LKM 146690, Baujahr 1961 ist an diesem Tag die Einsatzlok bei den Sodawerken Staßfurt (28.02.01)
Ohne Soda wird nichts sauber, das wußte auch schon die Urgroßmutter und achtete stets darauf, das weißliche Pulver in ausreichender Menge in der Vorratskammer zu haben. Heute wird künstlich hergestelltes Soda in vielfältiger Weise in der Industrie gebraucht, die Produktion aus Staßfurt hat einen festen Stellenwert auf dem Weltmarkt, das Sodawerk in Staßfurt kann auf einen über hundertjährige Tradition zurückblicken. Seit 1882 werden die in der Region vorkommenden Mineralsalze und Kalksteinvorkommen für die Sodaproduktion genutzt. Das heutige Werk wurde ursprünglich als Tochterunternehmen der Aktiengesellschaft der Chemischen Fabrik Magdeburg gegründet. Während der DDR-Zeiten gehörte das Werk zum VEB Vereinigte Sodawerke, Karl-Marx, Bernburg-Staßfurt, der die Kaliwerke im Raum Staßfurt vereinte. Nach der Wende ging das Sodawerk in Bernburg wieder an die Solvay, das Staßfurter Werk wurde selbstständigt. Das Sodawerk Staßfurt gehört heute zur dänischen Lars Christensen Gruppe und ist mit ca. 300 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Landkreis Aschersleben / Staßfurt.
Das Sodawerk erreicht eine jährliche Produktionskapazität von 420.000 Tonnen Leichtsoda. Damit besitzt das Unternehmen in Deutschland einen Produktionsanteil von 30 Prozent. Das Sodawerk verfügt über eigene Rohstoffvorräte. Die beiden wesentlichen Rohstoffe Salz und Kalkstein werden in eigenen Lagerstätten in unmittelbarer Nähe der Produktionsanlagen abgebaut. Damit sind die Qualität und Verfügbarkeit der Rohstoffe langfristig gesichert.
Das Werk hatte einst drei Tranktionsarten, wovon heute noch zwei existieren:
- eine regelspurige Anschlußbahn für die drei Dampfspeicherloks, eine Diesellok sowie zwei ASF zur Verfügung stehen,
- eine 600 mm Bahn mit div. Elloks für den Transport von Kalksteinen vom nahegelegenen Steinbruch zum Werksgelände,
- eine innerbetriebliche Feldbahn mit 600 mm Spurweite wurde 1992 stillgelegt.
Im Normalspurbetrieb werden montags bis freitags ( Wochenende bei Bedarf ) je nach Aufkommen eine oder zwei Loks eingesetzt, in der Regel wird mit den Dampfspeicherloks gefahren, es kann aber auch mal die Diesellok im Einsatz sein. Nach Abgabe der letzten Diesellok des Pottaschewerkes Staßfurt an die Sodawerke befahren die Werksloks des Sodawerkes die rund 2 Kilometer lange Anschlußbahn im Auftrag des Pottaschewerkes. Über die Bahn wird nur ein kleiner Teil des produzierten Sodas umgeschlagen, trotzdem pendelt das Waggonaufkommen zwischen fünf und zehn Wagen am Tag. Gelegentlich erhält das Werk auch Kokslieferungen per Bahn. Gegenüber Fotografen verhält sich das Werk sehr entgegenkommend, bei einer höflichen Anfrage beim Pförtner kommt man meistens ohne Probleme auf das Gelände. Von außen lassen sich die Loks nur am Gleistor aufnehmen oder während der Übergabefahrt zum Pottaschewerk ( ca. 2 Km Fahrtstrecke ). Das Pottaschewerk dient wunderbar als Hintergrundkulisse der ausfahrenden Züge in Richtung Sodawerk, die beste Zeit ist hierbei am Mittag. Allerdings wird dieses Motiv demnächst Geschichte sein, da die alten Anlagen des Pottaschewerkes abgerissen werden sollen. Das Neuwerk wird unmittelbar neben dem Sodawerk gebaut, sodaß die Übergabefahrten entfallen werden.
Die elektrifizierte Bahn befindet sich in Förderstedt, der dortige Werksteil firmierte auch mal unter VEB Vereinigte Sodawerke Bernburg / Staßfurt, Abt. Kalksandstein. Der im werkseigenen Steinbruch abgebaute Kalkstein wird per Schmalspurbahn zur Gasproduktion zum Sodawerk transportiert. Dieser Betrieb läuft rund um die Uhr an allen Tagen in der Woche. Für Aufnahmen eignet sich eigentlich fast nur die Kalksteinverladung, diese liegt unmittelbar neben der Landstraße Staßfurt - Förderstedt. Hier befindet sich auch der Lokschuppen der elektrischen Schmalspurbahn.
Lokliste Normalspurbetrieb ( 1435 mm ):
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | LKM | 219187 / 1969 | C-fl | . | 1994 ex. Heizkraftwerk Kulwitz " 9 ", Leipzig, 2001 + im Pottaschewerk vh |
| 1" | LKM | 262246 / 1970 | B-dh | V 22 | 1995 ex. Pottaschewerk Staßfurt |
| 2 | LKM | 219188 / 1960 | C-fl | . | Neulieferung |
| 3 | LKM | 146690 / 1961 | C-fl | . | Neulieferung |
| 4 | RAW Meiningen | 03080 / 1985 | C-fl | FLC | Neulieferung |
| 5 | LEW | ..... / 19.. | B-akku | ASF | Neulieferung, 2001 desolat + |
| 5" | LEW | 20380 / 1990 | B-akku | ASF | Neulieferung |
| 6 | LEW | 18848 / 1986 | B-akku | ASF | 19xx ex. Zementwerk Bernburg |
| o.Nr. | LKM | 146062 / 1956 | B-fl | . | Neulieferung, v/v |
| 21 | Henschel | 24944 / 1939 | B-fl | . | ca. 1945 ex. Reichswerke H. Göring, Salzgitter, 1974 an VEB Hydrierwerk Zeitz, Betriebsteil Völpke |
| 23 | WLF | 9085 / 1941 | B-fl | . | 1970 ex. Kali-Industrie Staßfurt, 1974 an VEB Montanwachsfabrik Völpke |
Lokliste elektrischer Schmalspurbetrieb ( 600 mm ):
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | LEW | 16704 / 1983 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
| 2 | LEW | 15256 / 1976 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
| 3 | LEW | 16703 / 1983 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
| 4 | LEW | 16702 / 1983 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
| 5 | LEW | 8931 / 1959 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
| 6 | LEW | 15257 / 1976 | Bo | EL 12 | Neulieferung |
Lokliste Schmalspurbetrieb ( 600 mm, 1992 eingestellt ):
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| o.Nr. | LEW | 248432 / 1953 | B-dm | Ns2f | Neulieferung, 1993 an Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld |
| o.Nr. | LEW | 248514 / 1954 | B-dm | Ns2f | Neulieferung, 1993 an Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld |
| o.Nr. | LEW | 248838 / 1957 | B-dm | Ns2f | Neulieferung, 1993 an Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld |
| o.Nr. | LEW | 248855 / 1957 | B-dm | Ns2f | Neulieferung, 1993 an Museumsverein, Clausthal-Zellerfeld |
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