Wacker-Chemie GmbH, Burghausen



Kurz vor ihrem Verkauf zeigt sich die Lok 2 ( Krupp 3326 / 1955 ) noch einmal auf dem Wacker-Werksgelände (29.03.01)

Das Werk Burghausen, 1914 gegründet, ist der bedeutendste Produktionsstandort der Wacker-Chemie und zugleich der größte Chemiestandort Bayerns. Mit der damals ersten großtechnischen Herstellung von Acetaldehyd, Essigsäure und Aceton auf der Basis von Calciumcarbid wurde Wacker zum Pionier der Acetylenchemie. Nach dem zweiten Weltkrieg sorgen vor allem neue Produkte wie Silicone und Reinstsilicium für wirtschaftlichen Aufschwung. 1968 beginnt in Burghausen die Umstellung der Produktion von Kunststoffen auf petrochemische Rohstoffbasis. Die Wacker-Chemie stellt über 3.000 Produkte mit hohem Qualitätsstandart her, rund 900.000 Tonnen verlassen pro Jahr das Werk. Die vier Hauptrohstoffe Rohsilicium, Steinsalz, Ethylen und Methanol sind die Basis für die Produktion. Insgesamt sind am Standort Burghausen, auf dem neben Wacker auch noch andere Tochtergesellschaften tätig sind, rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Kurz vor dem Kopfbahnhof Burghausen zweigt das Anschlußgleis zum Wackergelände ab. Das war nicht immer so: Mit dem Bau des Werkes wurde auch ein Industrieanschluß vom Bahnhof Pirach zum Wackerwerk gebaut, der Endbahnhof bei Wacker hatte damals noch die Bezeichnung Holzfeld. Wacker holte die für sich bestimmten Wagen in Pirach selbst ab und übergab auch hier die Wagen an die Reichsbahn. Auf Grund eines Erdrutsches am Salzachabhang im Jahre 1940 wurde die Reichsbahnstrecke Pirach - Burghausen-Altstadt aufgegeben und stattdessen die Wacker-Werksbahn nach Burghausen genutzt. Nördlich von Burghausen bekam die Stadt einen neuen Bahnhof, der Anschluß nach Wacker zweigte kurz vorher ab. Dieses Anschlußgleis besteht auch noch heute, Wacker betreibt im weiteren Verlauf dieses Anschlußgleises einen 16-gleisigen Rangierbahnhof mit eigenem Stellwerk, einem Ablaufberg und hydraulischen Waggonbremsen. Dieser Bahnhof wird auch von der Raffinerie der OMV genutzt ( früher Marathon ), die Werklok der OMV holt sich ihre Wagen hier ab. Insgesamt verfügt Wacker über etwa 31 Kilometer eigene Gleisanlagen mit ca. 100 Weichen. Auf dem weitläufigen Gelände befinden sich auch gut 80 Bahnübergänge, teils gesichert mit Blinklichtanlage, teils nur mit Andreaskreuz. Pro Arbeitstag werden etwa 80 Wagen an die DB übergeben, am Wochenende wird nur noch am Samstagvormittag rangiert, Sonn- und Feiertags herscht Rangierruhe. Mit der Abstellung der letzten zwei betriebsfährigen Dampfspeicherloks ist der Werkbahnbetrieb bei Wacker Anfang der achtziger Jahre komplett auf Dieselloks umgestellt worden. Die Dampfspeicherlok mit der Betriebsnummer 1 wurde Mitte des Jahres 2001 als Denkmal vor dem Werksgelände aufgestellt, die Lok 2 wurde Anfang des Jahres 2001 in einer Online-Versteigerung an einen Privatmann verkauft. Pro Arbeitstag werden 2 Loks benötigt, die Esslinger-Lok ist allerdings nur noch Reservemaschine und wird planmäßig nicht mehr eingesetzt. Alle Loks sind gelb lackiert ( mit rotem Fahrwerk ) und werden im eigenen Betriebswerk hervorragend gepflegt. Von außen sind die Bahnanlagen von Wacker nur schwer einzusehen. Einen guten, wenn auch nur kleinen Einblick, hat man nur von einer Brücke über den Alzkanal im Wacker-Werksgelände. Diese Brücke erreicht man über einen parallel zum Werksbahnhof verlaufenden Fußweg. Von diesem Fußweg kann man die Rangierarbeiten auf den Werksgleisen zwar teilweise sehen, durch starke Bewachsung und dichte Bäume lassen sich allerdings keine Aufnahmen machen.

Nr. Hersteller FNr./Bj. Art Typ Bem.
o.Nr. Maffei 4288 / 1927 Cn2t . Neulieferung, 1960 an Lackermeier, Mühldorf ( zum ++ )
o.Nr. Maffei 2312 / 1902 Cn2t . 1934 ex. Maffei-Mietlok, 1954 an Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg, Werk Raubling
o.Nr. O & K ? / 19xx Cn2t . Neulieferung, 1963 ++
1 Krupp 2830 / 1952 C-fl Rheinbrikett Neulieferung, 2001 als Denkmal vor Werksgelände aufgestellt
2 Krupp 3326 / 1955 C-fl Rheinbrikett Neulieferung, 2001 an Privat
3 Kr.-Ma. 17722 / 1951 C-fl C17F Neulieferung, 1971 an Hoechst AG, Werk Gendorf
4 Esslingen 5287 / 1961 B-dh Bern Neulieferung
5 Kr.-Ma. 19406 / 1969 C-dh M500Cex Neulieferung
6 Henschel 31241 / 1968 C-dh DHG500ex Neulieferung
7 Gmeinder 5672 / 1987 BīBī-dh D75BBex Neulieferung


Kurz vor ihrem Verkauf zeigt sich die Lok 2 ( Krupp 3326 / 1955 ) noch einmal auf dem Wacker-Werksgelände (29.03.01)


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