Arbeit und Berufe im Gesundheitswesen

C. Gebhard, J. Poglodzinski

 

Referat für die Veranstaltung im SS 1999 an der ev. Fachhochschule Berlin.

 

 

Inhalt:

Arbeit und Berufe im Gesundheitswesen *

Einleitung *

Bereiche der Gesundheitswesens *

Überblick: Berufe im Gesundheitswesen *

Rangfolge der Gesundheitsberufe nach Häufigkeiten *

Wachsende Spezialisierung *

Frauenanteil im Gesundheitswesen *

Einkommensstruktur *

Die Altersverteilung in den Berufen des Gesundheitswesen *

"Para-professionelle" Berufe *

"Professionelle" Berufe *

Berufsgruppen im Gesundheitswesen *

Ärzte *

Ausbildung: *

Wesentliche Tätigkeitsmerkmale des Arztes: *

Tätigkeitsfelder: *

Pflegeberufe *

Qualifizierungsmöglichkeiten *

Studiengänge *

Inhalt der Krankenpflegetätigkeit *

Berufsverweildauer von Pflegekräften *

Kündigungsgründe (Fluktuationsursachen) *

Arzthelferin (Zahnarzthelferin, Apothekenhelferin) *

Arbeitsplätze *

Literaturliste *

 

 

Schaubilder:

Schaubild 1: Gesundheitsschutz, Vorsorge *

Schaubild 2: Behandlung, Pflege *

Schaubild 3: Rehabilitation *

Schaubild 4: Forschung, Lehre, Ausbildung *

Schaubild 5: Gesundheits- und sozialpflegerische Berufe *

Schaubild 6: Rangfolge der Berufe im Gesundheitswesen nach Häufigkeiten (1985) *

Schaubild 7: Personal des Gesundheitswesens *

Schaubild 8: Beispiel: wachsende Spezialisierung von Ärzten *

Schaubild 9: Ärzte-Zahlen seit 1955 *

Schaubild 10: geschlechtsspezifische Verteilung der Gesundheitsberufe *

Schaubild 11: geschlechtspezifische Verteilung nach Berufen *

Schaubild 12: Einkommensverteilung im Gesundheitswesen *

Schaubild 13: Altersverteilung, "paraprofessionelle" Berufe *

Schaubild 14: Altersverteilung, "professionelle" Berufe *

Schaubild 15: Fachärzte laut Berliner Ärztestatistik *

Schaubild 16: Durchschnittliche Beschäftigungsdauer des Pflegepersonals in 274 Krankenhäusern *

Schaubild 17: Gründe für die Aufgabe des Pflegeberufs (Antworten ehemaliger Pflegekräfte) *

Schaubild 18: Prozentuale Verteilung der Beschäftigten im Gesundheitswesen, Berlin 1996 *

Schaubild 19: Arbeitsplatz Krankenhaus *

 

Einleitung

Wir sind in dieser Ausarbeitung den folgenden Fragen nachgegangen:

Bereiche der Gesundheitswesens

Das Gesundheitswesen unterteilt sich in die folgenden Bereiche:

Schaubild 1: Gesundheitsschutz, Vorsorge

Schaubild 2: Behandlung, Pflege

Schaubild 3: Rehabilitation

Schaubild 4: Forschung, Lehre, Ausbildung

Quelle: G. Fiedler, Einführung in das Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland, in:

Strukturanalyse des Gesundheitswesens in Schleswig Holstsein, Bd. 1,

Institut für Gesundheits-System-Forschung (Hg.), Kiel 1978, S. 11

Überblick: Berufe im Gesundheitswesen

Gesundheitsberufe sind die Berufe, die auf dem Gebiet des Gesundheitswesens (einschließlich Sozialarbeit und Umweltschutz) angesiedelt sind und als Leistungserbringer Aufgaben in der Gesundheitsversorgung wahrnehmen. Es handelt sich dabei nicht nur um Berufe, die mit der direkten Krankenbehandlung (= kurative Medizin) befaßt sind, sondern auch um die Berufe, die sich mit der Gesundheitsförderung und Rehabilitation beschäftigen.

