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Im Jahre 69 n.Chr. verweist Tacitus
(der römische Historiker) in seinen Berichten auf die Batavischen
Aufstände. Während dieser Epoche wurden die Niederlande, sowie
Belgien und Luxemburg von den Römern besetzt. Die Batavi unter Leitung
von Civilis, lebten damals in dem heutigen Holland und versuchten ihre
Freiheit von den Römern wiederzuerlangen. Aber sie unterlagen den
römischen Legionen und wurden weiterhin unterdrückt.
Während des 3. Jhd. n.Chr. überfielen
die germanischen Stämme die Vorposten der Römer. Begünstigt
durch die schwächer werdende Kontrolle der Römer, besetzten die
Franken die südlichen Regionen der "niedrigen Länder" (die Niederlande).
Im 5. Jhd. wurde es Teil von Burgund. Der französische Kaiser Karl
der Große, regierte diese Region bis zu seinem Tode im Jahre 814.
Die französische Herrschaft endete mit der Invasion der Wikinger und
einer Serie von vernichtenden Sturmfluten. Das Gebiet wurde zwischen den
Erben Karls des Großen aufgeteilt, was zur Gründung von lokalen
Fürstentümern sowie Limburg, Holland, Zeeland und Friesland führte.
Während des Mittelalters brachte
wachsender Handel und die größere Bewegungsfreiheit der Bürger
große Veränderungen für die Niederlande mit sich. Eine
neue Mittelklasse entstand und Städte wuchsen hinter den Dämmen,
die in den Niederlanden während des 12. und 13. Jhd. gebaut wurden.
Gegen Mitte des 14. Jhd. begannen Holland und Friesland Schiffe für
Handel und Reisen zu bauen. Dies legte den Grundstein für die zukünftige
starke Seefahrt der Niederlande.
Die Niederlande, wie wir sie heute
kennen, entstanden im 15. Jhd., als verschiedene kleine Siedlungen, die
dem Königshaus von Burgund angehörten, miteinander verbunden
wurden. Zu diesem Zeitpunkt war Amsterdam (die Hauptstadt der Niederlande)
schon ein bekanntes Handelszentrum. Die Habsburger Familie erbte die Region
des Hauses von Burgund. 1519 erbte Karl V. von Spanien es als Teil des
Habsburger Reiches. Er etablierte eine Zentralregierung durch einen Staatsrat,
der größtenteils aus Adligen bestand, und ernannte einen Gouverneur
für jede Provinz. Karl V. dankte 1555 ab und übergab die Kontrolle
der Niederlande seinem Sohn Philip II. von Spanien. Philip passte die Freiheit
nicht, die sich in den Niederlanden entwickelt hatte und er beschnitt die
Rechte der Bürger. Der Konflikt, der zwischen den Katholiken und verschiedenen
protestantischen Gruppen ausbrach, wurde von Philip II. unterstützt.
Der holländische Adel revoltierte gegen die spanische Herrschaft,
was dazu führte, dass viele protestantische Adlige entweder ins Exil
gingen oder den Tod fanden. Im Jahre 1566 begann der Achtjährige Krieg.
Angeführt von Wilhelm dem Stillen, kämpften Franzosen, Deutsche
und Holländer gegen die spanische Besetzung der Niederlande. Spanien,
geschwächt von den Kampfhandlungen, stimmte im Jahre 1609 einem Waffenstillstand
zu.
Die Niederlande erhielten ihre Unabhängigkeit,
obwohl diese erst im Jahre 1648 offiziell anerkannt wurde. Die Friedenszeit,
die dieser Epoche folgte, brachte den Niederländern Wohlstand. Im
Jahre 1650 erreichte die holländische Marine die doppelte Größe
der britischen und französischen Flotte zusammen, und holländische
Schiffe segelten um Afrika herum ins reiche Indien und zu den Gewürzinseln
Java, Batavia und den Molukken. Die Vereinigte Holländisch-Ostindische
Kompanie (VOC) konkurrierte mit Portugal, Frankreich und Britannien um
die Vorherrschaft im Indischen Ozean und damit der Kontrolle des äußerst
profitablen Gewürzhandels mit Südostastien. Das 17. Jhd. war
eine goldene Epoche für die Niederlande und die Werke der holländischen
Maler Rembrandt van Rijn und Jan Vermeer entstanden in dieser Zeit. Die
Macht der niederländischen Flotte ließ die Niederlande zu einer
der mächtigsten europäischen Kolonialmächte werden, mit
großen Besitzungen in Südamerika und der Karibik, dem südlichen
Afrika und vor allem in Südostasien. Nach der Französischen Revolution
im Jahre 1789, verloren die Niederlande wieder ihre Unabhängigkeit,
als Napoleon das Land besetzte und es von seinem Bruder Ludwig regieren
ließ. Jedoch änderte sich das, als Napoleon seine letzte Niederlage
bei der Schlacht in Waterloo erlitt und die Niederlande dadurch ihre Unabhängigkeit
wieder erhielten.
Der Wiener Kongreß im Jahre
1825 führte zur Vereinigung von Belgien, Luxemburg und den Niederlanden
als ein Königreich mit Wilhelmm I. als Herrscher. Der große
Konflikt zwischen den drei Staaten führte aber bald dazu, dass diese
wieder getrennt wurden. Im Jahre 1848 wurden die Niederlande eine konstitutionelle
Monarchie. Die Holländer waren von der Idee einer demokratischen Wahl
angetan, mit dem Ergebnis, dass alle holländischen Bürger (Männer
und Frauen) das Wahlrecht 1922 erhielten. Es kann mit Recht behauptet werden,
dass die Niederlande in diesem Jahr zu einer parlamentarischen Monarchie
wurden, mit einem König (oder Königin) als Staatsoberhaupt.
Während des Ersten Weltkrieges
blieben die Niederlande neutral, mussten aber unter Nahrungsmittelblockaden
leiden, die gegen Deutschland gerichtet waren. 1928 wurden die Olympischen
Spiele in Amsterdam abgehalten. Die Niederlande wurden von den Deutschen
am 10. Mai 1940 überfallen und besetzt. Königin Wilhelmina und
ihre Regierung flohen nach England. Obwohl die Niederlande keine starke
Armee besaßen, war doch die holländische Untergrundbewegung
eine große Hilfe für die Alliierten. Im Jahre 1945 wurde das
Land von der deutschen Besatzung befreit. Königin Wilhelmina dankte
schließlich 1948 zugunsten ihrer Tochter Juliana ab, deren Tochter
Beatrix wiederum nachfolgte und am 30. April 1980 gekrönt wurde. |
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