Lok 4 ( Meiningen 03172 / 1987 ) trägt beim GKM auch die interne Bezeichnung " Kriebstein " (11.12.01)
Die Grosskraftwerk Mannheim Aktiengesellschaft ( GKM ) wurde am 08. November 1921 gegründet. Gründer waren die Pfalzwerke AG, Ludwigshafen, die Stadt Mannheim, die Badische Landeselektrizitätsversorgung AG ( später Badenwerk AG ), Karlsruhe und die Neckar AG in Stuttgart. Gegründet wurde das GKM als Gemeinschaftskraftwerk ohne eigenes Versorgungsgebiet. Die Stromabgabe sollte zu Selbstkosten an die Aktionäre erfolgen. Noch 1921 begannen die Bauarbeiten für das neue Kraftwerk am Rhein in Mannheim-Neckarau. Der Standort war günstig für die problemlose Kohleanlieferung durch Schiffe, für reichlich vorhandenes Kühlwasser und weger der Nähe zu den Verbrauchern. 1923 ging die erste Anlage mit den Kesseln 1 bis 5 mit 12,5 Mega-Watt ( MW ) an Netz. Es folgten 1924 zwei weitere Kessel und zwei Turbogeneratoren. Der zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen bestimmten die weitere Unternehmensentwicklung. 1940 ging das unterirdische, bombengeschützte Bunkerkraftwerk " Werk Fritz " mit 32 MW Leistung in Betrieb. Nach Kriegsende führte die Demontage durch die Franzosen zum Bau der Ersatzanlage 47. Die " Ersatzanlage 47 " brachte die Leistung des GKW auf 215 MW. Der zunehmende Energiebedarf machte die Erschließung eines neuen Geländes notwendig. 600 m stromaufwärts entstand das neue Werk II. Mit einer Leistung von 125 MW wurde 1955 der erste Block auf dem neuen Gelände in Betrieb genommen. Die Entwicklung der sogenannten Voith-Marguerre-Kupplung gestattete die Ankopplung von 16 2/3 Hertz Bahnstromgeneratoren an die Drehstromgeneratoren der Kondensationsmaschinen und damit die Bahnstromerzeugung aus einem modernen hochwirtschaftlichen Kraftwerksblock. Damit wurde das GKM in die Lage versetzt, gleichzeitig Drehstrom und Bahnstrom zu erzeugen. Dies war der Beginn der Partnerschaft zwischen Bundesbahn - heute Deutsche Bahn AG - und dem GKM. Um dem ständig wachsenden Energiebedarf entsprechen zu können, wurden nacheinander verschiedene Erweiterungsinvestitionen vorgenommen.
Das GKW besitzt heute vier mit Steinkohle gefeuerte Blöcke sowie einen Reserveblock ( Block 6 ), der mit Erdgas oder leichtem Heizöl gefeuert werden kann. Pro Jahr werden über 2 Millionen Tonnen Steinkohle verfeuert. Die heimische Steinkohle ( Ruhr, Saar ) verliert dabei zu Gunsten von Importkohle ( Afrika ) immer stärker an Bedeutung. Heizöl und Erdgas werden lediglich für die Zünd- und Stützfeuerung bei den Kohleblöcken sowie bei Benutzung des Blocks 6 eingesetzt. Etwa 7 Milliarden Kilowattstunden werden jährlich durch das GKW in das öffentliche Stromnetz eingespeist.
Eine besondere Beachtung soll jedoch dem Eisenbahnbetrieb des Kraftwerkes zukommen, es werden hier noch ausschließlich Dampfspeicherloks auf den Werksgleisen eingesetzt. An einen zukünftigen Einsatz von Diesellokomotiven ist auf Grund hoher Kosten nicht gedacht. Das Gelände des GKW`s liegt im Wassereinzugsbereich der Stadt Mannheim, beim Betrieb von Dieselmaschinen und dem Betreiben einer Dieseltankstelle müßten Kostenaufwendige Umweltschutzmaßnahmen eingebaut werden. Aus diesem Grund wird bei dem GKW auch in Zukunft der Einsatz von Dampfspeicherloks zu beobachten sein, übrigens der einzige Betrieb in Baden-Württemberg, der noch Lokomotiven dieser Gattung einsetzt. Das Kraftwerk besitzt etwa 5 Kilometer eigene Gleisanlagen. Jährlich werden zwischen 500- und 600.000 Tonnen Steinkohle per Bahn empfangen, der Großteil der Steinkohle erreicht per Binnenschiff das Kraftwerksgelände. Neben Kohle wird über den vorhandenen Gleisanschluß auch Ammoniak empfangen. Desweiteren wird Gips versandt, dieser fällt bei der Rauchgasreinigung an, Empfänger ist die Fa. Knauff in Iphofen ( Strecke Würzburg - Nürnberg ). Montags bis freitags ist mindestens eine Dampfspeicherlok im Einsatz, bei Bedarf wird sie durch eine weitere unterstützt, als Reservelok steht eine dritte Dampfspeicherlok zur Verfügung. Pro Tag erhält das Kraftwerk etwa zwei bis drei Kohlezüge, diese Züge bestehen in der Regel aus 22 Waggons. DB Cargo stellt die Züge bis ins Kraftwerksgelände zu. Alle eingesetzten Dampfspeicherloks präsentieren sich in einem gepflegten Zustand, so auch die Mitte der neunziger Jahre als Denkmal aufgestellte Esslinger C-fl.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hanomag | 10373 / 1927 | B-fl | . | Neulieferung, 1974 an Fahrzeugmuseum Marxzell |
| 2 (224) | Esslingen | 4692 / 1944 | C-fl | . | 196x ex. Heizkraftwerk Stuttgart, 1994 als Denkmal im Werk aufgestellt |
| 3 (351) | Henschel | 24939 / 1953 | D-fl | . | 1976 ex. EVS, Kraftwerk Marbach ( Neckar ) |
| 4 (424) | Meiningen | 03172 / 1987 | C-fl | FLC | 1992 ex. VEB Papierfabrik Kriebstein |
| 5 (470) | Meiningen | 03153 / 1987 | C-fl | FLC | 1993 ex. Montanwachsfabrik Völpke |
| 415 | . | . | B-d | . | Zweiwegeunimog |
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