(gehören
zum Text über meine spirituellen Erlebnisse)
Selig
ist der Mensch, der weder will, noch weiß,
Der Gott (versteh mich recht!) nicht gibet Lob noch Preis. (1,14)
Mensch,
so du noch was bist, was weißt, was liebst
und hast,
So bist du, glaube mir, nicht ledig deiner Last. (1,24)
Gott
ist ewge Ruh, weil er nichts sucht, noch will:
Willst du insgleichen nichts, so bist du eben viel. (1,76)
Mensch,
weil es nicht im Wolln und eignen Laufen liegt,
So mußt du tun wie Gott, der ohne Willen siegt. (2,193)
Gib
deinen Willen Gott, denn wer ihn aufgegeben,
Derselbe führt allein ein königliches Leben. (3,140)
Gott
ist nur alles gar: er stimmt die Saiten an,
Er singt und spielt in uns. Wie hast denn dus getan? (3,216)
Der
Teufel ist so gut, dem Wesen nach als du!
Was gehet ihm dann ab? Gestorbner Will und Ruh. (5,30)
Auch
Christus, wär in ihm ein kleiner eigner Wille,
Wie selig er auch ist, Mensch glaube mir, er fiele. (5,32)
Die Ros
ist ohn warum, sie blühet, weil sie blühet,
Sie acht nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie siehet. (1,289)
Wer
schmückt die Lilien? Wer speiset die Narzissen?
Was bist dann du, mein Christ, auf dich so sehr beflissen? (1,240)
Wie?
Schätzt du Salomon, den Weisesten, allein?
Du auch kannst Salomon und seine Weisheit sein! (2,18)
Gelassenheit
fängt Gott. Gott aber selbst zu lassen,
Ist ein Gelassenheit, die wenig Menschen fassen. (2,92)
Blüh
auf gefrorner Christ, der Mai ist vor der Tür!
Du bleibest ewig tot, blühst du nicht jetzt und hier. (3,40)
Freund,
so du etwas bist, so bleib doch ja nicht stehn:
Man muss von einem Licht fort in das andre gehen. (3,232)
Ich
weiß nicht, was ich bin, ich bin nicht, was ich weiß:
Ein Ding und nicht ein Ding, ein Stüpfchen und ein Kreis. (1,5)
Das
edelste Gebet ist, wenn der Beter sich,
In das vor dem er kniet, verwandelt inniglich. (4,140)
Mensch,
steig nicht allzuhoch, bild dir nichts übrigs ein:
Die schönste Weisheit ist, nicht gar zu weise sein. (5,49)
Wie,
daß den Weisen nicht betrübet weh noch Leid?
Er hat sich lang zuvor auf solchen Gast bereit. (5,135)
Mensch,
ist was guts in dir, so maße dichs nicht an.
Sobald du dirs schreibst zu, so ist der Fall getan. (5,229)
Der
Weise, welcher sich hat über sich gebracht,
Der ruhet, wenn er lauft, und wirkt, wenn er betracht. (5,364)
Freund,
es ist auch genug. Im Fall du mehr willst lesen,
So geh und werde selbst die Schrift und selbst das Wesen. (6,263)
Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein nun noch hier,
Je mehr du nach ihm greifst, je mehr entwird er dir. (1,25)
Die zarte Gottheit ist ein Nichts und Übernichts:
Wer nichts in allem sieht, Mensch, glaube, dieser siechts. (1,111)
Wem nichts wie alles ist und alles wie ein nichts,
Der wird gewürdiget des Liebsten Angesichts. (2,169)
Wer hätte das vermeint! Aus Finsternis kommts Licht,
Das Leben aus dem Tod, das Etwas aus dem Nicht. (4,163)
Gott zürnet nie mit uns, wir dichtens ihm nur an,
Unmöglich ist es ihm, daß er je zürnen kann. (5,43)
Gott straft die Sünder nicht, die Sünd ist selbst ihr Hohn,
Ihr Angst, Pein, Marter, Tod wie Tugend selbst ihr Lohn. (5,55)
Halt an wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir!
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihm für und für. (1,82)
Mein Christ wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir:
Was suchst ihn dann erst bei eines andren Tür? (1,298)
Gottes Spiel (= "lila" der Upanishaden)
Dies alles ist ein Spiel, das sich die Gottheit macht,
Sie hat die Kreatur um ihretwilln erdacht. (2,198)
Nicht du bist in dem Ort, der Ort, der ist in dir!
Wirfst du ihn aus, so steht die Ewigkeit schon hier. (1,185)
(siehe zu diesem Spruch auch die neurologische Erklärung in meinem
spirituellen Text)
Gott schätzt nicht was du guts, nur wie du es getan:
Er schaut die Früchte nicht, nur Kern und Wurzel an. (5,37)
(Äquivalent der Upanishaden, Kapitel (XVIII/47): "Better is
one´s dharma though imperfect, than the dharma of another better performed. He
who does the duty ordained by his own nature incurs no sin.")
Ich bin so groß wie Gott, er ist als ich so klein:
Er kann nicht über mich, ich unter ihm nicht sein. (1,10)
Ich bin so reich als Gott: Es kann kein Stäublein sein,
Das ich (Mensch, glaube mir!), mit ihm nicht hab gemein. (1,14)
Weil ich das wahre Licht, so wie es ist soll sehn,
So muß ichs selber sein, sonst kann es nicht geschehn. (2,46)
Wie magst du was begehrn? Du selber kannst allein
Der Himmel und die Erd und Tausend Engel sein. (2,149)
Gott findet man durch nicht suchen
Gott ist nicht hier noch da, wer ihn begehrt zu finden,
Der laß sich Händ und Füß und Leib und Seele binden. (1,171)
Mensch, so du etwas liebst, so liebst du nichts fürwahr:
Gott ist nicht dies, noch das, drum laß das etwas gar. (1,44)
Was ist die Ewigkeit, sie ist nicht dies, nicht das,
Nicht Nun, nicht Ichts, nicht Nichts: Sie ist ich weiß nicht was. (2,152)