Mehr als 1,3 Mill. Personen sind im Gesundheitswesen der BRD tätig. Heute gibt es eine Vielzahl von Berufen im Gesundheitswesen. Einen Überblick gibt das folgende Schaubild:

Schaubild 5: Gesundheits- und sozialpflegerische Berufe

 

Rangfolge der Gesundheitsberufe nach Häufigkeiten

Das folgende Schaubild gibt die Zahlenverhältnisse für das Jahr 1985 wieder. Die prozentualen Verhältnisse ist seit damals in etwa gleich geblieben sein.

Schaubild 6: Rangfolge der Berufe im Gesundheitswesen nach Häufigkeiten (1985)

Quelle: Mikrozensus 1985

Das folgende Diagramm gibt einen Überblick über die Entwicklung der letzten Jahre:

Schaubild 7: Personal des Gesundheitswesens

1995

1996

1997

Berufstätige Ärzte/Ärztinnen 

273 880

279 335

282 737

Und zwar: niedergelassen tätig

110 949

112 660

114 995

Männer

176 527

179 107

180 722

Frauen

97 353

100 228

102 015

Zahnärzte/-ärztinnen

60 616

61 404

62 024

dar.: Frauen

20 878

21 292

21 778

Apotheker/-innen

44 696

45 534

47 139

dar.: Frauen

27 421

28 181

29 252

Apotheken

21 753

21 912

22 058

Personal in Krankenhäusern 1)

 1 278 202

 1 269 221

 1 240 116

Ärztliches Personal

113 211

115 143

115 734

Pflegepersonal

450 185

449 546

441 647

Heilpraktiker/Heilpraktikerinnen

   

15 000

dar.: Frauen

   

10 000

Masseure-innen/Krankengymnastsen- innen Bademeister-innen

   

103 000

dar. : Frauen

   

76 000

männlich

   

27 000

Diätassistenten-innen/Ernährungsfachleute u.verwandte Berufe

   

42 000

dar. : Frauen

   

40 000

Medizin-technische Assistenten/Assistentinnen und verwandte Berufe

   

98 000

dar. : Frauen

   

90 000

1) Ohne Bundeswehrkrankenhäuser, einschl. Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Wachsende Spezialisierung

Betrachtet man die Struktur der Beschäftigten im Gesundheitswesen, so sind zwei Entwicklungen augenfällig, nämlich:

Die folgenden Schaubilder zeigen dies am Beispiel der Ärzte. Für die anderen Berufsgruppen haben wir leider kein aussagekräftiges Material gefunden.

Schaubild 8: Beispiel: wachsende Spezialisierung von Ärzten

 

Zahl der Ärzte

Möglichkeiten der Spezialisierung

1935

 

14

1950

63.391

 

1956

   

1984

 

47

1989

188.225

 

1997

282.737

Ca. 52 mit weiteren Untergruppen, lt. BÄK

   

Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen mit

   

Weiteren Spezialisierungen ist zu rechnen.

Schaubild 9: Ärzte-Zahlen seit 1955

  1. ohne Saarland
  2. wegen Einführung des 6. Studienjahres erfolgten im Gebiet der ehem. DDR keine Zugänge von Absolventen in der Fachrichtung Medizin

Quelle: stat. Bundesamt 1997

Positive Auswirkungen der Differenzierung:

Negative Auswirkungen:

Frauenanteil im Gesundheitswesen

Die vorliegenden Zahlen zeigen, daß es im Gesundheitswesen Berufe mit einem hohen Anteil an erwerbstätigen Frauen gibt, wie z.B. bei den Sprechstundenhelferinnen (98,1% Frauenanteil), Apothekenhelferinnen (97,8% Frauenanteil) oder Diät- und Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen (93.8% Frauenanteil).

