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Film über die
Gemeinde Ottersweier
Misstraue
n ist ein Zeichen von Schwäche. (Mahatma
Gandhi)
Ein
Film über die Gemeinde Ottersweier wurde freundlicherweise von der
Gemeindeverwaltung zur Verfügung gestellt. Den Film finden Sie hier
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Rückblick
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Es geht
um mehr Menschlichkeit in unserer Kirche
In der Diskussion über den Dialog-Prozess in der
katholischen Kirche (ABB vom Samstag: „Unsere Heizungen laufen
auch nicht mit Weihwasser“) meldet sich ein weiterer Leser zu
Wort:
Ich bin mit fast allem, was Diakon Konrad Schork in seinem
Leserbrief vom 28. Februar schreibt, durchaus einverstanden und
danke ihm für seine sachliche, nicht aggressive Darlegung. Nur
so kann der notwendige Dialog zu einem positivem Ziel führen. Zu
diesem Dialog gib es keine Alternative. Ich möchte nur gern aus
der Sicht eines derer, die das „Memorandum – ein notwendiger
Aufbruch in unserer Kirche“ unterschrieben haben, ein paar
ergänzende Gedanken eines Betroffenen zufügen.
Es geht in diesem Memorandum doch nicht um „die Abschaffung des
Zölibates als Allheilmittel“. Keiner ist so naiv zu glauben,
dass dies zur „erwünschten Blüte des Glaubens führt“. Der
Zölibat soll bleiben in unserer Kirche, aber als freiwillige,
und nicht per Kirchengesetz verordnete Voraussetzung für die
Priesterweihe. Wissen Sie, Herr Diakon Schork, wie viele
gutmotivierte (ich bin überzeugt von Christus „berufene“ junge
Männer) diesen Beruf gerne gewählt hätten, wenn dieses
Zwangsverbindung nicht bestanden hätte? Woher nimmt die Kirche
das Recht zu sagen: Es braucht halt eine doppelte Berufung, die
zum Priestertum und die zum Zölibat? In der Bibel ist es nicht
zu finden. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die ganz und gar von
der Liebe Gottes durchdrungen sind und darin ihre ganze
Erfüllung und Glückseligkeit finden. Sie sind vorwiegend, aber
nicht nur, unter dem weiblichen Geschlecht zu finden. Der
richtige Ort für sie ist eigentlich das Kloster. „Es ist nicht
gut, dass der Mensch allein sei.“ Und „Vae solis, wehe den
Einsamen“.
Es sollte nicht erst der Priestermangel sein und schon gar nicht
andere schlimme Vorkommnisse, die uns zum Umdenken bewegen,
sondern die Erfahrung der letzten 1 000 Jahre Zölibat (Fluch
oder Segen?), eine positivere Einstellung zur Sexualität und
etwas mehr Menschlichkeit in unserer Kirche, mehr Achtung und
Respekt und Barmherzigkeit für Menschen in schwierigen oder
nicht „normalen“ Lebenssituationen. Exkommunikaktion, de facto
oder ausdrücklich, ist eine schlimme Sache. Das Leben und
Verhalten Jesu kann sie wohl nicht rechtfertigen, im Gegenteil.
Ich kenne viele aus meinen theologischen Kurs, die ausgestiegen
sind: Es waren aus meiner Sicht nicht die schlechtesten, aber
offensichtlich zu begabt für menschliche Nähe und Offenheit.
Wie viele Gewissenkämpfe mag wohl ein geweihter Priester
durchgemacht haben, bis er sich entschloss, um der
Wahrhaftigkeit und um der Liebe willen, zu seiner Frau „Ja“ zu
sagen? Keine Dornenvögel singen davon ein Lied. Ich bin
überzeugt, dass sich in diesem Punkt in unserer Kirche im
Verborgenen eine seelische Grausamkeit vollzogen hat und immer
noch vollzieht, die dem Gesetz Christi Hohn spricht.
Was würde der Freiheit der Kinder Gottes mehr entsprechen als
wenn beides möglich wäre: der verheirate Priester mit Familie
und der (von vorherein und auch später) freiwillig zölibatär
lebende Priester (dem man jetzt auch sein Alleinsein um des
Himmelreiches willen glaubwürdiger abnehmen würde).
Zwei Fragen würde ich Ihnen, lieber Herr Schork, den ich als
wertvollen und überzeugten Mitarbeiter in unserer Kirche
kennengelernt habe, gerne stellen:
1. Hat die Liebe zu Ihrer Frau und zu Ihrer Familie ihre
Mitarbeit in der Kirche gemindert?
2. Hat die Liebe zu Ihrer Frau die Liebe zu Gott und zu Christus
behindert?
Ich könnte mir vorstellen, dass die „menschliche“ Liebe dazu
beigetragen hat, die Liebe zu Gott und die Mitarbeit in der
Kirche auch in schwierigen Zeiten durchzuhalten.“ Es gibt nur
eine Liebe, sagt Gertrud von Le Fort, aber sie tritt in sehr
vielgestaltiger Form auf“ (aus dem Gedächtnis zitiert,
Guttenberg lässt grüßen).
Ich glaube an den Gott der Liebe und des Lebens. Er hat sich
schon immer in unserer Kirche lebendig und wirksam erwiesen. Er
wird es auch in Zukunft tun.
Wenn unsere Kirche die Kirche Jesu Christi bleiben will, muss
sich vieles ändern. Ich habe keine Angst vor einem „liberalen
Zeitgeist“. Wichtig ist nur, dass wir uns mit brüderlicher Liebe
und gegenseitigem Respekt begegnen. (Dialog)
Nebenbei: Ich pflege jetzt seit über vier Jahren meine Mutter.
Wie froh, wäre ich, wenn mich dabei eine verständnisvolle
Ehefrau an meiner Seite unterstützen würde, und wenn fröhliche
Enkelkinder meine oft depressive Mutter ab und zu aufheitern
würden. Ich mache mir um meine persönliche Zukunft keine Sorgen.
Ich könnte mir es aber auch anders vorstellen...
Wilfried Serr, Pfarrer i.R. Hochfeld 11
Sasbach
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