Einsatzlok im Werk Heilbronn ist der " BLAUBÄR ", hierunter verbirgt sich Gmeinder 5731 / 1996 (15.06.00)
Im Norden Heilbrons liegt das Bergwerk Heilbronn der Südwestdeutschen Salzwerke AG ( SWS ), wo heute noch Tag für Tag das " weiße " Gold gefördert wird. Die Geschichte des Werkes geht bis auf das Jahr 1883 mit der Gründung der " Salzwerk Heilbronn AG " zurück, zwei Jahre später wurde zum ersten Mal Steinsalz in Heilbronn gefördert. 1899 wurde im benachbarten Bad Friedrichshall-Kochendorf ein weiteres Bergwerk für die Steinsalzgewinnung in Betrieb genommen. Wie auch in vielen anderen Bergwerken wurden während des zweiten Weltkrieges Kunst- und Wertgegenstände in den unterirdischen Hohlräumen eingelagert. 1971 fusionierten die " Salzwerk Heilbronn AG " und die " Südwestdeutsche Salz AG " zur " Südwestdeutsche Salzwerke AG " mit Verwaltungssitz in Heilbronn. In etwa 200-300 Metern Tiefe werden hier jährlich etwa 3,5 Mio. Tonnen Salz gefördert. Hierfür ist ein Förderschacht " Franken " und ein Schacht für die einfahrenden Bergmänner namens " Heilbronn " vorhanden. Das geförderte Rohsalz wird in Heilbronn zu Industrie-, Auftau- und Gewerbesalz aufbereitet, das Speisesalz wird in der Saline Kochendorf aufbereitet. Im Heilbronner Werk arbeiten etwa 430 Mitarbeiter, im Kochendorfer Werk sind es etwa 120. Seit 1994 wird am Schacht " König Wilhelm II " in Kochendorf kein Salz mehr gefördert, ein Teil der unterirdischen Hohlräume wird zur Zeit verfüllt. Die anderen unterirdischen Anlagen in Kochendorf wurden in ein Besucherbergwerk umgewandelt, in dem man die Erdgeschichte und die Welt der Bergleute kennenlernen kann. Nebenbei erfährt man noch, wie das Salz überhaupt in die Erde gelangte.
Das geförderte Salz gelangt über die Straße, die Schiene oder über das Wasser ( Neckar ) zu den Kunden. Ein Großteil wird per LKW abgefahren, auch mit dem Schiff wird ein Teil des Salzes über den Neckar und den Rhein nach Rotterdam gebracht, wo es dann auf Seeschiffe umgeladen wird. Aber auch die Schiene wird rege genutzt, auf den etwa 5 Kilometer langen Gleisanlagen sind für die Rangierarbeiten im Heilbronner Werk zwei Loks und ein Rangierroboter vorhanden, in der Saline Kochendorf wird noch eine Lok eingesetzt. Nahe der Werkseinfahrt der Saline Kochendorf ist noch eine Köf II als Denkmal aufgestellt, es handelt sich hierbei um die Gmeinder 5235 / 1960. Die im Heilbronner Werk eingesetzte Köf II ( Jung 13176 ) wurde 1997 wegen ihrer schwachen Leistung und dauernder Störanfälligkeit an den Mannheimer Lokhändler RailImpex verkauft, gleichzeitig hat man von hier den " OLDIE " bekommen. Laut Werksangaben waren früher drei Dampfloks vorhanden, man führte früher sogar einen werkseigenen Personenverkehr durch. Da das Werk früher noch weit ab des Stadtkerns Heilbronns lag, wurden die Bergmänner von hier abgeholt und nach Schichtende wieder nach Hause gefahren.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| BLAUBÄR | Gmeinder | 5731 / 1996 | B-dh | DHS 20 B | Neulieferung |
| OLDIE | Gmeinder | 5369 / 1965 | B-dh | V 12-16 | 1997 ex. RailImpex, Mannheim |
| ROTFUCHS | Vollert | 76/037 / 1976 | B-dh | Robot | Neulieferung |
| o.Nr. | Jung | 13176 / 1959 | B-dh | Köf II | 1985 ex. DB Köf 6738, 323 808, 1997 an RailImpex, Mannheim |
| o.Nr. | Gmeinder | 5732 / 1996 | B-dh | DHS 20 B | Neulieferung, Einsatz im Betrieb Kochendorf |
| o.Nr. | Gmeinder | 5235 / 1960 | B-dh | Köf II | Neulieferung nach Kochendorf, heute Denkmal in Kochendorf |
Als Reservelok ist der " OLDIE " ( Gmeinder 5369 / 1965 ) vorhanden (07.08.00)