Die klassischen Frauenberufe im Gesundheitswesen, die in der Krankenpflege angesiedelt sind, sind relativ geringer besetzt. Die Krankenschwestern machen in ihrer Berufsgruppe einen Anteil von "nur" 1997/ 84,6% aus; geringer ist der Anteil in der Krankenpflegehilfe, wo ihr Anteil 1997/63,% beträgt. Die These, daß die Pflegeberufe primär von Frauen ausgeübt werden, muß nach den vorliegenden Zahlen relativiert werden. Die allgemeine Mobilisierung der Frauen, die dazu führt, daß auch außerhalb traditioneller Frauenberufe attraktive Aufstiegs- und Beschäftigungsmöglichkeiten wahrgenommen werden, zwingt die verantwortlichen Institutionen dazu, den Pflegebereich im zunehmenden Maße auch für Männer attraktiv zu machen.

In den technischen Gesundheitsberufen weisen die Männer ein Übergewicht auf: Für die gesundheitssichernden Berufe wie Augenoptiker, Zahntechniker, beträgt der Männeranteil 1985 /77,9%.

Differenzierter gestaltet sich die geschlechtsspezifische Berufsstruktur in den professionellen Gesundheitsberufen: Bei den Ärzten zeigt sich ein eindeutiges Übergewicht an männlichen Erwerbstätigen (1997/ 64% Männeranteil), bei den Apothekern wendet sich dieses Bild jedoch zugunsten der Frauen (1997 / 62% Frauenanteil)

Erst die Differenzierung in professionelle und para-professionelle Berufe ergibt, daß in der ersten Gruppe ein Männeranteil vorherrscht, gegenüber einem Übergewicht von Frauen in den para-professionellen Berufen.Therapeutiche Berufe: wie Masseure/innen, Medizinische Bademeister/innen und Krankengymnasten/innen Logopäden/innen(1997 / 73% Frauenanteil).

Das folgende Schaubild zeigt die prozentuale Verteilung für das Jahr 1985:

Schaubild 10: geschlechtsspezifische Verteilung der Gesundheitsberufe

Quelle: Mikrozensus 1985

Das folgende Schaubild faßt die Zahlen noch einmal für alle Berufsgruppen zusammen. Der Begriff "para-professionell" wird dabei (etwas unpassend) für alle nichtärztlichen Berufe verwendet.

 

Schaubild 11: geschlechtspezifische Verteilung nach Berufen

 

Einkommensstruktur

Schaubild 12: Einkommensverteilung im Gesundheitswesen

Die Altersverteilung in den Berufen des Gesundheitswesen

"Para-professionelle" Berufe

Bei der Betrachtung der Altersverteilung in den Gesundheitsberufen fallen im Vergleich zu den "Nichtgesundheisberuflen" sofort einige Besonderheiten auf:

Auffallend hoch ist der Anteil der Sprechstundenhelferinnen in der Altersgruppe der 18 – 25 jährigen; In den nachfolgenden Altersgruppen nimmt der Anteil stetig ab.

Es ist anzunehmen, daß dieser Beruf bei jungen Menschen, speziell bei Frauen eine hohe Attraktivität besitzt, daß sich im weiteren Zeitverlauf jedoch sehr bald mangelnde Berufsperspektiven manifestieren. Über die Gründe dieses Phänomens kann nur spekuliert werden: Möglicherweise verschlechtern sich im Laufe der Zeit die Berufsaussichten oder es sind keine Aufstiegsmöglichkeiten mit entsprechenden Gehaltsverbesserungen und Statusverbesserungen gegeben.

Bezüglich des Pflegebereiches fördern die Zahlen folgende Aspekte zu Tage. Es ist festzustellen, daß die Altersgruppen unter 25 Jahren relativ hoch besetzt sind, die weitere Entwicklung der Altersverteilung aber bei weitem nicht so rapide abnimmt wie zum Beispiel bei Arzthelferinnen.

Schaubild 13: Altersverteilung, "paraprofessionelle" Berufe

"Professionelle" Berufe

Andersartig verläuft die Altersverteilung in den professionellen Berufen des Gesundheitswesens. Bedingt durch die lange Ausbildungsphase in den akademischen Berufen, beginnt der Berufseinstieg in den allermeisten Fällen ab 36.

Schaubild 14: Altersverteilung, "professionelle" Berufe

Berufsgruppen im Gesundheitswesen

Ärzte

Der Arzt nimmt in unserer Gesellschaft eine bedeutende Stellung ein.

