Schon morgens früh um 7 Uhr beginnt der Dienst für Schöma 4230 / 1977 (07.09.05)
Unweit des Euflor-Humuswerkes in Raubling-Nicklheim liegt das Torfwerk Feilnbach, das seit 1934 im Familienbesitz der Familie Füglein ist. In früheren Jahren gehörte dieses Werk einer Münchener Brauerei, die den hier abgebauten Torf als Brennmaterial für ihre Mälzerei verwendeten. Recht unscheinbar liegen die Anlagen südlich der Autobahn 8 ( Abfahrt Bad Aibling ), an der Verbindungsstraße Bad Aibling - Bad Feilnbach. Wenn man auf den Hof des Werkes fährt, denkt man zuerst nicht an ein Torfwerk, man schaut zuerst direkt auf einen Getränkemarkt. Doch schnell fällt einem rechts die ortsfeste, hydraulische Kippanlage für die Torfloren auf, die hier ihren Inhalt in einen tiefer stehenden Lkw abkippen. Anders als in Nicklheim wird der hier abgebaute Torf nicht für garten- oder düngezwecke genutzt, er dient den umliegenden Kurkliniken als Badetorf. Die Feldbahn der Familie Füglein besitzt eine Spurweite von 1.000 mm, die komplette Gleislänge beträgt noch rund 3,5 Km. In früheren Jahren war das Gleisnetz mit bis zu 15 Km noch viel umfangreicher, es bestanden Verbindungen zum heutigen Euflor-Humuswerk und eine Strecke zum Bahnhof Au ( b. Bad Aibling ).
Im Werk liegt eine Kehrschleifenstrecke mit einigen kurzen Stichgleisen. An dieser Ringstrecke befindet sich auch die Kippanlage für die Diema-Hydraulikloren ( ca. 3,5 m³ Fassungsvermögen pro Wagen ). Aus der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg stammt der heutige Backsteinlokschuppen, er beheimatete früher eine Dampflokomotive, heute sind hier die drei Dieselloks des Familienbetriebes abgestellt. Die Feldbahnstrecke verläßt das Werk über eine Brücke und führt gut einen Kilometer immer entlang eines kleinen Gebirgsbaches zu einer Spitzkehre. Vor hier aus geht es in umgekehrter Richtung quer durchs Moor, bis zur derzeitigen Abbaustelle sind es von hier aus noch einmal gut 2 Km. Kurz vor der Abbaustelle befindet sich eine Ausweiche, im weiteren Verlauf liegen noch einige Weichen zu früheren bzw. noch geplanten Abbaustellen. Mittels zweier Kräne werden die Züge an der Abbaustelle verladen, ein Torfzug besteht jeweils aus drei bis sechs Hydraulikloren. Bespannt werden die Torfzüge in der Regel mit der Schöma-Lokomotive, die beiden Diema-Lokomotiven werden entweder als Rangierlok im Werksbereich bzw. als Reservelok vorgehalten. Im Gegensatz zum Euflor-Humuswerk wird beim Torfwerk Füglein nicht täglich, sondern nur bei Bedarf gefahren. Als recht sichere Verkehrstage gelten der Montag und Donnerstag. Neben den drei Lokomotiven, den 15 Diema-Hydraulikkippern ( Typ: HFK 3/1 ) und einigen Flachwagen für Gleisbau- und Instandhaltungszwecke besitzt Füglein noch eine Handdraisine.
| Nr. | Hersteller | FNr./Bj. | Art | Typ | Bem. |
|---|---|---|---|---|---|
| . | Diema | 2058 / 1957 | B-dm | DL8 | Neulieferung |
| . | Diema | 1669 / 1954 | B-dm | DL8 | 1972 ex. P. Ebeling, Obernkirchen |
| . | Schöma | 4230 / 1977 | B-dm | CHL20G | Neulieferung |