Kindergarten:
Tagesablauf
Der Tagesablauf im Kindergarten gliedert sich in Freispiel, das ca. 40-50% der
Zeit einnimmt und gezielte Beschäftigung und gelenktes Tun, ca. 25-30%. Die
verbleibende Zeit ist in der Regel dem Frühstück, Händewaschen, Zähneputzen,
Anziehen, gemeinsamen Singen u.a. vorbehalten.
Die kindliche Spontaneität und Eigeninitiative wird in der Gesamtplanung
berücksichtigt.
Die Kinder sollen die Erzieherin persönlich begrüßen und sich von ihr
verabschieden (Beginn und Ende der Aufsichtspflicht).
Bei Krankheit oder Urlaub
der Kinder wird darum gebeten, bis 9 Uhr fernmündlich Bescheid zu geben.
Ab 7.00 Uhr können die Kinder von berufstätigen Eltern am Frühdienst
teilnehmen. Für die meisten Kinder ist um 8.00 Uhr Kindergartenbeginn.
Zuerst haben die Kinder Gelegenheit, selbst aktiv und kreativ zu werden.
Die Bau-, Puppen- und Bücherecke, verschiedene Materialien wie z.B. Bunt-,
Aquarell-, Wachsmal- und Filzstifte, Tusche, Knete, Wolle, Tonpapier, Klebe,
Naturmaterialien usw., Verkleidungskiste, Puzzle und Gesellschaftsspiele,
Musikinstrumente (Triangel, Rasseln, Xylophon, Glockenspiel, Tamburin,
Schellenringe und eine Gitarre) stehen den Kindern frei zur Verfügung.
Die Kinder räumen nach dem Spielen das verwendete Material/Spiel selbstständig
auf. Dadurch erlernen sie die Wertschätzung von Gegenständen und die
Verantwortung gegenüber benutzten Dingen.
Neben dem Freispiel werden den Kindern Beschäftigungen angeboten.
Eine traditionelle Teilung von Freispiel und Beschäftigung gibt es nicht. Die
Kinder können noch nicht fertiggestellte "Arbeiten" beenden oder neue Angebote/
Ideen beginnen.
Zur morgendlichen Begrüßung der Kinder steht jemand aus dem Kindergartenteam im
"gelben" Gruppenraum zur Verfügung. Im "blauen" Gruppenraum (Essraum) werden von
den Erziehern in der "Aktivitäts- und Kreativitätsecke" verschiedene Angebote
gemacht.

Dieses können begonnene Projekte z.B. Collagen, das Malen einer Winterlandschaft
mit Fingermalfarben oder ein Pappmasche sein. Dies können Gemeinschafts- oder
Einzelarbeiten sein.
Mit Offenheit werden diese Beschäftigungen zusammen mit den Kindern geplant.
Dabei wird darauf geachtet, dass die Angebote differenziert angeboten werden.
Bei den 3jährigen gilt es, z.B. auf die richtige Handhabung des Stiftes und der
Schere zu achten. Dafür werden Malmäuse bzw. Dreieckstifte, Helfer- und
Linkshänderscheren bereitgehalten. Aber auch das 5jährige Kind, welches
normalerweise nicht gerne malt, sollte bei dem Angebot dazu motiviert werden,
Freude am Malen zu bekommen.
Den Kindern wird der Umgang mit verschiedenen Materialien, wie z.B. mit Stoffen,
Watte, Salzteig, Naturmaterialien aller Arten, Schachteln, Pappe, Kleister,
Alltagsmaterialien, Fingermalfarben, Werkzeug, Schere, Prickelstiften, Nadel und
Faden, Steckperlen, gezeigt, aber auch verschiedene Farb- und Lockerungstechniken
mit Strohhalm und Murmeln, Sieb und Zahnbürste etc.
Die Freude der Kinder, etwas Eigenes zu schaffen, soll geweckt werden.
Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen werden hier gestärkt und vermittelt.
Oftmals reicht es schon aus, die Materialien von den Kindern mitbringen zu
lassen oder mit ihnen zu sammeln, um sie zur Aktivität zu bewegen.
Soziales und instrumentales Lernen werden in allen Aktivitäten miteinander
verbunden.
Die Bücherecke bietet den Kindern die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, sich
auszuruhen oder Bilderbücher zu betrachten. Situationsbedingt setzt sich einer
der Erzieher dazu, um ein Wunschbuch vorzulesen.
Rollendes Frühstück
Bei den "Stoppelhopsern" gibt es das "Rollende Frühstück".
Ab 9.00 Uhr können sechs Kinder mit dem Frühstück beginnen. Vorher waschen sich
die Kinder die Hände.
Die Kinder bedienen sich selbst an dem vorbereiteten Frühstückstisch.
Es werden immer drei Getränke angeboten z.B. Milch oder Kakao, Tee sowie
Selter, Apfel-/Orangensaft (ohne Zuckerzusatz). Die Frischmilch wird zweimal
wöchentlich (in Pfandflaschen) von einem Bioland Bauernhof geliefert. Der
Früchte- oder Hagebuttentee wird morgens frisch aufgebrüht.
