Meniskus-Verletzungen

Diagnose - Allgemeines und Symptome

Die Menisken sind halbmondförmige Knorpelscheiben, die zwischen Ober- und Unterschenkel gelagert sind, um so Stöße im Sinne einer Stoßdämpfung aufnehmen zu können, was den Gelenkknorpel schützt. Überdies sorgen die Menisken auch für eine bessere Verteilung der "Gelenkschmiere". Bei den Menisken kann man akute, durch große Krafteinwirkung verursachte Schäden von degenerativen, also "verschleißbedingten" Schäden trennen. Als akute Verletzungsursache kann auch wieder ein Kniegelenkverdrehtrauma z.B. beim Skifahren oder anderen Sportarten dienen, ähnlich den Verletzungsarten des vorderen Kreuzbandes. Ein völlig unbeschädigter und unverbrauchter Meniskus gleicht in der Konsistenz einem Gummibärchen. Er hat eine ganz glatte Oberfläche und ist milchig trüb. Wenn man das Gummibärchen nun immer wieder knetet und auseinanderzieht, wird man kleinste Risse in der Oberfläche bemerken, die sich später auch im Inneren zeigen werden. Sind genügend kleine Risse vorhanden, reicht eine relativ geringe Kraft, um das Gummibärchen so zu verdrehen, dass sich die kleinen Risse zu einem großen verbinden. Dann ist das Gummibärchen und der Meniskus reif für eine Operation. Bei Meniskusrissen entstehen oft frei flottierende Teile im Gelenk, die ihrerseits den sehr empfindlichen Gelenkknorpel schädigen können, schlimmstenfalls über längere Zeiträume auch zu einer Arthrose führen. Im akuten Fall zeichnet sich der Meniskusriss durch einen intensiven Gelenkschmerz aus, das Gelenk ist in den endgradigen Abschnitten nicht frei beweglich und kann sogar blockieren. Der Schmerz lässt sich bei einem Meniskusriss in den meisten Fällen sehr gut lokalisieren, und zwar im Bereich des sogenannten Gelenkspalts.  

 Das MRT-Bild zeigt einen Horizontal-/Schräg-Riss im Hinterhorn des Innenmeniskus mit Synovitis/Erguss. Ein gesunder Meniskus zeichnet sich durch ein durchweg schwarzes Dreieck aus. Hier sieht man ein schwarzes Dreieck mit einer deutlichen hellen Linie, man sieht sie an den Spitzen der vier weißen Pfeile.

 

Auf dem unteren Bild sehen Sie einen Innenmeniskus des linken Knies, der durch einen Unfall längs gerissen ist. Die Risslinie verläuft parallel zur Gelenkkapsel und ist im vorderen Anteil mit gelben Punkten eingezeichnet.

Ein Schaden am zur Gelenkmitte gelegenen Rand des Meniskus, bei dem ein Teil des Meniskus wie herausgebissen erscheint (blaue Linie) lässt sich nicht mehr reparieren. Hierbei kann man nur noch die Ränder glätten.

 

Arten von Meniskusrissen

Der Meniskusriss kann auf traumatischer Grundlage oder auf Grund von degenerativen Veränderungen entstehen. Im ersten Fall ist in vielen Fällen eine zusätzliche Verletzung des Kniegelenkes, wie Bandverletzungen und Knorpelschäden, zu befürchten.

