HIV / AIDS

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Allgemeine Informationen


 

Übertragung


Wie wird HIV nicht übertragen?

HIV gehört zu den schwer übertragbaren Krankheitserregern. Das Virus
ist sehr empfindlich und außerhalb des menschlichen Körpers unter
Alltagsbedingungen nicht lebensfähig. Die üblichen Hygienemaßnahmen
im Haushalt und im Krankenhaus reichen aus, um das Virus unschädlich zu
machen.

Das Virus wurde zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränenflüssigkeit nachgewiesen, jedoch in sehr geringer Menge, die für eine Ansteckung nicht ausreicht. Weltweit ist kein einziger Fall bekannt, bei dem eine Infektion über diese Körperflüssigkeiten erfolgt wäre.

Deshalb besteht keine Ansteckungsgefahr bei

- Händedruck, Umarmen, Streicheln

- Anhusten oder Anniesen

- Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke

- Benutzen von Toiletten, Bädern oder Saunen

- Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/AIDS

- Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/AIDS.

Auch beim Küssen kann HIV nicht übertragen werden, solange sich am Mund
und im Mundraum keine blutenden Wunden befinden. Eine Ansteckung allein über Speichel ist bisher nicht nachgewiesen worden.

In der Arztpraxis und im Krankenhaus gilt: Was vor Hepatitis B schützt, schützt auch vor HIV und damit vor AIDS.

Impressum

Auszug aus der Broschüre „HIV AIDS. Heutiger Wissensstand“. 25., überarbeitete
Auflage. Hrsg. von der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., Berlin 1999

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Wie kann HIV übertragen werden?

HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in die
Blutbahn oder auf die Schleimhäute gelangt.

Ansteckende Körperflüssigkeiten

Blut – auch Menstruationsblut – und Sperma enthalten das Virus in hoher Konzentration. In der Scheidenflüssigkeit und Muttermilch ist die Konzentration geringer, kann jedoch immer noch für eine Ansteckung ausreichen.

Sexuelle Übertragung

Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen. Vor allem die Darmschleimhaut ist äußerst empfindlich und kann HIV direkt aufnehmen. Deshalb ist Analverkehr ohne Kondom sehr risikoreich.

HIV kann auch beim Vaginalverkehr übertragen werden: Durch kleine, nicht spürbare Verletzungen der Scheide oder Reizungen der Gebärmutter (z.B. durch die Spirale, durch Pilze und andere sexuell übertragbare Erreger) kann infektiöses Sperma in die Blutbahn der Frau gelangen. Umgekehrt können Scheidenflüssigkeit und Menstruationsblut durch winzige Hautrisse am Penis auch zur Ansteckung des Mannes führen. HIV wird jedoch leichter vom
Mann auf die Frau übertragen als umgekehrt. Während der Periode ist das Infektionsrisiko für die Frau wie für den Mann erhöht.

Der Oralverkehr („Lecken“, „Blasen“) birgt ein Risiko, wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund der Partnerin/des Partners gelangt.

Übertragung beim Drogengebrauch

Menschen, die sich Drogen spritzen („fixen“), haben ein sehr hohes Infektionsrisiko, wenn sie Spritzen verwenden, die vorher eine andere Person benutzt hat. Hierbei kann infiziertes Blut direkt in die Blutbahn eindringen. Ein geringes bis mittleres Infektionsrisiko besteht beim Aufteilen der Droge mittels gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer).

Mutter-Kind-Übertragung

Kinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft, während der Geburt und auch beim Stillen angesteckt werden. Die Übertragungsrate hängt dabei wesentlich vom Gesundheitszustand der Mutter ab sowie von vorbeugenden Maßnahmen. Unter optimalen Bedingungen kann die Übertragungsrate unter 2 % gesenkt werden: durch einen Kaiserschnitt
vor Einsetzen der Wehen, die gezielte Einnahme von Medikamenten gegen HIV während der Schwangerschaft und den Verzicht auf das Stillen. Die hiermit verbundenen Risiken sind gegen den Nutzen abzuwägen.

Blut und Blutprodukte

Menschen mit Hämophile (Bluter sind heute nicht mehr durch das für sie lebenswichtige Blutplasmakonzentrat HIV-gefährdet. Durch besondere Verfahren, z.B. durch Erhitzen, und durch gentechnische Herstellung wird weitestgehend sichergestellt, dass derartige Blutprodukte kein HIV enthalten.

Um zu verhindern, dass bei Bluttransfusionen HIV (sowie Hepatitis B und C) übertragen wird, werden in der Bundesrepublik seit 1985 alle Blutspenden in Routineverfahren auf HIV-Antikörper untersucht. Das bisher schon sehr geringe Restrisiko wegen der „diagnostischen Lücke“ (das ist der Zeitraum zwischen der eventuellen Ansteckung des Spenders/der Spenderin und der Nachweisbarkeit von Antikörpern: bei HIV etwa 12 Wochen) soll nach neueren
Empfehlungen noch verkleinert werden, und zwar durch direkten Virusnachweis als zusätzlichen Routinetest. Vor geplanten Operationen ist eine Eigenblutspende sinnvoll.

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Auszug aus der Broschüre „HIV AIDS. Heutiger Wissensstand“. 25., überarbeitete
Auflage. Hrsg. von der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., Berlin 1999

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Ungleich verteilt: das Infektionsrisiko

Die HIV-Infektion hat sich in den einzelnen Weltregionen jeweils anders
ausgebreitet:

In Europa und in den USA betrifft HIV vor allem homo- und bisexuelle Männer
sowie Drogengebraucher/innen. Wer zu diesen Gruppen gehört, setzt sich
beim ungeschützten Sex und beim Gebrauch unsteriler Spritzbestecke einem
Risiko aus. Auch Frauen und Männer, die Sex mit Partnern und Partnerinnen
aus diesen Gruppen haben, sind ansteckungsgefährdet.

In Deutschland gibt es in der übrigen Bevölkerung noch verhältnismäßig
wenige Menschen mit HIV. Doch auch hier steigen die Zahlen beständig
an, vor allem bei den Frauen. Der ungeschützte Sex kann daher auch für
Menschen außerhalb der genannten Gruppen ein Risiko bergen: für Männer und Frauen, die öfter ihre Sexualpartner/innen wechseln, für Männer und Frauen in festen Beziehungen, die weitere Sexualpartner/innen haben.

In den südlich der Sahara gelegenen Regionen Afrikas und in einigen
Ländern Asiens (vor allem Thailand und Indien) sind Frauen im gleichen
Maße von HIV und AIDS betroffen wie Männer. Beide Kontinente weisen
zugleich die höchste Zahl an infizierten und erkrankten Menschen auf.
Das Risiko, sich bei ungeschütztem Sex anzustecken, ist dort sehr hoch.
Das gilt auch für Teile Süd- und Mittelamerikas (z.B. die Karibik) sowie die meisten Metropolen dieser Welt.

Das Ansteckungsrisiko richtet sich vor allem danach, wie und wo jemand lebt
und welche Möglichkeiten sie oder er hat, sich zu schützen.

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Auszug aus der Broschüre „HIV AIDS. Heutiger Wissensstand“. 25., überarbeitete
Auflage. Hrsg. von der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., Berlin 1999

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Letztes Update: 02.02.04