HIV / AIDS

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Die Medizin macht Fortschritte

Bisher gibt es noch kein Medikament, das AIDS heilen könnte. Dennoch macht die Medizin Fortschritte. Inzwischen gibt es eine Reihe von Medikamenten, die gegen die Vermehrung von HIV eingesetzt werden, so genannte Virushemmer. Zudem ist es heute möglich, viele opportunistische Infektionen rasch zu erkennen und erfolgreich zu behandeln. Einigen kann sogar vorgebeugt werden.

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Medikamente gegen die Vermehrung von HIV (antiretrovirale Therapie)

Derzeit stehen drei Gruppen von Medikamenten zur Verfügung: die „nukleosidalen und nukleotidalen Reverse-Transkriptase-Hemmer“ (NRTI), die „nicht-nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Hemmer“ (NNRTI) und die „Protease-Hemmer“ (PI).

Zur ersten Gruppe gehören die Medikamente Retrovir (AZT), Videx (DDI), Hivid (ddC), Epivir (3TC), Zerit (d4T), Combivir (AZT + 3TC), Ziagen (Abacavir) und Preveon (Adefovir-Dipivoxil), zur zweiten Gruppe Viramune (Nevirapin), Rescriptor (Delaviridin) und Sustiva (Efavirenz), zur dritten Gruppe Fortovase (Saquinavir), Crixivan (Indinavir), Norvir (Ritonavir), Viracept (Nelfinavir) und Agenerase (Amprenavir).

Weitere Medikamente und Medikamentengruppen sind in der Erprobung. Einige der genannten Medikamente sind in der Bundesrepublik zugelassen. Andere sind über internationale Apotheken oder entsprechende Zugangsprogramme
der Hersteller erhältlich. Ärzte/Ärztinnen von HIV-Schwerpunktpraxen können
hierüber informieren.

Virushemmende Medikamente verlängern in der Regel die symptomfreie Zeit oder bessern Symptome. Ihre Nebenwirkungen sind sehr unterschiedlich und variieren je nach Patient/in. Sie sollten auf jeden Fall mit dem Arzt/der Ärztin besprochen werden. Die Medikamente bewirken, dass die Zahl der Helferzellen zu- und die der freien Viren im Blut (Viruslast) abnimmt: Zeichen für eine verbesserte Immunfunktion und eine geringere Virusvermehrung. Auf diese Weise soll das Voranschreiten der Erkrankung gebremst werden.

Die genannten Medikamente werden miteinander kombiniert, wodurch sich ihre Wirkungen noch steigern lassen und das Risiko, dass sie unwirksam werden (Resistenzentwicklung), gesenkt wird. Zurzeit wird untersucht, durch welche Kombinationen und Kombinationsfolgen sich die Wirkungsdauer weiter verlängern lässt. Inzwischen hat sich gezeigt: Eine Kombinationstherapie – zur rechten Zeit begonnen, individuell zugeschnitten und richtig durchgeführt – kann die Lebenserwartung erhöhen.

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Medikamente gegen opportunistische Infektionen

Der bisher häufigsten opportunistischen Infektion, der Pneumocystis carinii Pneumonie (PcP), kann durch die Einnahme oder das Inhalieren von Medikamenten vorgebeugt werden. Sie werden dann angewendet, wenn die Gefahr einer PcP am höchsten ist, also bei einem schweren Immundefekt
(z.B. Helferzellen unter 200 pro Mikroliter Blut). Auch gegen Toxoplasmose ist
eine Vorbeugung (Primärprophylaxe) möglich.

Gegen Infektionen mit Pilzen, Bakterien oder Parasiten gibt es inzwischen zahlreiche gut wirksame Medikamente. Gegen einige Infektionen stehen es bisher nur experimentelle Therapieansätze zur Verfügung.

Opportunistische Infektionen bedürfen der fachgerechten Behandlung durch spezialisierte Ärzte/Ärztinnen. Wichtig ist, sie frühzeitig zu erkennen. Es empfiehlt sich deshalb, bei Beschwerden und Veränderungen sofort zum Arzt/zur Ärztin zu gehen. Über aktuelle Therapien bei AIDS informieren Beratungsstellen, HIV-Schwerpunktpraxen oder die Fachliteratur.

Impressum

Auszug aus der Broschüre „HIV AIDS. Heutiger Wissensstand“. 25., überarbeitete Auflage. Hrsg. von der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., Berlin 1999

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Letztes Update: 02.02.04