 

Behandlung von Meniskusverletzungen  

Es ist anzustreben so viel wie möglich gesundes Meniskusgewebe zu erhalten. Die Sanierung des Meniskusschadens ist möglichst bald anzustreben und besteht meistens in der Begradigung bestehender Risse oder bei bestimmten Rissformen in der Naht des Meniskus

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten gerissene Menisken zu behandeln: Geeignete Risse kann man per Naht oder speziellen Stiften und/oder Schrauben reparieren, in andern Fällen muss das abgerissene Stück entfernt werden, vor allem wenn sich der Riss in der nichtdurchbluteten Zone des Meniskus befindet. Selbstverständlich wird der Meniskusreparatur, wann immer möglich, der Vorzug gegeben. Durch den Gebrauch des Holmium-YAG-Laser konnte die Genesungszeit nach Meniskusoperationen wesentlich beschleunigt werden, natürlich nur bei Teilentfernungen. Selbstverständlich wird bei einer Teilentfernung der Meniskus insgesamt etwas kleiner, gegenüber dem Belassen des störenden Teils stellt dies jedoch das eindeutig kleinere Übel dar, vor allem was die Arthroseprophylaxe angeht.

 
Neue Möglichkeiten zum Reparieren von Rissen
Neben den bereits erwähnten Meniskusnähten und Klammern wurden in letzter Zeit zahlreiche neue technische Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Meniskusrissen entwickelt. Zwei der jüngsten Entwicklungen sind der sogenannte Doppelpfeil, wobei eine Naht die beiden Pfeile verbindet (Abbildung A) und eine spezielle Meniskusschraube, deren Gewinde so gestaltet ist, dass die zusammengeschraubten Meniskusteile aufeinander gepresst werden (Abbildung B).

                                   


 

Meniskustransplantationen
Bei jüngeren Patienten, besonders wenn noch keine durch Arthrose bedingte Abnutzung oder Rissschaden vorliegt, kann die Verpflanzung eines Spendermeniskus von einer speziellen Gewebebank in Erwägung gezogen werden. In den USA sind derartige Spendermenisken vor allem von der Firma Cryolife erhältlich, in Europa von einer Tochtergesellschaft, der Eurotransplant in den Niederlanden. Diese (menschlichen) Ersatzgewebe sind unter der Bezeichnung "Allografts" bekannt. Sie können mit Hilfe einer minimalinvasiven arthroskopischen Technik eingepflanzt werden, und die bisher erzielten Ergebnisse sind sehr
ermutigend. Der transplantierte Meniskus wird mit anhängenden Knochenstiften versenkt und die Peripherie mit arthroskopisch gesetzten Meniskusnähten fixiert (Abbildung C). Die Gefahr einer Krankheitsübertragung ist gering. Sofern der verpflanzte Meniskus vom Körper des Patienten in den ersten Jahren nicht abgestoßen wird, hat das Knie wesentlich bessere Aussichten, eine Arthroseentstehung zu vermeiden.

Das Collagen Meniskus Implantat (CMI)
eine neue Behandlung zur Erneuerung von verlorenem Meniskusgewebe

Bezüglich eines jüngsten Presseartikels der Sulzer Medica, ist das Collagen Meniskus Implantat (CMI) das erste Produkt seiner Art zur Regeneration von Meniskusteilen, welche sich als Ergebnis einer Entartung abgetrennt haben oder durch einen chirurgischen Eingriff nach einer Verletzung entfernt wurden.

Was ist das Collagen Meniskus Implantat (CMI)?
Das CMI ist eine "schwamm-ähnliche" Struktur, welche aus hoch gereinigtem Collagen besteht (Abbildung D). Diese wird als Ersatz für das geschädigte oder chirurgisch entfernte Meniskusgewebe arthroskopisch eingepflanzt. Die poröse Struktur des CMI dient als "Gerüst" für körpereigene Zellen, was wiederum zur Bildung von neuem Meniskusgewebe führt. Die Patienten können schon sieben bis acht Wochen nach der Operation ihr Knie vollständig belasten. Bis heute wurde das CMI weltweit in über 200 Patienten eingepflanzt. Dank der guten Ergebnisse in den europäischen Versuchskliniken, erhielt das CMI im Februar 2000 seine offizielle Anerkennung (das "CE Kennzeichen").

