|

 |
Ich mache euch
zu Menschenfischer
Markus 1,16-20
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas,
den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren
nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre
Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er
Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie
waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie und
sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot
zurück und folgten Jesus nach.
Gebt ihr ihnen zu Essen
Markus 6,30-37
Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm
alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt
mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig
aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren
die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in
eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren
und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten
dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen
Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe,
die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. Gegen Abend kamen
seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist
schon spät. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und
Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Er erwiderte:
Gebt ihr ihnen zu essen!
Ihr Menschenfischer! Gebt ihr ihnen zu Essen!
Im Fischerboot vereinigen sich die beiden vorangestellten
Evangelientexte. Die Fischer fahren mit ihrem Boot hinaus, um Fische
zu fangen.
Mit dem Boot war Jesus mit seinen Jüngern in eine einsame Gegend
gefahren, um allein zu sein (Mk 6,30-33). Da viele Menschen ihnen
folgten und Jesus sie lange unterrichtete, tauchte bald die Frage
nach der Verpflegung auf. Die Jünger wollten die Menschen
wegschicken, doch Jesus sagte zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“
Sie machten sich auf und fanden im Volk fünf Brote und zwei Fische,
über denen Jesus den Lobpreis sprach und die sie an alle verteilten.
Zwölf Körbe mit Essensresten blieben übrig (Mk 6,37-44).
Die Frage Jesu, die er nach seiner Auferstehung am See von Tiberias
an seine Jünger gestellt hatte, könnte auch unsere sein: „Habt ihr
nicht etwas zu essen?“ Die Jünger antworteten ihm damals, weil sie
die ganze Nacht nichts gefangen hatten, „Nein“. Es ist, als hätten
sie seinen Auftrag: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ vergessen gehabt.
Doch Jesus sagte zu ihnen: „Werft das Netz auf der rechten Seite des
Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen.“ Sie warfen das Netz aus
und konnten es vor lauter Fischen nicht wieder einholen (Joh
21,1-6).
Die Frage Jesu an die Jünger könnte die Frage der Menschen an uns
sein: „Habt ihr nicht etwas zu essen?“ Eine geistige Nahrung, welche
die ausgetrocknete Seele erquickt? Eine spirituelle Nahrung, welche
den Geist belebt und ihn zu neuen Taten anspornt? Hunger und Durst
in der Welt sind groß!
Die Verbindung, die die beiden Evangelientexte schaffen, ist
beeindruckend! Nicht nur in die Nachfolge gerufen sein, nicht nur
Menschenfischer zu sein, sondern auch sich in den Dienst stellen für
alle die, die sich am Ufer um Christus sammeln, seine Worte
verstehen wollen - nach ihnen hungern. Ihnen wollen wir zu essen
geben. Dies ist wieder ein Doppeltes: Die geistige Nahrung im Wort
und das lebenschenkende Brot.
Ihr Menschenfischer, gebt ihr ihnen zu essen!
|
|