3 Engel für Charlie - Volle Power

Film 3 Engel für Charlie
Originaltitel Charlie's Angels - Full Throttle
Erscheinungsdatum 2000
Genre Action-Komödie
Regie McG
Darsteller Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, Demi Moore, John Forsythe
Laufzeit 100 min
FSK ab 12

   Story: Good Morning Angels“ – „Good Morning Charlie!“ Natalie Cook, Dylan Sanders und Alex Munday oder kurz gesagt die drei Engel des mysteriösen Charlie sind wieder da! Auch in ihrem neuen Abenteuer ist die nationale Sicherheit wieder in Gefahr. Dieses Mal dreht sich alles um zwei Ringe aus Titan, die eine weit größere Bedeutung haben, als es den ersten Anschein hat. Sie sind eine Art Datenträger, die alle essentiellen Informationen über jedes einzelne Mitglied des Zeugenschutzprogramms der USA beinhalten. Da nun schon die ersten Zeugen sterben, und das FBI keinen Rat mehr weiß, wird Charlie kontaktiert, der dann seine Engel ins Spiel bringt. Also macht sich das schlagfertige Trio auf den Weg, der nicht immer so geradlinig verläuft, wie die Drei es sich vorgestellt hätten, denn plötzlich taucht „Ex-Engel“ Madison Lee, Charlies frühere Angestellte auf, die es nun satt hat, Anweisungen von einer Lautsprecherbox auszuführen und jetzt alleine arbeitet. Ihr Tun basiert selbstverständlich nun nicht gerade auf gut gemeinten Intentionen, sondern viel mehr wird vermutet, dass sie hinter den Morden an den Leuten aus dem Zeugenschutzprogramm steckt. Nun liegt es an Natalie, Alex und Dylan, Madison zu stoppen und ihr das Handwerk zu legen…

   Atmosphäre: Die Story ist zwar recht spannend, da noch die eine oder andere Überraschung lauert, die ich jetzt absichtlich verraten habe, aber ansonsten auch ziemlich simpel und nicht wirklich tiefgründig oder anspruchsvoll. Aber auf der Story lag auch nicht gerade der Focus der Macher des Films. Viel eher wurde bei „3 Engel für Charlie – Volle Power“ Wert auf lustige, abwechslungs- und natürlich actionreiche Unterhaltung gelegt. Das kann man ganz deutlich an den tollen Actionszenen, wie beispielsweise das fünfminütige Motorradrennen, oder den Kampf auf dem Schiff mit anschließender Flammenwerfereinlage erkennen. Die einzelnen Bewegungen wurden dann überdies noch zum Teil in Zeitlupe gezeigt, so dass es kein Wunder ist, dass einem immer wieder Gedanken an Matrix hochkommen. Außerdem wurde auch sehr viel Wert auf die gesamte Optik des Films gelegt, so dass alles topp gestylt, ja fast schon übergestylt daher kommt. Sagen wir mal so: Es hält sich gerade noch im Rahmen.

   Musik & Ton: Diesen Aspekt unterstützt dann zusätzlich noch die hippe Musik, die den Film die meiste Zeit über untermalt. Vor allem bei den Actionszenen wurde auf die technoiden Klänge der Gruppe „Prodigy“ zurückgegriffen, von denen die zwei Lieder „Breathe“ und „Firestarter“ im Film ertönen.

   Schauspieler: Cameron Diaz alias Natalie, Drew Barrymore alias Dylan sowie Lucy Liu alias Alex liefern allesamt eine klasse Show ab und bringen ihre Rollen als die Helfershelferinnen von Charlie wirklich glaubwürdig rüber. Die Drei spielen ihre Rolle auf eine frisch fröhliche und humorvolle Art und Weise und harmonieren wunderbar zusammen. Jede Einzelne von ihnen bringt eine gewisse Eigenheit ins Team mit hinein, so dass sich das Trio perfekt ergänzt. Ganz nebenbei: Drew Barrymore war nicht nur vor der Kamera aktiv, sondern ebenfalls an der Produktion des Films beteiligt. Des weiteren verkörpert Demi Moore ihre Rolle als gefallener Engel Madison Lee überraschend überzeugend, so dass der Zuschauer nachvollziehen kann, warum sie jetzt in dieser Szene so oder in jener so handelt. Bisher war sie ja eigentlich immer eine heiße Anwärterin auf die „Goldene Himbeere“, aber für diese Darbietung wird sie wohl nicht nominiert werden. Bill Muray ist dieses Mal nicht mehr mit von der Partie, da es einem Gerücht nach angeblich einen Streit mit Lucy Liu gab. Deswegen schlüpft Bernie Mac im zweiten Teil nun in die Rolle des Bossley, den Mittelsmann zwischen Charlie und den Engeln, da diese Charlie aus Sicherheitsgründen nie zu sehen bekommen. Mac bemüht sich redlich, aber an die Klasse eines Bill Muray kommt er einfach nicht heran. Neben den Hauptdarstellern, gab es außerdem noch jede Menge bekannter Gaststars, wie beispielsweise Actionstar Bruce Willis und ganz nebenbei noch Demi Moores Ex-Mann, sowie Robert Patrick, den die Actionfans noch als „T-1000“ aus „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ in guter Erinnerung haben werden. Ebenfalls mit dabei ist John Cleese, der Alex’ Vater mimt. Die Sängerin Pink hat beim Motorradrennen auch einen kleinen Auftritt, was allerdings kein Zufall ist, denn schließlich ist sie für den Titelsong des Filmes verantwortlich. „Feel Good Time“ heißt er übrigens, was eigentlich genau den Kern des Films trifft.

   Fazit: 3 Engel für Charlie – Volle Power ist einfach ein Film zum Wohlfühlen, bei dem man auch mal getrost sein Gehirn abschalten kann und einfach nur genießen darf. Der Film ist Popcorn-Kino vom Feinsten, das sich überhaupt nicht ernst nimmt. Das kann man auch daran erkennen, dass viele Szenen absichtlich extrem unrealistisch und übertrieben dargestellt sind und die Gesetze der Schwerkraft praktisch deaktiviert wurden. Darüber hinaus nimmt sich der Film in einzelnen Momenten auch selber auf den Arm, was insbesondere das Thema „Fortsetzungen von Filmen“ betrifft. Die Cineasten unter den Zuschauern werden mit Sicherheit auch die Anspielung auf „Mission Impossible 2“ erkennen. Wer nun also einen Film sehen möchte, der kurzweilige Unterhaltung oberster Güteklasse bietet, und wer über eine etwas schwache Story hinwegsehen kann, der ist mit „3 Engel für Charlie 2“ bestens bedient.

   Wertung: Story: 80% ; Action: 95% ; Spannung: 85% ; Schauspieler: 96% ; Atmosphäre: 96% ; Sound: 97%

   gesamt: 92%

  © JCFK 2004