InfraServ Gendorf GmbH



Mit der Kr.-Ma. 17722 / 1951 ist die InfraServ Gendorf im Besitz einer noch aktiven Dampfspeicherlok (29.03.01)

Die Gründung des Werkes Gendorf durch die IG-Farbenindustrie als Anorgana GmbH geht auf das Jahr 1939 zurück. Man befaßte sich damals mit der Herstellung von Ethylenoxid, verschiedenen Glykolen und Natronlauge. 1941 wurde mit der Produktion begonnen, man beschäftigte damals rund 4.000 Menschen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Werk durch die Alliierten teildemontiert. Das damals modernste Dampfkraftwerk wurde ebenso wie die Hälfte der chemischen Kapazität abtransportiert. Nach kurzer Selbstständigkeit als Anorgana GmbH und Zwischenstation im Besitz des bayerischen Staates wurde das Werk 1955 in die Farbwerke Hoechst AG eingegliedert. Es folgten die Umstellung der Produktion auf petrochemische Basis und danach viele Jahre der Expansion in der Hoechst Aktiengesellschaft.
Die Umstrukturierung der gesamten Hoechst Aktiengesellschaft , die seit 1997 als strategische Management Holding eine Gruppe selbstständiger Unternehmen führt, welche eigenständig auf ihren Arbeitsgebieten und ihren Märkten tätig sind und die volle Verantwortung für das operative Geschäft haben, hatte auch weitreichende Folgen für das Werk Gendorf: War über vier Jahrzehnte hinweg die Hoechst AG allein als Gesellschafter im Werk tätig, so entstanden ab 1997 mehrere Unternehmen mit mehr oder weniger enger Bindung zur Unternehmensgruppe Hoechst. Zum 01. Januar 1998 ist die Umstrukturierung im Werk Gendorf abgeschlossen wurden, es arbeiten hier heute sieben Produktionsgesellschaften, ferner ist eine Gesellschaft vorhanden, die die notwendige Infrastruktur und Dienstleistungen zur Verfügung stellt. Die InfraServ Gendorf stellt den im Werk tätigen Gesellschaften eine breite Palette von Dienstleistungen sowie vollerschlossene Grundstücke und Gebäude zur Verfügung. Andererseits bietet sie ihre Leistungen aber auch zunehmend Kunden außerhalb des Werkes an ( z. B. Buchführung oder Rechnungswesen ).
Mit dem Bereich Verkehrstechnik betreibt die InfraServ auch eine Werkseisenbahn im Werk Gendorf. Der Triebfahrzeugpark verdient eine besondere Beachtung: Es sind noch zwei betriebsfähige Dampfspeicherloks im Bestand. Nach der Abstellung der letzten Fahrzeuge dieser Art im benachbarten Werk der Wacker-Chemie in Burghausen ist die InfraServ in Gendorf der einzige Betrieb in Bayern, der noch aktiven Dampfspeicherbetrieb betreibt. Zwar ist der Betrieb nicht planmäßig, bei Ausfall der Dieselloks kommt aber sofort eine Dampfspeicherlok zum Einsatz. Pro Schicht werden zwei Loks benötigt, dies sind die Loks 3 und 5 ". Die alte Betriebsnummer 5 ( Kr.-Ma. 18357 / 1957 ) ist seit Jahren abgestellt und wurde im März 2002 verschrottet. Da nur zwei betriebsbereite Dieselloks vorhanden sind, wird bei Ausfall einer solchen Lok sofort eine Dampfspeicherlok eingesetzt. Die Wagenübergabe findet im nahegelegenen Bahnhof Kastl statt, hier kann man die Werkloks problemlos ablichten. Die Gleisanlagen auf dem Werksgelände haben etwa eine Länge von 25 Kilometern. Die Dampfspeicherloks sind gelb lackiert, die Gmeinder-Lok ist grün lackiert, die MaK-Lok präsentiert sich weiß. Auf der alten Drehscheibe ist die DWK-Lokomotive ( Lok 4 ) mit einem Güterwagen als Denkmal aufgestellt. Sie wurde zum 50-jährigen Bestehen des Werkes Gendorf durch die Hoechst AG zum Denkmal aufgearbeitet.

Nr. Hersteller FNr./Bj. Art Typ Bem.
1 Esslingen 4688 / 1945 C-fl . Neulieferung, ++
1" Kr.-Ma. 17722 / 1951 C-fl C17F 1971 ex. Wacker-Chemie, Burghausen
2 Esslingen 4691 / 1945 C-fl . Neulieferung
3 Gmeinder 5381 / 1965 C-dh 500 PS Neulieferung
4 DWK 722 / 1942 B-dm 220 B Neulieferung, Denkmal
5 Kr.-Ma. 18357 / 1957 C-dh ML 500 C 1963 ex. VTG, München-Pfaffenhofen, ++
5" MaK 700.103 / 1992 C-dh G 763 C Neulieferung
6 Unimog 1970 4wdm . Zwei-Wege-Fahrzeug
7 Gmeinder 4973 / 1957 C-dh 435 PS 1986 ex. Hoechst, Werk Frankfurt-Hoechst, 1994 an Bulfone, Udine ( I )

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