Kreuzbänder

     Bilderserie über das Kniegelenk und die Bänder

 

 

 

Der Bandapparat des Kniegelenkes

Das vordere  (hier rot) und hintere (auf der Skizze gelb) Kreuzband stellen den Zentralpfeiler des Kniegelenkes dar und sind für den runden Bewegungsablauf des Kniegelenkes verantwortlich (= Roll-Gleit-Bewegung).

Zusätzlich gestatten sie eine geringe Rotation des Gelenkes und verhindern das "Vorwärts-Rutschen" oder "Zurück-Rutschen"  des Schienbeins beim normalen Gang. Nur so hat man beim Gehen, besonders beim Bergab- oder Stiegenabwärtsgehen ein sicheres Gefühl.

Diese Roll-Gleitbewegung des Gelenkes garantiert die optimale Ernährung des Knorpels und damit die physiologische Funktion des Gelenkes.

 

Zusätzliche Stabilisatoren des Gelenkes stellen das äußere und innere Seitenband dar, die besonders in leichter Beugestellung die Festigkeit garantieren.

Zusammen mit den Menisken bilden diese 4 Bandverbindungen eine dynamisch-stabile Einheit.

Der Verletzungsmechanismus besteht meistens in einer Verdrehung des Unterschenkels. Hierbei kommt es je nach Ausmaß der einwirkenden Kraft zu einer Zerreißung des vorderen Kreuzbandes, des medialen Seitenbandes und des Innenmeniskus. Häufig findet man diesen Unfallhergang beim Skifahren und diversen Ballsportarten, die mit raschem Richtungswechsel bei fixiertem Bein (Standbein) verbunden sind (Fußball, Basketball, Squash, Tennis)

Ein anderer Mechanismus ist die forcierte Überstreckung des Kniegelenkes, wobei es meistens zu einer Zerreißung des vorderen Kreuzbandes alleine kommt.

Klinisch zeigt sich ein Gelenkserguss sowie eine Lockerung des Kniegelenkes, die durch verschiedene klinische Tests erfasst werden kann. Die Prüfung der Meniskusverletzung, die sonst klinisch zuverlässig gelingt ist in diesem Zustand äußerst schwierig, aber der Ausschluss einer derartigen Verletzung von großer Bedeutung.

Diagnostisch ist neben einer konventionellen Röntgenuntersuchung, eine Magnet- resonanz- Untersuchung des Kniegelenkes zu empfehlen. Weniger zur Diagnose der Kreuzbandverletzung, vielmehr zum Ausschluss von  Begleitverletzungen (des Meniskus, des Knorpels).

Mit der Zerstörung des Zentralpfeilers ist die harmonische Roll-Gleit-Bewegung gestört und der Knorpel des Kniegelenkes einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt - höhere Belastung bedeutet in so einem Fall eine frühe Abnützung mit Ausbildung einer Arthrose, früher als sie sonst vielleicht eingetreten wäre. Begleitende Verletzungen der Menisken und des Knorpels potenzieren das Risiko der Arthrose.

Abgesehen des Risikos der frühen Gelenksabnützung (Arthrose) spürt der Patient schmerzhafte Giving-way Attacken, die sich in einem plötzlich auslassenden Knie bemerkbar machen. Häufig klagen diese Patienten über schmerzhafte Schwellungen des Kniegelenks bei deutlicher Erschwerung des Bergab- oder Stiegenabwärtsgehens.

Therapeutisch ist in solchen Fällen zu einer Operation zu raten, gerade wenn das Gelenk nicht mehr stabil erscheint. Der Zeitpunkt wird heute 6-8 Wochen nach der Verletzung gewählt, weil es durch das Trauma zu einer unspezifischen Entzündungsreaktion im Knie kommt, die das Ergebnis der Operation verschlechtert. Zwischenzeitlich wird das betroffene Kniegelenk durch konservative Behandlung funktionell so gut wie möglich "auftrainiert".

Warten kann man aber nur bei Ausschluss von Begleitverletzungen; sind solche vorhanden sollte eine operative Behandlung der Begleitverletzungen und des vorderen Kreuzbandes so rasch wie möglich erfolgen.

Die Kreuzbandnaht bei frischem femoralem Abriss und bei tibialem knöchernem Ausriss ist weniger häufig. In diesen Fällen ist eine Akutversorgung angebracht. In der Regel handelt es sich jedoch um Zerreißungen im mittleren Bereich des LCA, die zwar nähbar sind, jedoch schlechte Ergebnisse bringen.