Was ist eine RTF?
RTF bedeutet Rad-Touristik-Fahrt. Es hat also was mit Radfahren zu tun. Der BDR (Bund deutscher
Radfahrer (DFB für Radler)) hat vor mehreren Jahren das Radtouristikfahren ins Leben gerufen
(Den genauen Vorgang/Zeitpunkt kenne ich nicht, da war ich noch zu jung). Es sollte eine
Veranstaltungsserie für Rennradler werden, die keine Lust auf Rennen hatten. Der Zweck ist also nicht,
möglichst schneller als andere Radfahrer eine Strecke zurückzulegen, sondern, gemeinsam mit anderen
Radlern die Landschaft genießend, eine schöne Tour zu fahren.
Das ganze ist weniger auf Leistung als auf entspanntes Fahren ausgelegt. Deshalb gibt es auch keine
Zeitmessung. Der Start ist offen für alle, die sich zutrauen, eine der angebotenen Strecken zurückzulegen.
Die Strecke wird dann mit dem Rad bewältigt. Der (Auto-)Verkehr ist nicht gesperrt, so daß man sich,
wie auch bei privaten Fahrten, mit den anderen Verkehrsteilnehmer arrangieren muß. Auf der Strecke
sind Kontrollstellen verteilt, um sicherzustellen, daß man auch die richtige Strecke gefahren ist.
Meistens gibt es bei ihnen auch etwas zu Essen und zu Trinken. Zurück am Start/Ziel kann man oft eine
Auszeichnung bekommen, die die Kilometer bescheinigt. Den meisten RTF-Fahrern genügen aber die Punkte für die Jahreswertung.
Was hat das mit der Jahreswertung auf sich?
Um doch ein Anreiz zu geben, RTF's zu fahren, hat sich der BDR eine Jahreswertung einfallen lassen. Für die gefahrene Strecke gibt es Punkte (1 für 40, 2 für 70, 3 für 110, und 4 für 150 Kilometer). Diese Punkte werden über das Jahr gesammelt. Hat man mehr als 25 (Frauen 20) Punkte, dann erhält man als Auszeichnung eine Medaille vom BDR. Außerdem gibt es noch Landes-, Bezirks und Vereinsmeister. Doch dazu muß man schon sehr intensiv fahren (200 Punkte und mehr), so daß, normal arbeitende Leute kaum Chancen darauf haben. Aber man kann sich auch persönlich für das Jahr ein Ziel setzen und versuchen die Punkte zu bekommen. Um Punkte sammeln zu können, muß man in einen Radsportverein sein. Dort meldet man sich für RTF-Fahren an und bekommt eine Wertungskarte, die für das ganze Jahr gültig ist. Auch bekommt man eine Rückennummer, die man dann bei RTF's tragen muß. Die Wertungskarte wird bei der RTF-Anmeldung mit abgegeben, man erhält sie nach der RTF zurück. Dort werden auch die gefahrenen Punkte eingetragen.
Wie sieht eine typische RTF aus?
Da eine RTF kein Rennen ist, ist auch ihr Start anders organisiert. Man kann meistens in einem Zeitraum von 2 Stunden starten. Man kommt also innerhalb der Startzeit zum Startort, meldet sich an und fährt in aller Ruhe los. Die meisten RTF's finden an Sporthallen statt. Mit dem Auto anreisende Radler müssen sich einen Parkplatz suchen und ihr Rad aufbauen. Dann kann man sich anmelden. Meistens muß man sich nicht vorher anmelden, sondern direkt am Start. Man füllt die Anmeldekarte aus, zahlt sein Startgeld (5 bis 10 DM) und erhält die Streckenkarte. Auf ihr ist die Strecke beschrieben. Meist in Form von der Liste der Ortschaften, die durchfahren werden müssen. Manchmal ist auch eine kleine Karte dabei. Auf der Streckenkarte wird auch an den Kontrollstellen vermerkt, daß man da war. Weiterhin erhält jeder Teilnehmer eine Startnummer, die an das Trikot zu befestigen ist. Jetzt kann man losfahren. Ich empfehle noch, den Reifendruck zu kontrollieren, sowie eine Wasserflasche und Flickzeug mitzunehmen.
Die veranstaltenden Vereine schildern die Strecke aus, das heißt, sie hängen kleine Pfeile unter normale Verkehrszeichen. An diesen kleinen Pfeilen kann man sich recht gut orientieren, es sei denn, Spaßvögel haben sie umgedreht oder man braust Kopf runter vorbei. Im Zweifelsfall hat man dann noch die Streckenkarte. An gewissen Punkten erfolgen durch weitere Schilder die
Streckenteilungen. Spätestens hier muß man wissen, wie gut man drauf ist und wieviel Kilometer man fahren möchte. Man wählt die passende Strecke und radelt weiter. Irgendwann errreicht man dann die Kontrollstellen. Hier wird die Streckenkarte abgestempelt und man kann etwas essen oder
trinken (meistens Tee und Obst). Auch kann man sich Zeit für ein Schwätzchen mit den Streckenposten oder anderen anwesenden Radlern nehmen.
Ist man wieder gestärkt, fährt man dann weiter und erreicht (eventuell nach mehreren Kontrollstellen) das Ziel. Dort gibt es für die abgestempelte Streckenkarte eine Auszeichnung oder die Punkte für die Jahreswertung.
Es gibt noch andere Formen der RTF: geschlossener Verband oder Mehretappenfahrt. Diese werden jedoch selten angeboten, so daß ich sie hier nicht beschreibe.
Was muß ich tun, um daran teilzunehmen
Mit dem Rad in der Startzeit am Start sein. Das ist alles.
Wenn Sie an der Jahreswertung teilnehmen wollen, melden Sie sich beim nächsten Radsportverein an.
Ein paar nützliche Tips
Nehmen Sie etwas zu trinken mit.
Fahren Sie nur die Streckenlänge, die Sie momentan auch im Training fahren. Traut man sich zuviel
zu, dann kann der Spaß schnell in Frust umschlagen.
Es gibt immer RTF-Fahrer, die ihr Privatrennen daraus machen. Halten Sie sich da raus.
Fahren Sie Ihr eigenes Tempo. Ist die Gruppe, in der Sie mitfahren, zu schnell, dann lassen Sie s
ich ruhig zurückfallen.
Radwege müssen benutzt werden, aber nach dem neuesten Radwegesetz nicht alle. Fahren Sie so,
daß es am sichersten für Sie ist. (Manchmal ist die Straße sicherer!).
Nehmen Sie einen Ersatzschlauch mit. Flicken ist Zuhause einfacher.
Gruppenfahren macht Spaß. Allerdings sollte man es gewohnt sein (Führungswechsel und
Handzeichen). Sind Sie das nicht gewohnt, dann meiden Sie Gruppen. Die Unfallgefahr ist zu hoch!
Die Veranstalter sind auch nur Hobbyisten und machen die RTF freiwillig. Falls die Organisation
Mängel hat, dann äußern Sie diese (dann kann der Veranstalter es nächstes Mal besser machen).
Bleiben Sie aber sachlich und freundlich. Genauso erfreut Lob jeden Veranstalter.