Er dient der Gesundheit des Einzelnen und der Bevölkerung insgesamt.

.Der ärztliche Beruf wird als freier Beruf oder im Angestelltenverhältnis ausgeübt.

Ausbildung:

Führt der Arzt eine Teilgebietsbezeichnung, hat er sich auf das entsprechende Teilgebiet zu beschränken.

Diese Möglichkeit wird von immer mehr Medizinern zur Verbesserung der Wettbewerbschancen auf dem Arbeitsmarkt genutzt.

Das folgende Schaubild zeigt die zahlenmäßige Aufteilung der Berliner Ärzte auf die verschiedenen Spezialisierungsrichtungen:

Schaubild 15: Fachärzte laut Berliner Ärztestatistik

Fachgebiet

Insgesamt

arbeitslos

Niedergelassen

Krankenhaus

Behörden etc.

Sonstige Bereiche

Ohne Gebietsbezeichnung

7300

2393

663

3382

285

577

Prakt. Ärztin/Prakt. Arzt

191

22

144

10

2

13

Allgemeinmedizin

1830

440

1169

61

74

86

Anästhesiologie

869

104

97

632

18

18

Anatomie

23

8

0

5

6

4

Arbeitsmedizin

263

63

11

27

57

105

Augenheilkunde

466

92

312

53

5

4

Biochemie

20

7

0

6

1

6

Chirurgie

1043

205

202

585

25

26

Diagnostische Radiologie,

182

32

41

105

0

4

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

923

158

525

212

17

11

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

448

112

254

65

10

7

Haut- und Geschlechtskrankheiten

384

96

216

45

10

17

Herzchirurgie

21

1

0

20

0

0

Humangenetik

13

0

3

6

3

1

Hygiene und Umweltmedizin

54

23

1

14

13

3

Immunologie

7

2

0

4

1

0

Innere Medizin

2937

686

1111

935

113

92

Kinderchirurgie

27

3

8

16

0

0

Kinderheilkunde

989

267

338

273

75

36

Kinder- und Jugendpsychiatrie

61

5

16

31

6

3

Kinder- und Jugendpsychiatrie u. -psychotherapie

7

0

2

4

0

1

Klinische Pharmakologie

21

1

1

9

1

9

Laboratoriumsmedizin

99

23

20

46

5

5

Lungen- und Bronchialheilkunde

162

71

48

31

7

5

Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie

106

28

6

40

22

10

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

62

12

28

20

0

2

Nervenheilkunde

762

156

299

213

65

29

Neurochirurgie

61

6

9

44

0

2

Neurologie

64

11

11

39

2

1

Neuropathologie

2

1

0

1

0

0

Nuklearmedizin

61

4

17

38

1

1

Öffentliches Gesundheitswesen

71

13

2

5

48

3

Orthopädie

479

86

275

96

17

5

Pathologie

149

31

29

81

5

3

Pathologische Physiologie

11

3

0

4

1

3

Pharmakologie und Toxikologie

76

13

1

21

21

20

Phoniatrie und Pädaudiologie

5

1

1

3

0

0

Physikalische und Rehabilitative Medizin

35

1

11

21

0

2

Physiologie

45

18

1

13

10

3

Physiotherapie

51

22

10

11

6

2

Plastische Chirurgie

11

2

4

5

0

0

Psychiatrie

96

14

25

47

7

3

Psychiatrie und Psychotherapie

81

1

55

23

1

1

Psychotherapeutische Medizin

106

2

89

12

1

2

Psychotherapie

10

4

6

0

0

0

Radiologie

416

128

114

157

11

6

Rechtsmedizin

27

7

0

6

10

4

Sozialhygiene

88

43

1

8

24

12

Sportmedizin

42

12

5

7

8

10

Strahlentherapie

23

1

2

20

0

0

Transfusionsmedizin

35

6

0

21

1

7

Urologie

277

39

144

83

3

8

Sonstige Gebietsbezeichnungen

8

5

0

3

0

0

Ärztin / Arzt im Praktikum (AiP)

