Jung 3239 / 1921 wurde als Denkmallok bei der Firma Schimmler aufgestellt (22.03.99)
Im Jahre 1884 siedelte sich in Blumenthal ( damals noch nicht zur Stadt Bremen gehörend ) ein erster größerer Industriebetrieb an: die Bremer Wollkämmerei, kurz " BWK ". Da vor Ort keine Eisenbahn bestand, behalf man sich mit einer Pferdebahn, die in erster Linie Baumwollballen zwischen dem Staatsbahnhof Vegesack und der Fabrik in Blumenthal beförderte. Da ein solcher Betrieb jedoch sehr kostspielig ist, konnte es sich hierbei nur um eine Übergangslösung handeln, so daß sich die " BWK " für den Bau einer vollspurigen Güterbahn nach Blumenthal einsetzte. So kam es zur Gründung der " Farge-Vegesacker Eisenbahn AG " , kurz FVE, seit 1888 besteht ein Gleisanschluß vom Bahnhof Blumenthal zur BWK. Bis 1903 war die Bremer Wollkämmerei einziger Anschlußkunde der neu gegründeten FVE, bevor weitere Anschließer für mehr Tonnage auf der Strecke der FVE sorgten. Im Jahre 1910 beschaffte die BWK ihre erste Werklok, gut 11 Jahre später wurde noch eine Lok beschafft. Insgesamt wurden zwei Fabrikneue Dampfspeicherloks angeschafft, die auf dem umfangreichen Werksgelände und auf dem Übergabegabegleis zur FVE außerhalb des Werksgeländes viel zu rangieren hatten.
Bei der BWK durchläuft die Rohwolle ihre ersten Verarbeitungsstufen. In den Produktionsanlagen wird die vom Schaf geschorene Wolle gewaschen, gekämmt und in eine Bandform gebracht, den so ganannten Kammzug. Nachdem der Rohstoff diese ersten Verarbeitungsstufen durchlaufen hat, verarbeiten Spinnereien das Halbfabrikat weiter zu Kammgarnen. Aus diesem wiederum entstehen Kleidungsstücke. Die BWK bezieht den Rohstoff Schafwolle aus Australien, dieser wird per Bahn angeliefert.
Seit März 1994 gehört der Einsatz von Dampfspeicherlokomotiven auf der Werkbahn der BWK der Vergangenheit an. Die beiden Loks wurden 1996 durch die BWK verkauft worden. Lok 1 wurde an die Baumwollspinnerei Gronau ( Westfalen ) verkauft. Lok 2 ging an die Fa. Schimmler ( Speditionsbetrieb ) nach Bremen, 1997 wurde sie als Denkmal auf dem Werksgelände in der Kap-Horn-Straße aufgestellt. Die Lok 2 erhielt noch im Dezember 1993 eine HU durch die Teutoburger-Wald Eisenbahn in Lengerich. Ein ursprünglich angedachter Einsatz von Dampfspeicherlokomotiven aus Meiniger bzw. Babelsberger Produktion wurde auf Grund des Gewichtes und der Größe dieser Loks wieder verworfen. Heute wird der Anschluß der BWK nur noch dreimal wöchentlich von der FVE bedient.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Borsig | 7595 / 1910 | B-fl | . | Neulieferung, 1996 als Denkmal an Baumwollspinnerei Gronau |
| 2 | Jung | 3239 / 1922 | B-fl | Falter | Neulieferung, 1996 als Denkmal an Schimmler, Bremen |
Jung 3239 / 1921 wurde als Denkmallok bei der Firma Schimmler aufgestellt (22.03.99)
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