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„Generationendialog
durchführen“
SPD-Seniorenarbeitsgemeinschaft 60 Plus sprach mit Fachleuten Als gute Idee erwies sich, statt einer der zur Zeit etwas „inflationären“ Neujahrsempfänge, ein Gespräch mit Seniorenbetreuer/innen und -verbänden durchzuführen. So stand die Pflege älterer Menschen im Mittelpunkt der Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft "SPD 60plus" Unterbezirk Darmstadt-Stadt, in Kranichstein. Es entwickelte sich ein Fachgespräch auf hohem Niveau zwischen der sozialpolitischen Sprecherin der SPD im Landtag, Petra Fuhrmann, dem Landtagsabgeordneten Michael Siebel und Leitern von Alteneinrichtungen aus dem gesamten Stadtgebiet. Kompetenz quasi „greifbar“ vor Ort. Eingangs betonte AG-60-Vorsitzende Christel Trautmann, den jetzt begonnenen Dialog fortzusetzen. Alle waren sich einig, dass Seniorenbetreuung in der Gesellschaft einen zu geringen Stellenwert hat. Dabei müsste die demografische Entwicklung aufhorchen lassen: „Jede Kindergeneration ist zahlenmäßig kleiner, als die Elterngeneration,“ Michael Siebel unterlegte diese Aussage mit dramatischen Zahlen. Petra Fuhrmann und Michael Siebel mahnten an, dass sich Gesellschaft und Politik diesen Realitäten mehr stellen müssten: „Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie die teils unumgänglichen dramatischen Einschnitte aussehen werden.“ Lob für Darmstadt – Tadel für die hohen Kosten Als sehr gut bezeichnete ein Teilnehmer der Gesprächsrunde die Seniorenarbeit der Stadt. Harsche Kritik gab es dagegen von allen Seiten an den explodierenden Kosten, sowohl im stationären, wie ambulanten Bereich. „Betreutes Wohnen mit 1.700 Euro im Monat in der Pflegestufe 3 ist nicht mehr zu bezahlen, bei sozialer Gerechtigkeit muss man auch an die Alten denken, die immer ihre Steuern und Abgaben gezahlt haben.“ Nicht nur der Vertreter der Caritas beklagte eine Überregulierung zu Lasten der Menschen. Unterstützt wurde er aus dem Diakoniebereich. Man habe immer weniger Zeit für die Menschen: „Erst plant man eine Stunde, dann kommt der Medizinische Dienst, wie sich die Leute dabei fühlen, interessiert niemanden.“ Gleiches gelte für den ambulanten Bereich: „Hier ist die Politik gefragt.“ Solidarischere Gesellschaft – Personal besser bezahlen Petra Fuhrmann: „Qualitätssicherung darf nicht zum Selbstzweck werden.“ Sie mahnte eine solidarischere Gesellschaft an. „Was ist uns der Stundenlohn in der Altenbetreuung wert?“ Sie warf die Frage auf, ob hier mehr Steuermittel eingesetzt werden sollten. Zudem steigt die Belastung des Pflegepersonals durch immer mehr Überstunden. „Der Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal wird so nicht behoben.“ Die Politik wird sich den Ängsten vieler Seniorinnen und Senioren annehmen müssen. Dass dies nur mit Offenheit und Klarheit der Konzepte geschehen kann, darüber waren sich alle im klaren. Viele Gespräche dieser Art werden notwendig sein. Januar 2003 |
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„Die Wandlung der deutschen Sozialdemokratie vom Erfurter Parteitag 1891 bis zum 1. Weltkrieg,“ war der Titel einer gut besuchten Veranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 Plus“. Als „vaterlandslose Gesellen“ hatte Bismarck die SPD beschimpft. Nach 12 Jahren des Verbotes der Partei durch das „Sozialistengesetz“ wollte sich die SPD in Erfurt befreien und sich selbstbewusst vorwärts orientieren. Namen wie Eduard Bernstein, Karl Krautsky bestimmten neben August Bebel und Karl Liebknecht die Richtung. Die Darmstädter AG-60-Leiterin Christel Trautmann führte die Anwesenden in das schwierige Thema ein. Die Geschichte quasi als Lehrstoff für den Status quo der SPD? Dank des umfangreichen Materials von Dankwart Bergemann lag zumindest eine Parallele nahe: Das „Rechts-Links-Schema“ gilt immer noch. „Ziel des Erfurter Programms war die Umwandlung der Gesellschaft – damals notfalls mit Gewalt, die deutsche Arbeiterschaft hatte eine gemeinsame Basis gefunden,“ referierte Dankwart Bergemann. Als End-Vision schwebte dem Parteitag 1891 eine Gesellschaft in Frieden und Harmonie vor. Brauchen wir heute wieder Visionen? War Willy Brandt der letzte Visionär der Sozialdemokratie? Diese Fragen blieben bei der Diskussion der gut vorinformierten Besucherinnen und Besucher unbeantwortet. Revisionisten wollten damals die Ideen von Karl Marx verändern und anpassen. 