Auf dem Gelände des benachbarten Kolpingvereins Genthin steht eine ehemalige Dampfspeicherlok des Waschmittelwerkes Genthin, die Meininger 03072, Baujahr 1985 (09.08.01)
Im Jahre 1921 wurde der Grundstein für das Henkel-Werk Genthin gelegt, schon zwei Jahre später rollte das erste Persil aus Genthin vom Band. 1945 wurde der Betrieb durch die sowjetische Militärbehörde enteignet und als Reparationsleistung teilweise demontiert. Mit der Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb im Jahre 1949 erfolgte bis zum Jahr 1955 der Wiederaufbau der Fettverarbeitung. Damit hatte der damalige VEB Waschmittelwerk Genthin wieder drei Produktionslinien: die Waschmittelproduktion, die Produktion von Industriereinigern und Scheuermitteln sowie die Fettverarbeitung. Rund zwei Drittel der hergestellten Produkte war für die Inlandsversorgung und das letzte Drittel für die Länder des Ostblocks bestimmt. Mit über 1500 Mitarbeitern kam das Werk unter Treuhandverwaltung, bevor im November 1990 die Henkel KGaA ihren ehemaligen Betrieb zurückerwarb. Das Werk wurde im Laufe der Jahre vollkommen modernisiert und rationalisiert, heute arbeiten lediglich noch 250 Mitarbeiter im Werk. Henkel Genthin produziert neben Waschmittel die flüssigen Markenartikel der Henkel KGaA ( Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel ) für Deutschland.
Mit der Entstehung des Werkes wurde auch eine Anschlußbahn in Betrieb genommen. Bis heute besteht über die damalige Kleinbahn Genthin - Jerichow ( - Schönhausen ) Anschluß an die Gleise der DB AG. Nach der Einstellung des Personenverkehrs zwischen Genthin und Jerichow im Jahre 19xx ist die Firma Henkel heute der einzige Anschließer der Nebenbahn, der Gleisanschluß zweigt unmittelbar am ehemaligen Haltepunkt Genthin A ab. Vor dem Werksgelände befindet sich parallel zur Ziegeleistraße die Wagenübergabestelle ( Wüst ). Die Loks von DB Cargo stellen die Wagen bis in die Wüst, etwa 20 - 25 Wagen pro Arbeitstag werden montags bis freitags über den Gleisanschluß bewegt. Bis zur Wende waren für die umfangreichen Rangierarbeiten auf den heute nur noch gut acht Kilometer langen Gleisanlagen vier Loks vom Typ V 22 im Einsatz. Zwei Loks waren davon ständig im Einsatz, die anderen waren Reserveloks. Auf Grund der angespannten Energieversorgung in der ehamlaligen DDR wurden Mitte der achtziger Jahre die Dieselloks abgestellt und durch Dampfspeicherloks ersetzt. Mit der Übernahme des Werkes durch Henkel wurden die Dampfspeicherloks jedoch wieder abgestellt und später verschrottet. Eine Lok wurde auf dem Gelände des Kolpingwerkes, das unmittelbar neben dem Werksgelände von Henkel liegt, als Denkmal aufgestellt ( Meiningen 03072 / 1985 ). Nach der Abgabe der Loks 1 und 2 wird heute nur noch die Lok 3 eingesetzt, Lok 4 ist als Ersatzteilspender im Lokschuppen abgestellt. Als Reserve ist ein Zwei-Wege-Fahrzeug vorhanden. Durch den VEB Waschmittelwerk Genthin wurde Anfang der achtziger Jahre eine V 60 beschafft. Diese sollte den Übergabeverkehr zwischen den Werksgleisen und dem damaligen DR-Bahnhof Genthin erledigen. Da man aber nicht genügend geschultes Personal für den Einsatz auf DR-Strecken hatte, wurde die V 60 an die DR vermietet und später an diese auch verkauft.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Hohenz | 3111 / 1913 | B-fl | Hohenzollern | 19xx ex. Westfalen Union, Hamm ( W. ), 1970 ++ |
| 1 | LKM | 26.... / 19.. | B-dh | V 22 | Neulieferung, v/v |
| 2 | LKM | 26.... / 19.. | B-dh | V 22 | Neulieferung, v/v |
| 3 | LKM | 262493 / 1974 | B-dh | V 22 | Neulieferung ( Einsatzlok ) |
| 4 | LKM | 262458 / 1973 | B-dh | V 22 | Neulieferung ( E-Spender ) |
| o.Nr. | LEW | 17587 / 1981 | D-dh | V 60 | Neulieferung, 19xx an DR |
| o.Nr. | Meiningen | 03028 / 1984 | C-fl | FLC | Neulieferung, ++ |
| o.Nr. | Meiningen | 03071 / 1985 | C-fl | FLC | Neulieferung, ++ |
| o.Nr. | Meiningen | 03072 / 1985 | C-fl | FLC | Neulieferung, 199x als Denkmal aufgestellt |
Einsatzlok auf den Werksgleisen von Henkel Genthin ist LKM 262493 / 1973 (09.08.01)
| Zurück zur Übersicht | Zur Startseite |