Digitalisierung des ICE Br. 401
Allgemeines
Der ICE läuft bei mir wie beim Vorbild mit 10 Mittelwagen. Dadurch
kommt eine ordentliche Zuglast zustande, sodass das Anfahren bei der auf
hohe Endgeschwindigkeit ausgelegten ziemlich direkten Getriebeuntersetzung
nicht gerade einfach ist.
Erste Versuche mit einem N020 waren allein aus diesem Grunde nicht sehr
zufriedenstellend. Daraufhin wurde als Fahrdecoder im motorisierten Triebkopf
ein LE010XF von Lenz eingebaut.
Dank seiner Lastregelung gelingen Anfahr- und Bremsvorgänge nun etwas
harmonischer, aber so ganz richtig zufrieden bin ich noch nicht.
Im nicht motorisierten Triebkopf bringt ein Tillig TE 1 die Beleuchtung
in Aktion. Ist zwar mächtig viel Holz, nur um zwei LED's zu steuern,
aber das richtige Licht sollte schon an beiden Enden des Zuges leuchten
!
Vorbereitungen
Tillig liefert den ICE mit einseitiger Stromabnahme in beiden "Triebköpfen"
aus, damit im echten Wendezugbetrieb auf der in Fahrtrichtung jeweils rechten
Schiene eingebaute signalabhängige Zugbeeinflussungen auf das Fahrzeug
wirken. Dadurch ist allerdings die Stromabnahmebasis nicht gerade sehr
gross, zumal der motorisierte Triebkopf auch noch Haftreifen besitzt.
Da sich Stromzuführungsunterbrechungen im Digitalbetrieb viel deutlicher
auf das Fahrverhalten der Fahrzeuge auswirken, kann es hierbei zu Problemen
und ruckhaftem Fahren kommen. Ausserdem habe ich bei Fahrversuchen auf
unserer grossen Modulanlage mit mehreren Boosterbezirken beobachtet, dass
es durch die einseitige Stromabnahme zu Kurzschlussverhalten der Booster
kommt, wenn der Zug bedingt durch seine Länge (ca. 2,6 Meter)
relativ lange zwei Boosterbezirke einseitig kurzschliesst und deshalb über
einen längeren Zeitraum von mehreren Sekunden Ausgleichströme
fliessen.
Deshalb wurde die Stromabnahme umgebaut, d.h. beide Triebköpfe
wurden mit voller Stromabnahme von allen Rädern ausgerüstet.
Dazu werden benötigt:
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2x Stromabnahmefedern links vollständig Nr. 20265
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2x Stromabnahmefedern rechts Nr. 20264
Dadurch verhält sich der motorisierte Triebkopf wie eine Lokomotive
und kann eigenständig über die Anlage bewegt werden.Das automatische
Anhalten vor Blocksignalen mit konventioneller Zugbeeinflussung ist damit
allerdings nicht mehr möglich, aber das ist für mich nicht von
Bedeutung.
Das Umbauen der Drehgestelle (die dazu auseinandergenommen werden müssen)
ist allerdings eine knifflige Angelegenheit und nichts für schwache
Nerven !
Achtung Kurzschliuss-Falle: ist keine stromübertagende
Kupplung eingesteckt, berühren sich die beiden Kupferbleche in der
Kupplungsaufnahme, Folge: Kurzschluss !!! Das gilt ebenso für aufgegleiste
Wagen ! Deshalb: ICE beim Aufgleisen immer auf einem spannungslosen Gleisabschnitt
aufgleisen und zusammenbauen !
Ausserdem wurde mein ICE mit den (zuerst eingesetzten) kürzeren
Kupplungen (die haben einen kleineren Lochabstand, die später bis
jetzt produzierten Kupplungen haben einen etwas erweiterten Lochabstand)
ausgerüstet. Dadurch durchfährt er zwar keine 396er Radien, aber
die Wagen sitzen schön sicht aneinander (Faltenbalg an Faltenbalg)
und das Ganze sieht bei Radius 2000 mm richtig gut aus !!!
Digitaldecoder-Einbau
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im motorisierten Triebkopf wurde die Analog-Platinenecke herausgebrochen
und der LE010XF mit kurzen Kabeln angelötet sowie anschliessend zwischen
Hauptplatine und Getriebeblock des ersten Drehgestells mit Isolierband
befestigt
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im nicht motorisierten Triebkopf wurde die TE 1 Platine entgegengesetzt
zur vorgesehenen (und von Tillig empfohlenen) Einbaurichtung eingelötet.
Dadurch spart man das umständliche Umprogrammieren des Decoders mit
Umsetzen des Richtungsbits, wie Tillig es in seiner Digitalbroschüre
beschreibt.
Hier wird der ganze Zug in einerm Ritt programmiert und fertig !
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es empfiehlt sich, einen relativ hohen Wert für Anfahr- und Bremsbeschleunigung
einzuprogrammieren - speziell für Roco Lokmaus 2 - Fahrer ( der Regler
ist bei weitem nicht so sensibel wie der von den Lenz Geräten bzw.
dem Compact Fahrpult.
© 26.02.2002, Chemnitz, Steffen Engewald