1630

579

0

963

6

82

Insgesamt

23230

6063

6327

8582

1004

1254

Quelle: Bundesärztekammer

Zusätzlich: Rheumatologie, Nephrologie, Endokrinologie, Kardiologie

Wesentliche Tätigkeitsmerkmale des Arztes:

ANAMNESE, DIAGNOSE, DIFFERENTIALDIAGNOSE, THERAPIE, PROGNOSE, Primär-PRÄVENTION, SEKUNDÄR-PRÄVENTION, REHABILITATION; TERTIÄRPRÄVENTION:

Tätigkeitsfelder:

Dieser Berufsgruppe obliegt die ambulante ärztliche Versorgung der Bevölkerung

Tätigkeit im Krankenhaus:

Die Tätigkeit im Krankenhaus erstreckt sich vornehmlich auf die stationäre Behandlung der Patienten in den entsprechenden Abteilungen. In den Universitätskliniken kann der Aufgabenbereich des Arztes auch wissenschaftliche Züge annehmen, so daß er unter anderem auch im Bereich der Lehre und Forschung tätig ist. Gemäß seiner fachlichen Qualifikation nimmt der Mediziner eigenverantwortlich leitende Funktionen wahr, zum Beispiel als Stationsarzt, Oberarzt oder als Chefarzt einer Abteilung.

Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst:

Die Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst wird vornehmlich von den Amtsärzten und den sonstigen angestellten und beamteten Ärzten in kommunalen und staatlichen Gesundheitsämtern wahrgenommen. Hauptaufgaben in diesen Institutionen sind die medizinischen Beratung und Aufklärung der Bevölkerung, weiterhin die Erstellung amtsärzlicher Gutachten und die Wahrnehmung vertrauensärzticher Aufgaben. Eine ärztliche Behandlung wird hier grundsätzlich nicht durchgeführt.

Tätigkeit im gewerbeärzlichen Dienst:

Als staatliche oder Landesgewerbeärzte obliegt den Medizinern in diesem Bereich die Aufsicht über die Durchführung der in den gesetzlichen Arbeitsschutzvorschriften vorgeschriebenen ärztlichen Behandlung. Daneben klären sie Arbeitgeber und Arbeitnehmer über arbeitmedizinische Fragen auf.

Tätigkeit in der Sozialversicherung

Hier arbeiten Ärzte als Sachverständige für Fragen der Rehabilitation und des Rentenwesens. In den eigenen medizinischen Sonderkrankenhäusern der Renten-, Kranken- und Unfallversicherungsträger entspricht die Tätigkeit der dort eingesetzten Ärzte im wesentlichen dem Aufgabenbereich der Mediziner öffentlicher und privater Krankenhäuser.

Tätigkeit in der Versorgungsverwaltung:

Die Begutachtung und Einleitung von Heilmaßnahmen für Kriegsbeschädigte und Bundeswehrangehörige oder Zivildiestleistende ist Tätigkeitsfeld der Versorgungsärzte. Ihnen obliegt auch die Feststellung der Minderung der Erwerbsfähigkeit bei Behinderten. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt somit im sozialmedizinischen Bereich.

Tätigkeit in der Arbeitsverwaltung

Da im Bereich der Arbeitsämter tätigen Arbeitsamtsärzte führen Eignungsuntersuchungen bei Berufsanwärtern und Berufswechslern durch. Sie nehmen sich insbesondere der Probleme der Behinderten an und nehmen in Form von Gutachten Stellung bei der Einleitung von Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung und Wiedereingliederung.

Tätigkeit als Betriebsarzt:

Für die Durchführung des medizinischen Arbeitsschutzes und der arbeitsmedizinischen Beratung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sind die Betriebs- oder Werksärzte zuständig. Für die Ausübung dieser Tätigkeit benötigen sie in der Regel die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmediziner" oder die Zusatzbezeichnung "Betriebsmediziner".

Tätigkeit in der Bundeswehr:

Aufgabe der im Sanitätsdienst der Bundeswehr tätigen Ärzte ist es, die Gesundheit der Soldaten zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen. Im Verteidigungsfall steht die Versorgung und Behandlung von Verwundeten im Vodergrund. Ein Teil der Bundeswehrärzte ist mit organisatorischen sowie Führungs- und Ausbildungsaufgaben betraut.

