Anatomie des Meniskus

Der Meniskus ist eine halbmondförmige Knorpelscheibe, die zwischen Ober- und Unterschenkel gelagert ist, um Stöße im Sinne einer Stoßdämpfung aufzunehmen, was den Gelenkknorpel schützt. Überdies sorgt  der Meniskus auch für eine bessere Verteilung der "Gelenkschmiere".  

Arthroskopische Sicht auf die MenisciAngepasst an die kuppelartige Tibiagelenksfläche des lateralen Tibiaplateaus bildet der Aussenmeniskus einen 5/6 Kreis im Sinne einer C-Form. Durch die derart geformte tibiale Gelenksfläche ist eine höhere Beweglichkeit gefordert, die eine Verschiebung bis zu 11.8 mm zulässt. Von der Quantität her imponiert der laterale Meniskus auch deutlich voluminöser.

Der Innenmeniskus bildet einen Halbkreis und ist aufgrund der Muldenform der inneren Tibiagelenksfläche auch deutlich weniger voluminös. Die Fixierung des Meniskus ist straffer, die durchschnittliche Bewegungsfreiheit beträgt 5,1mm.

 

Querschnitt eines MeniskusMorphologisch unterscheidet man einerseits die Meniskusbasis, in unmittelbarere Verindung mit der Gelenkskapsel. Durch diese dringen Gefäße bis in das mittlere Drittel des Meniskus vor, währende der zentrale freie Rand gefäßfrei ist und durch die Synovia ernährt wird. Diese Tatsache hat die chirurgischen Therapiemöglichkeiten in der Meniskuschirurgie wesentlich verändert, dazu jedoch später. Andererseits die Intermediär-Zone und den schon erwähnten zentralen freien Rand.

 

Im Bindegewebe der Vorder- und Hinterhörner liegen zahlreiche sensible Nervenendigungen, die bei der Propriozeption des Kniegelenkes eine große Rolle spielen.

Struktur des MeniskusDer Knorpel des Kniegelenkes ist ein wesentlicher Faktor für die gesamte Kniegelenksfunktion. Ist der Knorpel  verbraucht ( sei es durch Abnützung, sei es durch einen Knorpelbruch bei einer Verletzung) kommt es zur sogenannten Arthrose. Der Meniskus hat hierbei eine wesentliche Schutzfunktion des Knorpels, da er einerseits Gelenksunregelmäßigkeiten ausfüllt und   als Stoßdämpfer wirkt, andererseits gibt er dem Knie zusammen mit den Kreuzbändern die wesentliche Stabilität.

Ein zerrissener Meniskus zerstört, wenn er längere Zeit besteht, den Knorpel und führt daher zu einer Arthrose des Kniegelenkes

 

 

 

 

 

  Anordnung der Faserzüge

Vom Meniskusgewebe müssen sowohl Zug- als auch Druckbelastungen aufgenommen werden, dementsprechend befinden sich bei Blick durch das Mikroskop im peripheren Bereich grobe Kollagenfaserbündel zirkulär-parallel angeordnet, während sie im inneren Bereich vor allem radiär ausgerichtet sind. In der Peripherie, das heißt zur Meniskusbasis hin, befinden sich verstreut Chondrone (Knorpelzellen) in die Faserbündel eingelagert.

 

In allen Bereichen sind elastische Fasern zu finden, die  kollagenen Fasern netzartig umspinnen. Diese bewirken zusammen mit der Form des Meniskus eine Funktion als "Stoßdämpfer" des Kniegelenkes.

 

Kunsstoffmodell eines MeniskusDie funktionelle Bedeutung ist in MRT-Videosequenzen genau untersucht worden und zeigte die Mitbewegung der Menisken bei Bewegungen des Kniegelenkes. Die meniscotibialen Bandverbindungen sind hierbei ein wesentlicher Stabilitätsfaktor und Garant für das "Überleben " der Menisken. Sind diese Bandverbindungen fest, ist die Stoßdämpfer- und Bremsfunktion gut, und viel wesentlicher ohne Schaden für den Meniskus, gewährleistet, kommt es aber zu einer Lockerung dieser Strukturen, degenerativ oder traumatisch, kommt es zu einer Zermürbung des Meniskus mit konsekutivem Meniskusschaden. Dieser entsteht dann akut oder aber auch chronisch, indem sich oberflächliche Risse weiter zu kompletten, durchgehenden Rissen entwickeln.