1903 unterlag die Parteilinke, die sogenannten Opportunisten bestimmten das Geschehen. Die Mehrheit der Partei strebte eine Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien an. Der ersten Vorlage des Kaisers für Kriegskredite stimmte am 4.8.1914 die gesamte SPD-Fraktion im Reichstag zu. Karl Liebknecht stimmte dann der 2. Vorlage am 2. Dezember 1914 nicht mehr zu und fiel in Ungnade. Die „Zellteilung“ der SPD wurde vorprogrammiert. Spartakus und USPD entstanden später. Die Ära 1891 bis 1914 waren Jahre der Selbstfindung für die SPD. Die 90er Jahre des 19. Jahrhunderts wurden von einem wirtschaftlichen Boom bestimmt, eine „Arbeiter-Aristrokratie“ mit Industriemeistern und anderen exponierten Führungskräften entstand und bestimmte zum Teil den entstehenden Parteiapparat und Bürokratie der SPD. Damit ging die Gründung der Gewerkschaften einher, Arbeiter bekamen politische Bildung und Ausbildung. Die Besucher der Veranstaltung der AG 60 Plus empfanden Referat und Diskussion als politische Weiterbildung, verbunden mit Gedanken zur Weiterentwicklung der heutigen SPD. Im nächsten Jahr folgt die Zeit von 1914 bis 1933 mit dem Aufstieg und Fall der ersten deutschen Demokratie.
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Skeptisch bis positiv bewertet die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus in Darmstadt die neue Tarifstruktur der Deutschen Bahn AG ab 15. Dezember. Christel Trautmann, Vorsitzende der aktiven SPD-Seniorinnen und Senioren, sieht durchaus Vorteile durch das Bahncard-Abonnement: „Selbst die noch gültige alte Bahn Card mit 13 Monaten Gültigkeitsdauer bringt 50 Prozent Ersparnis auch dann, wenn man sich nicht bereits 7 Tage vor Fahrtantritt festlegt.“ Die heutige BahnCard-Senior kostet 70 EURO im Jahr, die neue 60 mit der Option für den Lebenspartner (gemeinsame Wohnung) für das gleiche Geld. Das Mindestalter für die BahnCard-Senior ist 60. Unter bestimmten Voraussetzungen, wie Schwerbehinderung oder als Frührentner(in), bekommt man die Karte bereits unter 60 Jahren. Die neue BahnCard bringt 25 Prozent Fahrpreisermäßigung und weitere Vorteile für Frühbucher bei Festlegung auf den Zug für die Hin- und Rückfahrt und für Gemeinsamfahrer. Der Frühbuchertarif firmiert bei der Bahn AG unter dem Logo Plan & Spar und bringt einen Tag vor Fahrtantritt 10 Prozent, mindestens 3 Tage vorher 25 und 7 Tage vor Abreise sogar 40 Prozent Ermäßigung plus BahnCard-Vorteil. Enkelkinder bis einschließlich 14 Jahren reisen kostenlos. Schon ein weiterer Mitfahrer zahlt nur 50 Prozent. Bildet man Fahrgemeinschaften, lassen sich die Rabatte weiter erhöhen. Nachteil: Nicht unerhebliche Mehrkosten fallen gegenüber dem alten System an, wenn man den Zug verpasst oder Änderungswünsche hat. Erhebliche Preissteigerungen kommen zudem auf Einzelreisende zu. Vor allem dann, wenn ein bisher preiswerterer Interregio zum Intercity umfunktioniert wurde; dieses Manko macht sich auf Kurzstrecken noch mehr bemerkbar. Die Arbeitsgemeinschaft 60 plus sieht der neuen Bahn-Tarifstruktur ab 15. Dezember mit gemischten Gefühlen entgegen. „Gerade ältere Menschen wissen die Bequemlichkeiten des Bahnfahrens zu schätzen, sehen aber vieles in der neuen vom Ansatz her guten Preisstruktur mit einiger Skepsis“, so Christel Trautmann, „die Bahn wird nachbessern müssen, um sich gegen die Konkurrenz auf der Straße und den Billigfliegern behaupten zu können.“ Die SPD-Arbeitsgemeinschaft empfiehlt der Bahn dringend, bei einer Fahrschein-Rückgabe Gutscheine auszustellen.
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| Update:19.03.04 |