O & K 25211 / 1951 (10.04.03)
Das Teichgut Birkenhof bei Aschheim wurde von der Mittlere Isar AG in den Jahren 1928 / 29 errichtet. Es steht in engem Zusammenhang mit der 1924 in Betrieb genommenen Kraftwerkstreppe " Mittlere Isar " und der Abwasserbeseitigung Münchens. Die Kraftwerkstreppe besteht aus einem 53,7 Km langen Kanal, der in Oberföhring von der Isar abzweigt und oberhalb von Landshut wieder in das Flußbett der Isar zurückgeleitet wird. Entlang dieses Kanals befinden sich fünf Kraftwerke zur Stromerzeugung. Der Bau dieses Kanals ( durch die damalige Mittlere Isar AG ) wurde von Stadt München mit einer Konzessionsauflage versehen. Die Stadt München hatte schon vor dem ersten Weltkrieg die Errichtung einer Kläranlage geplant ( um diese Zeit wurden noch sämtliche Abwässer der Stadt ungeklärt in die Isar eingeleitet ). Der Krieg verhinderte die Ausführung der Pläne. Somit war die Konzessionsauflage zum Bau des Kanals, einen Teil der Münchner Abwasserbeseitigung mit zu übernehmen. Die Mittlere Isar AG, die 1942 in die Bayernwerk AG aufging, baute zu diesem Zweck zunächst eine mechanische Kläranlage, die allerdings kurze Zeit später dem vermehrten Schmutzanfall nicht mehr gewachsen war. Somit wurden die heute noch existierenden Abwasserfischteich des Teichgutes Birkenhof gebaut, hier erfolgte ( und erfolgt auch heute noch ) die biologische Nachreinigung des Abwassers, ehe es in der entsprechenden Mischung mit Isarwasser in den Werkkanal zurückgeleitet wird. Das Teichgut erstreckt sich auf eine Länge von rund 7 Km südlich entlang des Werkkanals. Die Gesamtfläche ( Zubringer, Fischteiche, Vorfluter, Betriebsgelände ) beträgt rund 340 ha, die Teichanlage selbst umfaßt 233 ha. 30 große Abwasserfischteiche von je durchschnittlich 7 ha Fläche und die dazugehörigen Nebenanlagen dienen der Aufzucht der Fische. Die Teiche sind durch den Bau von Dämmen künstlich auf das fast ebene Gelände am Südrand des Erdinger Mooses, dessen Untergrund ein mit Alm und Torf durchsetzter, diluvialer Kiesschotter bildet, aufgesetzt. Die Tiefe der Teiche beträgt am Einlauf 0,5 m, am Ablauf bis zu 2 m. Das Klärwasser kommt durch 90 Sprenkler in die Fischteiche, gleichzeitig mit dem Isarwasser, das mit Hilfe eines 7,6 Km langen Zubringerkanals vom Werkkanal abgezweigt wird. In den Fischteichen werden somit Klärwasser und Frischwasser gemischt. Den Abfluß aus den Teichen bildet ein 9,8 Km langer Vorfluterkanal, der sich zum Kraftwerk Finsing führt und hier ein gesondertes Stromerzeugungsaggregat antreibt. Die Abwasserteiche werden zur Fischzucht genutzt. Die im Verlauf der biologischen Reinigung massenhaft auftretenden Lebewesen sind die gegebene Nahrung für die Fische. Das Abwasser ersetzt die in gewöhnlichen Teichwirtschaften übliche starke organische oder mineralische Düngung. Die Fische werden im Frühjahr mit einem Gewicht von 400 bis 500 Gramm in die Abwasserfischteiche eingesetzt. Im Laufe des Sommers erreicht der Fisch je nach Größe beim Einsetzen das Vier- bis Fünffache seines ursprünglichen Gewichts. Die Fische bleiben während des Sommers sich selbst überlassen; eine zusätzliche Fütterung erübrigt sich. Abgefischt wird innerhalb von drei Wochen Ende Oktober bis Anfang November.
Im Jahre 1999 wurde die Fischzucht in den Abwasserteichen durch die E.ON Wasserkraft GmbH eingestellt, das Gelände ist seitdem an den " Bayerischen Naturschutzfond " verpachtet und ist heute Vogelschutzgebiet. Mit der Einstellung der Fischzucht endete ( vorerst ) auch ein sehr interessanter Feldbahnbetrieb, für den bis zur Stillegung 2 Schmalspurloks, ein Schienenkuli von Strüver und eine Vielzahl von unterschiedlichen Waggontypen zur Verfügung standen. Da die Dämme der Abwasserteiche nur aufgeschüttet sind und somit von schweren Fahrzeugen nicht befahren werden können, mußte beim Bau eine Möglichkeit gefunden werden, um die Fische zum Einsetzen und späteren Abfischen transportieren zu können. Man entschied sich für einen schmalspurigen ( 600 mm ) Feldbahnbetrieb. Noch heute wird das Teichgebiet von über 15 Km Schmalspurgleis durchzogen, von denen zur Zeit noch etwa 10 Km betriebsbereit vorgehalten werden. Da es eine Auflage zum Pachtvertrag gibt, die Feldbahn im Teichgebiet nicht abzubauen ( um eine spätere Fischzucht wieder zu ermöglichen ), ist der Bahnbetrieb hier seit 1999 in eine Art " Dornröschenschlaf " gefallen. Nur ganz selten ist mal ein Zug auf den Gleisen zu sehen. Zum Beispiel um Baumrückschnitt an den Gleisanlagen vorzunehmen bzw. zum Materialtransport für eventuelle Reparaturarbeiten an den Teichanlagen. Die Loks stehen heute ( zum Teil nicht betriebsbereit ) in einem Lokschuppen, der sich direkt an der B 471 zwischen Aschheim und Ismaning befindet. Der noch vorhandene Schienenkuli steht im Bauhof Unterföhring. Einige in der Nähe des Lokschuppens stehende Flach- und Arbeitswagen zeugen noch von der früheren Aufgabe der Feldbahn. Auf den Flachwagen waren wassergefüllte Transportbehälter montiert, um die Fische mittels Schrägaufzüge in bzw. aus den Teichen zu befördern.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| o.Nr. | O & K | 25211 / 1951 | B-dm | MD2b | Neulieferung |
| o.Nr. | O & K | 25267 / 1952 | B-dm | MV 0 | Neulieferung |
O & K 25267 / 1952 ist nicht betriebsfähig (10.04.03)