Design Kriterien des CMI
Das für das Collagen Meniskus Implantat verwendete Material muss sechs Kriterien erfüllen: 1.) es ist bioverträglich und "bio-wiederaufnehmbar"; 2.) seine physische Form ist der eines menschlichen Meniskus ähnlich oder kann intra-operativ zu der gewünschten Form des defekten Meniskus geformt werden; 3.) es hat eine poröse Struktur, um das Zellenwachstum zu erleichtern; 4.) es hat eine anfängliche mechanische Stärke, geeignet für chirurgische Implantationen; 5.) es ist durchlässig für Makromoleküle zur Nährstoffversorgung; 6) es hat eine anfängliche Stabilität um als Schablone zu funktionieren.

Klinische Studien
In einer in 1993 begonnenen anfänglich "menschlichen" Studie wurde herausgefunden, dass das Collagen Gerüst innerhalb einer dreijährigen Periode einpflanzbar und sicher ist. Histologisch hat es die Geweberegeneration von unterschiedlich großen Meniskusdefekten unterstützt. Keine nachteiligen immunologischen Reaktionen wurden während aufeinanderfolgender serologischer Teste festgestellt. Auf den zweiten Blick offenbaren grobe und histologische Berechnungen, dass bei einer Arthroskopie (entweder drei oder sechs Monate nach der Implantation durchgeführt) das Implantat durch neu geformtes Gewebe ersetzt wird, und zwar so wie es "wiederaufgenommen" wurde. Nach 36 Monaten berichteten die Patienten eine Verminderung der Symptome und sind zu physikalischen Aktivitäten zurückgekehrt, wie vor der Verletzung. Die Kernspintomographie demonstriert eine bemerkenswerte fortschrittliche Entwicklung des neu entstandenen Meniskusgewebe nach drei, sechs, zwölf und 36 Monaten. Diese Befunde weisen darauf hin, dass das Collagengerüst die Regeneration von meniskusähnlichem Gewebe unterstützt. 1997 wurde eine zweite Möglichkeitsstudie durchgeführt, noch bevor "multi-center" Versuche in mehreren Zentren in Europa und den USA begannen. Bis heute gilt das CMI für über sieben Jahre als sicher (basiert auf das erreichbare Ergebnis) und keine Nebeneffekte bezüglich des Collagengerüstmaterials wurden festgestellt.
 







CMI Bilder von Sulzer Medica.

 

Wie lange werde ich arbeitsunfähig sein?

Wenn der Meniskus genäht werden kann, sollten Sie etwa zwei bis drei Wochen zu Hause bleiben, weil Sie während dieser Zeit Krücken benutzen müssen. Patienten, die schwere körperliche Arbeit verrichten, müssen in solchen Fällen sogar sechs bis acht Wochen der Arbeit fern bleiben. Wenn allerdings nur eine Teilentfernung vorgenommen wurde, können Büroarbeiter ohne weiteres nach einer Wochen zur Arbeit zurückkehren, bei körperlicher Arbeit verlängert sich dies auf etwa zwei bis drei Wochen. Je nach Zustand des Gelenkknorpels werden etwa eine bis sechs Wochen vergehen, bis Sie sich wirklich "normal" im Kniegelenk fühlen.

Wie sieht es mit der Rückkehr zum Sport aus?

Wenn der Meniskusriss früh entdeckt wird, d.h. bevor es zu Beschädigungen der Knorpeloberflächen gekommen ist, können Sie damit rechnen, in unbegrenztem Umfang Sport treiben zu können. Selbstverständlich muss die oben erwähnte Genesungszeit von etwa vier bis sechs Wochen vor der Sportaufnahme eingehalten werden. Sollten bereits Knorpelschäden bestehen, richtet sich die Zeit bis zur Wiederaufnahme der Sporttätigkeit nicht nach der Meniskusschädigung sondern nach den Heilungschancen der Knorpelschäden und es kann sein, dass hinsichtlich der Sportausübung auf hohem Niveau gewisse Einschränkungen gemacht werden müssen.