Wer mit dem Frühstück fertig ist, bringt sein Geschirr selbst zurück und
informiert die noch spielenden Kinder meistens mit dem Satz : "Ein Platz ist
frei", dass ein Platz am Frühstückstisch frei geworden ist. Anschließend bringen
die Kinder ihre Tasche und Brotdose zurück an die Garderobe und gehen zum
Zähneputzen in den Waschraum. (Die Zahncreme wird in der Regel vor dem
Frühstücken von einer Erzieherin auf die Zahnbürsten verteilt.) So setzt sich
das Frühstück fort bis alle Kinder gegessen haben. Während des Essens wird auf
Tischsitten geachtet, Gespräche sind erwünscht. Auch Lieder (den Jahreszeiten
entsprechend), Fingerspiele oder Tischsprüche werden gemeinsam gesungen bzw.
aufgesagt, wie zum Beispiel "Morgens früh um sechs..."usw. "Summselbienchen
kleine Spatzen, hört kurz auf mit eurem Schwatzen,... fasst euch an, ....habt
euch lieb und sagt: Guten Appetit!... Danke gleichfalls!"
Vorteile des rollendens Frühstücks
- Jeder isst, wenn er Hunger hat.
- Die Kinder müssen nicht sitzen bleiben bis auch das letzte Kind mit dem
Essen fertig ist.
- Die Kinder werden nicht aus dem Spiel gerissen.
- Freunde können zusammensitzen.
- Die Kinder können sich die Zeit selbst einteilen.
- Angefangene Spiele können vor dem Frühstück beendet werden.
- Die Erzieher haben die Möglichkeit, mit jedem Kind ins Gespräch zu
kommen.
In der Weihnachtszeit, am Schlemmertag und an den Geburtstagen der Kinder findet
ein gemeinsames Frühstück statt.
Die Kinder sollten möglichst ein gesundes Frühstück mitbringen, d.h. keine
Milchschnitte oder Schokoriegel, stattdessen Brot, Brötchen, Obst, Rohkost,
Joghurt, Müsli, Cornflakes usw.
Nach dem Frühstück putzen sich die Kinder ihre Zähne. Das Kindergartenteam macht
die Kinder darauf aufmerksam, wie wichtig saubere und gepflegte Zähne sind.
Je nach Wetter und Jahreszeit dürfen die Kinder jederzeit ins Außengelände,
jedoch maximal nur fünf Kinder gleichzeitig ohne Aufsichtsperson. Bei hohem
Bewegungsdrang der Kinder geht mindestens ein(e) Erzieher(in) mit nach draußen,
(je nach Situation), sodass es den Kindern fast jederzeit frei steht, drinnen
oder draußen zu spielen. Tägliches Austoben und Bewegen an der frischen Luft,
gehören zu einem festen Bestandteil unseres Konzeptes. Laufen, hüpfen, klettern,
balancieren usw. sind wichtige Tätigkeiten, die grobmotorisch für die gesunde
Entwicklung des Kindes wichtig sind.
Auf Spaziergängen können die Kinder unter anderem viele Naturbeobachtungen machen,
z.B. Tierspuren und kleine Tiere wie Schnecken, Käfer, Spinnen entdecken,
Naturmaterialien wie z.B. Kastanien, Eicheln, Tannenzapfen oder bunte Blätter
sammeln und verarbeiten.
Unser Kinder-"Garten"
Im Frühjahr legen wir zusammen mit den Kindern ein Gemüsebeet an, in dem die
Kinder den Wachstumsprozess, z.B. von Erdbeeren, Blumen, Frühkartoffeln, Kohlrabi,
Salat, Karotten, Radieschen usw. verfolgen können. Aus dem Selbstgeernteten wird
dann eine gemeinsame Mahlzeit zubereitet. Wie von selbst ergibt sich daraus auch
ein Projekt, z.B. eine Kartoffelwoche, in der mit und aus Kartoffeln gekocht und
gebastelt wird, z.B. Kartoffelpuppen, -druck.
Ein 80jähriger Apfelbaum versorgt uns im Herbst mit seinen Früchten. An einem
"Schlemmertag" kochen wir daraus Apfelmus, der Rest wird in die Mosterei
gebracht. Auch Johannisbeersträucher, Rhabarber und Himbeerpflanzen wachsen im
Außengelände des Kindergartens. Die Kinder lernen säen, Unkraut jäten, gießen,
mit Gründüngung den Boden auf natürliche Weise zu verbessern und natürlich das
Ernten.
Diese Beispiele sollen deutlich machen, dass wir bestrebt sind, dem natürlichen
Nachahmungstrieb der Kinder genügend Raum und Gelegenheit zu geben, indem wir
sie in die alltäglichen Dinge des Lebens mit einbeziehen, sie ernst nehmen und
sie dadurch in ihrem Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärken.
Die Abholzeit
Ab 11.30 Uhr räumen wir gemeinsam auf. Der Kindergartentag endet mit einem
Abschlusskreis, entweder im Differenzierungsraum oder im Außengelände.
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