| Inline one-eleven St. Gallen-Thurgau 21.08.2005
Was Skater sonntags um 6.00 Uhr morgens machen wissen wir ja inzwischen.......
Und in Luxusherbergen wird auch nicht immer übernachtet…..Sportler sind ja soooo bescheiden! ;-)
Die Witterungsverhältnisse beim achten Inline one-eleven waren alles andere als einladend. Nach dem Start am Morgen um 7 Uhr in St. Gallen ging der leichte Nieselregen in Dauerregen über. Trotzdem wagten sich 1344 Läuferinnen und Läufer auf die 111 km mit insgesamt 1700 Höhenmetern durch 23 ländliche Dörfer der Kantone St. Gallen und Thurgau.
Und der Skatetrain-Budberg war auch dabei......hier ein kleiner Einblick in die Gemütsverfassung einer Starterin während des Rennens. Und wie man nach einer Dauerdusche ausschaut könnt Ihr auf den Fotos sehen.. :
Dies war kein normaler Marathon - nein - normal ist das nicht!
111 km --- der lange Weg bis ins Ziel oder Abenteuer auf Ostschweizer Strassen.
Und Berge, egal in welche Richtung man schaut.
Km 0 Start um 7.00 Uhr im Olma-Messegelände
Die Welt war noch in Ordnung, die Straßen trocken. Da stand ich nun, ganz einsam und allein am Start......ja gut, mit ca. 1300 Skatern, ganz allein war ich nicht.
49 min bei Km 20 St.Pelagiberg
Keine schlechte Zeit, aber bis jetzt ging es meist von oben nach unten.
In der Abfahrt werden Geschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h erreicht. Nicht von mir, ich bin auf den Bremsmatten gefahren.....ich bin doch kein Skispringer :
1h:11min bei Km 30
Almensberg: Langsam macht die Sache spaß, es ging ja noch immer runter.
1:40 bei Km 40
Super, ein Marathon wäre gleich vorbei, aber ein one-eleven dauert noch so ungefähr 71km. Und hinzu kommt noch, der Tiefpunkt war erreicht, also jetzt geht's wieder hinauf......im Wechsel, rauf, runter, usw.
2:15 bei Km 50
Langsam wird's feuchter. Und man glaubt es kaum, mitten auf der Strecke ist ein Bahnübergang, nicht ungewöhnliches, aber die Schranken sind geschlossen, Zwangspause......(die 5 Minuten fehlen mir dann an meiner Zeit)
2:49 bei Km 60
Jetzt wird's richtig nass! Hilfe, meine Lager! Macht nix, wenn man nur schnell genug fährt, bleiben die Lager durch die Reibungswärme trocken. Aber Vorsicht, nicht den Bodenkontakt verlieren - Aquaplaning - das ist kein Scherz, das ist Physik :
km 64,2 Ottoberg (der Wendepunkt)
Jau, es geht zurück.....Aber, es macht kein spaß mehr...... Das Regenwasser tropft mir vorn am Helm runter. Und zwar genau an der Sonnenblende (Sonnenblende - soll das ein Witz sein???) Und die Sonnenbrille : sitzt tief auf der Nasenspitze, weil meine Brille keine Scheibenwischer hat ;-)
3:23 bei km 70
Ich weiß nicht, wie viel Powerdrinks, Energieriegel, Bananen und Isotonische Getränke ich mittlerweile in mich hineingedrückt habe (skaten macht hungrig, skaten macht spass). Aber an den reichlich gedeckten Büffets unterwegs ist es richtig nett sich zu bedienen.......langsam genug fahre ich ja mittlerweile, damit ich ordentlich (im Schneckentempo, also fast im Stillstand) zugreifen kann. Jetzt bin ich auch völlig durchnässt vom Dauerregen.
3:51 bei Km 80
Langsam denke ich über eine kurze Massage, so zwischendurch an den mehr als genug positionierten Versorgungsständen, nach....!?!?! Aber, die athletischen Italiener fahren doch selber an der Spitze mit, die massieren hier doch nicht.........:
Schnell entscheide ich mich zur Weiterfahrt, denn schliesslich will ich ja noch ins Ziel kommen.
4:16 bei Km 90
Aus der Traum, die Wunschzielzeit 4:59:59 werde ich wohl nicht mehr schaffen. Ganz zu schweigen überhaupt noch rein zu kommen, ins Ziel! Denn von nun an geht's nur noch hinauf.........seufz...!!!!
Km 100 hab ich irgendwie verpennt.
Und warum sind 111km nur soooooo lang??? Gibt es denn hier kein Sessellift oder eine Rolltreppe? Darum fahre ich so gerne Ski, man lässt sich schön mit dem Gesicht zur Sonne auf den Berg fahren, und wedelt einfach ohne viel Anstrengung wieder runter (mit kurzen Zwischenstopps auf der Hütte natürlich) Skaten macht spass.....;-)
Da, ein Schild, nur noch 5 km.....
Also, 106 km waren schon geschafft. Die Kraft hat deutlich nachgelassen. Der Körper will nicht mehr! Die Strecke zieht sich wie Gummi, und dabei sind es doch nur noch 5 km. Und alles den Berg rauf (einfach kann doch jeder) Da muss sich jemand verschrieben haben, nicht 5 sondern 15 km.
Suuuuuper ich kann das Ziel sehen.........
111 km, geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes......
Mit einer Zeit von 6:01:19 . Ich fühle mich super, aber erschöpft.
Von den Startern sind insgesamt 147 Damen und 674 Herren ins Ziel gekommen!
Na dann.......Euer Rennfloh Angelika (skaten kann so schön sein)
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