Felix Schoeller GmbH & Co. KG, Osnabrück



Meiningen 03189 / 1987 wartet im Werksgelände auf weitere Einsätze (10.08.05)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Papiermacherei einen Boom, den sie kaum befriedigen konnte. Papier galt als Basismedium der Kommunikation schlechthin, bis zum Siegeszug der elektronischen Medien war es sogar konkurenzlos. Die von Felix Hermann Maria Schoeller gegründete " Feinpapierfabrik Felix Schoeller jr. " hat ihren Ursprung in eben dieser Epoche. Der Firmengründer entstammte einer traditionellen Papiermacherfamilie und legte mit der Übernahme der Papierfabrik zu Burg Gretesch den Grundstein für ein global operierendes Unternehmen. Die Anfänge der Schoeller Gruppe gehen bis auf das Jahr 1894 mit Übernahme der Grunerschen Papierfabrik in Osnabrück an Schoeller zurück. Schon drei Jahre später begannen erste Produktionsversuche mit Fotorohkarton. Auch heute ist das Unternehmen ein reines Familienunternehmen, der auf vier Geschäftsfeldern international aktiv ist. In acht Werken an sieben Produktionsstandorten in Deutschland, Großbritanien und in den USA werden mit rund 2.500 Mitarbeitern Papiere für fotografische und digitale Bebilderungsverfahren, Dekorpapiere und technische Spezialpapier produziert.
In Osnabrück ist die Papierfabrik Schoeller sicherlich die bekannteste Werkbahn, denn hier wird noch werktäglich eine Dampfspeicherlok eingesetzt. Mit der Übernahme der Freiberger Papierfabrik zu Weissenborn im Jahre 1990 wurde der Fahrzeugbestand verjüngt, die dort vorhandene Meininger Dampfspeicherlok wurde 1991 nach Osnabrück umgesetzt und löste eine bis dahin vorhandene Henschel B-fl ab. Über ein 600 Meter langes Anschlußgleis vom ehemaligen Bahnhof Osnabrück-Lüstringen aus ist das Werk an die Gleise der DB angeschlossen. Das Güteraufkommen ist durchschnittlich, pro Tag werden etwa 8 - 10 Wagen mit Zellstoff empfangen. Fertigprodukte verlassen nur selten per Bahn das Werksgelände. Während in früheren Jahren die DB die Waggons bis vor das Werksgelände rangierte, findet die Waggonübergabe neuerdings wieder in Lüstringen statt. Der Waggoneingang wird morgens gegen 6 Uhr abgeholt, spätestens um 14 Uhr steht der Waggonausgang wieder in Lüstringen bereit. Im Werk liegen etwa noch rund 3 Km eigene Gleisanlagen. Für die " Betankung " der Lok befinden sich zwei Stationen auf dem Werksgelände, der Dampf fällt beim werkseigenen Kraftwerk an.

Nr. Hersteller FNr./Bj. Art Typ Bem.
1 Meiningen 03189 / 1987 C-fl FLC 1991 ex. Freiberger Zellstoff- und Papierfabrik, Weissenborn
2 Henschel 28394 / 1947 B-fl . 1963 ex. Preussag, Kraftwerk Ibbenbüren; 1991 an Industriemuseum OS-Piesberg


Meiningen 03189 / 1987 schiebt den Waggonausgang des Tages zur Übergabe nach Lüstringen (10.08.05)


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