaufragenden und jetzt unter der Wasseroberfläche liegenden Weißen Klippe („Witte Kliff") vor der Insel abgerissen und an den Strand gespült hat.

Rundum auf Insel und Düne präsentiert sich den Gästen dazu ein einmaliges Naturschauspiel mit wechselndem Licht, mit Wellen und Gischt, die das vom Wind aufgepeitschte Meer in ein bizarres Wassergebirge verwandeln. Zugvögel rasten zu Scharen auf der Insel. Vom Sperber bis zum Goldhähnchen machen sie hier Station auf ihrer Reise gen Süden. Zeit für ein Verweilen, für eine stille Andacht während einer Dünenwanderung am „Friedhof der Namenlosen". Hier haben alle ihre letzte Ruhestätte gefunden, die auf See „geblieben" sind und deren Körper die Wellen irgendwann an den Helgoländer Strand geworfen haben.

Durchgepustet vom Tage treffen sich Helgolands Herbstgäste am Abend zu Eiergrog und Helgoländer Welle und haben in dieser ruhigen Zeit Gelegenheit, mit den Insulanern zu klönen und so den Tag gemütlich ausklingen zu lassen.


Helgoland im Winter

Andächtige, nur vom Rauschen des Meeres unterbrochene Stille herrscht in Straßen und Gässchen. So recht die Zeit für Menschen, die einmal ausspannen und sich vom Stress vergangener Wochen und Monate erholen möchten. Dank des milden Seeklimas ist es nie so richtig kalt hier auf dem Eiland. Schnee ist eine Seltenheit, nur wenn er dann einmal fällt, legt sich ein märchenhaftes Silbertuch über Fels und Düne. Wenn man ganz großes Glück hat, heißt es selbst auf Helgoland „Ski und Rodel gut".

Eine Woche Winter an der See, sagen Ärzte, ist für die Gesundheit so viel wert wie drei Wochen im Sommer. Auf Helgoland - wegen seines milden Klimas - gilt das ganz besonders. Die Insulaner tun dazu ein übriges, es ihren Wintergästen recht heimelig und gemütlich zu machen.

Unterhaltung gibt es natürlich auch im Winter. Gast und Gastgeber rücken näher zusammen. So kann man z.B. gemeinsam mit den Insulanern die Volkshochschul-Bank drücken, Zeichen- und Malkurse besuchen, an einem Sektseminar teilnehmen oder Helgoländisch für Anfänger lernen. Selbst die hohe Kunst des Bauchtanzes steht auf dem Programm. Wir informieren Sie gern über das aktuelle Kursangebot. Und nirgendwo wird das alte Jahr schöner verabschiedet als auf der Helgoländer Sylvesterfeier in der Nordseehalle und einem Höhenfeuerwerk auf der Landungsbrücke.

Am 1. Januar geht es dann ans „Wünschen". Da ziehen die Männer von Haus zu Haus, um den Frauen ihren Neujahrsgruß zu entbieten. Der Winter ist die ideale Jahreszeit für Seminare und Fortbildungen in abgeschiedener Ruhe. Hier kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Viele Firmen und Verbände nutzen diese Möglichkeit.

Außerdem gibt es gerade um diese Jahreszeit eine ganze Reihe interessanter Kur- und Pauschalangebote.