Der menschliche Körper besteht zu 60 % aus Flüssigkeit, die ca. 130 Gram gelöstes Natriumchlorid ( Kochsalz ) enthält. Gerät das feinabgestimmte Wechselspiel der Natrium- und Chloridionen aus dem Gleichgewicht, verlangt der Körper in Form von Durst nach Flüssigkeit oder produziert Hunger für Salziges. Seit Urzeiten galt deshalb, wer über Salz verfügte, hatte Macht und wurde reich. Bis ins 12. Jahrhundert läßt sich die bewegende Geschichte rund ums Salz im Berchtesgadener Land zurück verfolgen. Damals wurden unterhalb Götschenkopfes bei Markt Schellenberg erste Salzvorkommnisse entdeckt. Dort ist auch um 1220 die erste Saline zur Weiterverarbeitung entstanden, die bis 1805 betrieben wurde. Im Markt Berchtesgaden ist im Jahre 1517 mit dem Anschlagen des Petersberg-Stollen mit dem Salzabbau begonnen worden. Mit einer Bodenfläche von 250 m² war dieses Abbaugebiet lange Zeit das größte weit und breit. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts betrug die Jahresproduktion bis zu 25.000 Tonnen. Um die Rohstoffversorgung der Saline Bad Reichenhall zu sichern, wurde 1817 mit dem Bau einer 29 Km langen Soleleitung von Berchtesgaden über den Paß Schwarzbachwacht nach Bad Reichenhall begonnen. Für damalige Zeiten war dies ein spektakuläres Vorhaben, da mit der Soleleitung eine Höhendifferenz von 356 Metern zu überwinden war. Zum Einsatz kam hier eine sog. Solehebemaschine, die sogar Weltruhm errang und 110 Jahre im Einsatz war. Noch heute wird im Salzbergwerk unter der Regie der Südsalz aktiv Salz abgebaut. In die Bohrspülwerke wird Wasser gepumpt, das das Salz aus dem Gebirge laugt. Die gesättigte Sole wird durch die Anfang 1960 erbaute, doppelsträngige Soleleitung über Hallturm nach Bad Reichenhall gepumpt. In der Saline wird die Sole dann zu verschiedenen Salzprodukten weiterverarbeitet.
Die Südsalz GmbH mit Sitz in München wurde am 01. August 1995 durch die BHS - Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke AG ( München ) und die Südwestdeutsche Salzwerke AG ( Heilbronn ) gegründet.
Im Bergwerk selbst existiert noch heute eine Grubenbahn mit einer Spurweite von 560 mm. Für den Bahnbetrieb fallen überwiegend Material- und Abraumtransporte an, der Abraum wird allerdings untertage wieder verkippt. Für den Bahnbetrieb sind insgesamt 11 Grubendieselloks vorhanden, die aber nur sehr selten ans Tageslicht kommen. Kleinere Reparaturen an den Loks können in einer Untertagewerkstatt getätigt werden, nur bei Materialtransporten und für umfangreiche Wartungsarbeiten kommen die Loks ans Tageslicht. Für den Grubenbetrieb sind sämtliche Loks mit einem Abgasfilter ausgerüstet worden, außerdem besitzen die beiden Schöma-Loks eine Kamera in der Motorfront, über einen Monitior kann der Lokführer so die Strecke beobachten. Die Gleislänge im gesamten Bergwerksbereich beträgt etwa 35 Km, außerdem sind über 200 Förderwagen sowie verschiedene kleine Flachwagen vorhanden. Die überwiegende Zahl der Grubenloks sind Deutz-Lokomotiven, obwohl sie an der Motorseite ein Diema-Symbol tragen. Dies hängt damit zusammen, das alle Lokomotiven bei der Firma Diema in Diepholz generalüberholt wurden. Leider hat man in der letzten Zeit die Lokomotiven teilweise umgenummert, dies macht eine genaue Identifizierung nicht mehr möglich ( mal abgesehen von den beiden Schöma-Loks ). Für das Salzbergwerk Berchtesgaden gibt es auch eine Besuchereinfahrt. Das Salzbergwerk ist für die Region nach wie vor ein bedeutender Arbeitgeber, neben dem Salzabbau ist das Bergwerk als touristisches Ausflugsziel von besonderer Bedeutung. Viele hunderttausende Besucher nutzen im Jahr diese Besuchereinfahrt zum Schaubergwerk. Früher wurden die Besucherzüge an einem umlaufenden Seil in die Stollen gezogen, die Rückfahrt erfolgte dann durch das natürliche Gegengefälle. Heute fahren diese Züge elektrisch, der Elektromotor des jeweiligen Besucherzuges nimmt seine Energie aus einer parallel zum Gleis verlaufenen Stromschiene. Die Besucherzüge könnten " unbemannt " fahren ( werden auch für Leerfahrten im Stollen fernbedient gefahren ), aus rechtlichen Gründen ist aber jeweils ein " Lokführer " bei den Besucherein- und ausfahrten dabei.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Deutz | 14546 / 1935 | B-dm | MLH514G | Neulieferung, v/v |
| 2 | Deutz | 46686 / 1947 | B-dm | MAH914G | Neulieferung ( Aufgestellt als Denkmal im Werk ) |
| 3 | Deutz | 56654 / 1961 | B-dm | MAH914G | Neulieferung |
| 4 | Deutz | 55922 / 1954 | B-dm | MAH914G | 1963 ex. BHS AG, Peißenberg & Peiting |
| 5 | Deutz | 55945 / 1955 | B-dm | MAH914G | 1963 ex. Kohlenbergwerk & Kalk- & Zementwerk Marienstein GmbH, Marienstein |
| 6 | Deutz | 55923 / 1954 | B-dm | MAH914G | 1963 ex. BHS AG, Peißenberg & Peiting |
| 7 | Deutz | 47000 / 1948 | B-dm | MAH914G | 1968 ex. BHS AG, Peißenberg |
| 8 | Deutz | 55932 / 1955 | B-dm | MAH914G | 1970 ex. BHS AG, Peißenberg & Peiting |
| 9 | Schöma | 5467 / 1996 | B-dh | CHL-20G | Neulieferung |
| 10 | Schöma | 5466 / 1996 | B-dh | CHL-20G | Neulieferung |
| 11 | Deutz | ..... / 19.. | B-dm | A2M514G | ( eventuell 56629 / 1960 ) 19xx ex. BHS AG, Peißenberg |
| 12 | Deutz | ..... / 19.. | B-dm | A2M514G | ( keine Daten vh ) 19xx ex. BHS AG, Peißenberg |
In Vertretung für die gesamte Untertageflotte des Salzbergwerkes hier die Schöma 5466 / 1996 (24.10.03)