| MEIN ERSTES MAL Nicht was Ihr wieder denkt ............ Ich weiß ja nicht welcher Teufel mich da geritten hat, aber ich habs tatsächlich getan, ich bin meinen ersten Halbmarathon (HM) mitgelaufen, aber die Geschichte der Reihe nach. Als ich Anfang des Jahres mit dem Gedanken spielte endlich mal etwas schneller auf Inlinern unterwegs zu sein, kam ich dann auch zum Skatetrain und hatte mich auch schon für den Köln Marathon angemeldet, den ich mir als eigentlich einziges fernes Ziel für dieses Jahr gesetzt hatte. Aber es machte dann soviel Spaß, dass dann knapp eine Woche vor dem 22.03.03 seitens unserer "Speedsau" Herbert die Anregung aufkam, doch einfach mal "just for fun" in Burgsteinfurt mitzulaufen. Nach ein paar Tagen überlegen, mailte ich dann an uns Dirk, das ich wohl auch mitwolle. Los ging es am 22.03.03 um 10.30 Uhr in Budberg, wir luden dann noch uns Evelyn mit auf, und unser aller Speedy Herbert, so das insgesamt 5 Leute (Andre, Dirk, Jürgen, Herbert und Evelyn) nach Burgsteinfurt unterwegs waren. Nach ca. 1 Stunde Fahrt trafen wir dann auf dem Parkplatz in Burgsteinfurt ein, suchten erst einmal das Organisationsbüro auf, um uns als Team "Skatetrain Budberg" anzumelden. Ja ja, diesen Namen sollte man sich für die Zukunft merken, könnte bald in aller Munde sein. Das umziehen ging in aller Ruhe im bzw. am Auto auf dem Parkplatz vonstatten, man rauchte sich noch eine, bzw. aß sich `n Corny und ne Banane, und rollerte dann so langsam zum Start. Dirk, Andre und ich überquerten die Straße in Richtung Startbereich, aber Herbert und Evelyn, die ein wenig hinter uns waren, meinten doch glatt, erstmal das erste Stück der Strecke inspizieren zu müssen. Demnächst werden wir wohl doch n paar Hundeleinen mehr mitnehmen müssen, damit wir alle beieinander halten können. Nachdem die beiden dann den Weg zu uns zurückgefunden hatten, ging es gemeinsam in Richtung Startlinie. Doch was mußten unsere Augen da erblicken??? Das schrecklichste, was einen Skater erwarten kann, KOPFSTEINPFLASTER, und zwar nicht nur ein paar Meter, sondern die ganze Start"strecke" entlang. Na ja, man findet sich mit solchen Gegebenheiten halt ab. Aber diese Tartanmatten am Anfang, na ja. War schon ein komisches Gefühl, mit ca. 250 anderen Skatern, vom Profi Team bis zum Freizeitskater in Jeans und Pulli war alles dabei, dazustehen und dem Startschuß entgegenzufiebern. Als dann endlich der erlösende Knall kam, gings los. Stolpernd über dieses elendige Kopfsteinpflaster, die Tartanmatten überfahrend quittiert vom Piepsen der Zeitmessung durch den Chip am Fuß ab auf den Asphalt. Warum auch immer waren wir plötzlich nur noch zu viert unterwegs, wir hatten Evelyn am Start irgendwie "verloren". Da sie auf Anhieb auch nicht zu entdecken war, legte der Skatetrain Express n paar Kohlen aufs Feuer, und schoß los. Tja, ich hinterdrein, aber irgendwie riß nach nem knappen Kilometer die Verbindung ab und ich war recht allein auf weiter Flur. Na gut, dann schaum mer mal, ob man evtl. einen Windschattenspender findet, und sich dann hinten dran hängt. Aber was soll ich berichten, nix wars mit Windschatten. Allein gegen die Natur, mußte ich mich den ersten Hügel hinaufkämpfen, die Beine wurden schwer, aber es waren lt. Streckenmarkierung ja nur noch 19 km bis ins Ziel, also weiter. Nach dem Hügel kam logischerweise auch wieder ne Abfahrt. In der Abfahrt