Tätigkeit in Bundesgrenzschutz und Länderpolizei:

Die ärztliche Behandlung und Untersuchung der Grenzschutzvollzugsbeamten vollziehen die Ärzte im Bundesgrenzschutz.

Im Beamtenverhältnis steht der Polizeiarzt. Ihm obliegt die Behandlung der Polizeiangehörigen. Weiter versorgt der Polizeiarzt auch von der Polizei festgenommene Personen und stellt gegebenenfalls deren Haftunfähigkeit fest.

Tätigkeit im Justizvollzugsdienst:

Die medizinische Versorgung der Inhaftierten der Justsizvollzugsanstalten gewährleistet der eigene ärztliche Dienst dieser Einrichtungen. Daneben wirkt der Arzt in diesem Bereich bei der psychosozialen Betreuung und der Resozialisierung der Inhaftierten mit.

Tätigkeiten in der Pharmaindustrie

Tätigkeiten auf Schiffen und in Missionen

Neben ihrer zentralen Bedeutung für das Gesundheitswesen haben die selbständigen Ärzte auch erhebliche Bedeutung als Arbeitgeber und Ausbilder. In Niedersachsen stellten die Freiberufler 1990 insgesamt 27.600 Arbeitsplätze und boten 4.799 Ausbildungsplätze für Arzthelferinnen

Pflegeberufe

Krankenpflegekräfte verstehen sich heute als eigenständige Berufsgruppe die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit allen an der Patientenversorgung beteiligten Berufsgruppen für die pflegerische Betreuung verantwortlich sind.

Das Berufsbild der Krankenpflege wird vom Deutschen Berufsverband für Krankenpflegeberufe wie folgt beschrieben:

"Krankenpflege ist ein eigener Fachbereich im Gesundheitswesen und umfaßt die Gesamtheit pflegerischen Handelns bei gesunden und kranken Menschen aller Altersgruppen zur Erhaltung ,Anpassung oder Wiederherstellung der normalen physischen ,geistigen und sozialen Funktionen und Aktivitäten des täglichen Lebens"

Qualifizierungsmöglichkeiten

Weiterbildung

Studiengänge

Weiterbildung und Studiengänge sind in Vollzeit oder berufsbegleitenden Teilzeitlehrgängen möglich.

Inhalt der Krankenpflegetätigkeit

Grundpflege

Die Grundpflege schließt alle diejenigen Tätigkeiten des Pflegepersonals ein, die der Befriedigung der Grundbedürfnisse und der Bedürfnisse der psychischen und sozialen Betreuung dienen. Dazu gehören Betten und Lagern, Körperpflege, persönliches Gespräch, Hilfeleistungen z.B. beim Aufstehen und Zubettgehen, Beim an- und Ausziehen, Essen, Gehen, usw. Charakteristisch für die Grundpflege ist, daß sie für alle Patienten gleichermaßen, unabhängig von ihrer individuellen Erkrankung, zu leisten ist. Sie kann als der Kernbereich autonomen pflegerischen Handelns bezeichnet werden.

Behandlungspflege

Die Behandlungspflege umfaßt prinzipiell alle Tätigkeiten, die aufgrund der Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung am Patienten verrichtet werden müssen (Arztvisite und Besprechung mit Ärzten, laufende Untersuchungen, besonders Beobachten, Wundpflege, Injektionen und Infusionen, Spülungen etc.). Art und Umfang der Behandlung hängen im Gegensatz zur Grundpflege in erster Linie von der Art und Schwere der Krankheit des Patienten ab. Die Maßnahmen der Behandlungspflege erfolgen in der Regel nach ärztlicher Anordnung oder als direkte Hilfeleistung für ärztliche Tätigkeit.

Neben diesen beiden im engeren Sinne pflegerischen und als patientennah bezeichneten Tätigkeiten gehören zum Aufgabenspektrum der Krankenpflege auch die sogenannten patientenfernen administrativen und hauswirtschftlichen Tätigkeiten.