sah ich dann auf der gegenüberliegenden Seite das erste Opfer des HM nach Hause fahren, er hatte wohl Probleme mit seinem Oberschenkel. Nun ja, weiter ging die fröhliche Reise, mittlerweile hatten sich meine Beine auch daran gewöhnt, das sie mich vorwärts bringen mußten. Nach ein paar weiteren Kilometern ging es rechts ab in einen Feldweg, welcher dem Asphalt nach auch den Namen verdiente. Nach diesem ging es dann nach Steinfurt hinein, in eine 30-Zone mit einer großen Anzahl an Zuschauern. Irgendwann rief mir einer zu "Halt durch Junge"! Ich dachte mir nur, warum, ich bin doch noch gar nicht so fertig. Ein paar Minuten später wußte ich was er meinte, es ging in der 30 Zone eine brutale Steigung hinauf, wo ich dachte, am besten ziehst Du die Schuhe aus, und läufst den Berg rauf. Ich quälte mich diesen elendigen Berg hoch, und dann gings rechts ab in Richtung der Innenstadt, endlich mal wieder ne Abfahrt, gas geben, sagte ich mir. Mit ordentlich Speed gings dann bergab, und dann ne rechtskurve in eine weitere Siedlung, ging ab da so richtig gut. Später kam dann noch mal n Stück Kopfsteinpflaster und dann in die Innenstadt rein, ab auf das glatte Pflaster, und bloß aufpassen das einem die Beine nicht wegrutschen. Nach der Innenstadtpassage kam ich dann an der ersten Verpflegungsstation an. Tat das gut, Tee zu trinken, und n schwamm mit Wasser für den Kopp. Nach der Erfrischung gings weiter mit frischem Mut und viel Elan. Voller Begeisterung sah ich kurz darauf eine Abfahrt mit einer Unterführung. Mit Begeisterung schoben mich meine etwas müden Beine noch schneller auf diese besagte Unterführung zu, bergab mit Fullspeed und auch recht schnell wieder bergauf. Ich hörte hinter mir nur den Spruch "Man ist der schnell!" Na ja, da war ich noch schnell, aber später kam schon wieder son blöder Berg, den mußte ich auch wieder hoch, und na ja es ging zwar recht langsam aber es ging. Oben angekommen sah ich eine klasse Abfahrt auf mich zukommen, mit glattem Asphalt, so richtig schön zum "heizen". Einfach rollen lassen, und genießen, tat das gut. Dann durchs Feld, auf nem gut ausgebauten, wo mich uns Evelyn auch wieder einholte, die ich vor der Unterführung überholt hatte. Sie frug dann etwas entsetzt ob ich denn wohl ne Abkürzung kennen würde, was ich verneinen mußte. Sie fuhr mir zwar dann davon, aber ab da verlor ich sie nicht mehr so richtig aus den Augen, immer so ca. 100 - 200 m voraus sah ich sie. Bei Kilometer 12 wurde ich von dem ersten Handbiker überholt, denen ich einen Mordsrespekt zolle. Danach ging es dann irgendwann links ab durch nen Wald, wo mich der zweite Handbiker überholte. Im Wald fand ich dann endlich mal n Duo, Vater mit Sohn, deren Windschatten ich nutzen konnte. Das war aber echt mal klasse. Aus dem Wald raus verlor ich die zwar wieder, aber egal. Ich dachte mir dann, du läufst jetzt deinen Speed zu Ende, was die Beine hergeben wollten. Je näher ich dem Ziel kam, desto leichter fiel es mir komischerweise schneller zu fahren. Im Ziel kam ich dann mit einer Zeit von 1:03,35 an, nahm meine Medaille in Empfang, und muß sagen, jetzt kann ich es kaum noch erwarten, den nächsten HM oder VM mitzulaufen. Macht doch irgendwie süchtig. In diesem Sinne roll on Skatetrain, auf noch viele gute und interessante
Rennen gemeinsam. 24.03.2003 Jürgen Behrend
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