Administrative und kommunikative Aufgaben

Unter administrative und kommunikative Aufgaben fallen diejenigen Tätigkeiten, die die allgemeine Versorgung der Pflegeeinheiten und einen geregelten Ablauf der pflegerischen Arbeiten gewährleisten (Aufnahme und Entlassung der Patienten, Anforderung von außerstationären Leistungen und Gütern, Organistationsplanung, Dokumentation von Befunden und Pflegemaßnahmen, allgemeine Verwaltungsaufgaben usw.)

Hauswirtschaftliche und allgemeine Versorgungstätigkeiten

Hauswirtschaftliche und allgemeine Versorgungstätigkeiten sind solche, die untrennbar mit der Pflege arbeitsorganisatorisch verbunden sind und der Erhaltung der Sauberkeit und Sicherung der Hygiene im unmittelbaren Patientenbereich dienen sowie die persönliche Versorgung des Patienten betreffen (leichtere Reinigungsarbeiten im unmittelbaren Patientenbereich, Wechselnder Bettwäsche, Speisenverteilung, Wartung pflegerischer Hilfsmittel und –materialien).

Charakteristisch für die Krankenpflege ist gerade die "Ganzheitlichkeit" von kommunikativen, planenden, pflegetechnischen und vermittelnden Handlungen vom Auftreten eines bestimmten Pflegebedürfnisses bis zu dessen Befriedigung.

Berufsverweildauer von Pflegekräften

Im einzelnen zeigt sich, daß 10,6% der Pflegekräfte eine Beschäftigungsdauer von weniger als 3 Jahren aufweisen. 38,7% der Pflegekräfte arbeiten seit 3 bis 5 Jahren im Betrieb. Über 5 Jahre sind hingegen 50,7% der Pflegekräfte beschäftigt.

Schaubild 16: Durchschnittliche Beschäftigungsdauer des Pflegepersonals in 274 Krankenhäusern

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

 

Kündigungsgründe (Fluktuationsursachen)

Die Einzelfaktoren, die hauptsächlich zur Aufgabe des Pflegeberufs beitragen, sind

Des weiteren sind fehlende Möglichkeiten für die Aufnahme einer Teilzeitarbeit, psychische Belastungen sowie das Arbeitsklima als ausschlaggebende Gründe zu erwähnen.

Schaubild 17: Gründe für die Aufgabe des Pflegeberufs (Antworten ehemaliger Pflegekräfte)

Arzthelferin (Zahnarzthelferin, Apothekenhelferin)

Ausbildung:

Aufgabengebiet:

Arbeitsgebiete:

Arbeitsplätze

Das folgende Schaubild gibt einen Überblick über die Aufteilung der Beschäftigten auf die verschiedenen Arbeitsorte am Beispiel Berlins:

Schaubild 18: Prozentuale Verteilung der Beschäftigten im Gesundheitswesen, Berlin 1996

Quelle: StaLa Berlin

Schaubild 19: Arbeitsplatz Krankenhaus

 

 

Literaturliste

 

"Die Personalstruktur des deutschen Gesundheitswesens Mitte der achtziger Jahre:

Bestandsaufnahme und Bewertung aktueller Datenquellen"

Heinrich Nahr /1991

 

 

"Freie Heilberufe und Gesundheitsberufe in Deutschland"

Heinz Sahner / Andreas Rönnau /1991

 

"Jahresgesundheitsbericht 1996"

Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales

Berlin 1997

 

"Gesundheits- und sozialpflegerische Berufe"

BiBB / 1992

 

"Das Gesundsheitswesen in Deutschland"

Beske/Brecht/Reinkemeier/ 1995

 

"Das deutsche Gesundheitswesen von A – Z"

Schell Werner / 1995

 

"Forschungsbericht"

Angebot und Bedarf an Pflegepersonal bis zum Jahre 2010

Der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung

 

"Zum beruflichen Strukturwandel im Gesundheitswesen der BRD"

Walter Baumann / 1990

 

Statistisches Bundesamt / Berlin