
Photos used on "Stuffbase" are copyright protected and are property of their respective owners. Studio logos & other trademarks used herein are property of their respective owners.
|
Film |
Domino |
|
Originaltitel |
Domino |
|
Erscheinungsdatum |
2005 |
|
Genre |
Action-Thriller |
|
Regie |
Tony Scott |
|
Darsteller |
Keira Knightley, Mickey Rourke, Edgar Ramirez, Delroy Lindo |
|
Laufzeit |
127 min |
|
FSK |
Ab 16 |
Story: Als Tochter des Schauspielers Lawrence Harvey und des Models Sophia Wynn wächst Domino in der Glamourwelt voller Reichtum auf. Das leichte und bequeme Leben sagt ihr aber überhaupt nicht zu. Sie möchte ihren Weg gehen und nach ihren eigenen Regeln leben. Als sie wie durch Zufall auf ein Seminar für Kopfgeldjäger stößt, erkennt sie in Windeseile, dass diese Art zu leben genau ihre Traumwelt darstellt. Für sie bedeutet es Freiheit; Kopfgeldjägerin zu sein ist für sie ein ganz besonderes neues Lebensgefühl...
Kommentar: Als Tochter des Schauspielers Lawrence Harvey und des Models Sophia Wynn wächst Domino in der Glamourwelt voller Reichtum auf. Das leichte und bequeme Leben sagt ihr aber überhaupt nicht zu. Sie möchte ihren Weg gehen und nach ihren eigenen Regeln leben. Als sie wie durch Zufall auf ein Seminar für Kopfgeldjäger stößt, erkennt sie in Windeseile, dass diese Art zu leben genau ihre Traumwelt darstellt. Für sie bedeutet es Freiheit; Kopfgeldjägerin zu sein ist für sie ein ganz besonderes neues Lebensgefühl...Was sich als recht einfache Story anhört, entpuppt sich als relativ kompliziertes Storygeflecht, das erst mit der Zeit entworren wird. Der Zuschauer ist regelrecht gefordert, aufmerksam zuzuschauen, um der Handlung folgen zu können. Regisseur Tony Scott führt den Zuschauer auch gerne mal in die Irre, indem manche Szenen quasi wieder rückgängig gemacht werden. Dabei lässt er eine kurze Sequenz tatsächlich rückwärts ablaufen: Leute, die erschossen am Boden liegen, stehen wieder auf, Patronen kommen aus ihrer Brust und fliegen zurück in die Handfeuerwaffe, die gerade auf sie gerichtet ist. Dies sorgt jedes Mal aufs Neue für Erstaunen. Besonders interessant ist auch die Erzählweise. Der Film startet mittendrin im Geschehen, die Geschichte wird von hinten aufgerollt und das „Story-Puzzle“ setzt sich Teil für Teil zusammen. Die genialen Verhörszenen zwischen Domino und der FBI-Agentin – gespielt von Lucy Liu – dienen dabei als narrativer Überbau und ziehen sich wie ein roter Faden durch den Film, in dem nach und nach Dominos Lebensgeschichte offenbart wird. Die Person, um die sich alles dreht wird von Keira Knightley verkörpert. Diente die junge Britin in „Fluch der Karibik“ noch als nettes optisches „Beiwerk“, so verblüfft sie in diesem Streifen mit einer Oscar reifen Darbietung und beweist erstmals, dass sie durchaus in der Lage ist, einen Film zu tragen. Gekonnt provozierend und exzentrisch spielt sie die Kopfgeldjägerin, die ihren eigenen Kopf hat, die immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung ist und in der entscheidenden Situation ihre weiblichen Reize auch als Waffe einzusetzen weiß. Für eine 19-Jähre eine bemerkenswerte Leistung und ihre bis dato beste und anspruchsvollste Rolle. Da kann man nur hoffen, dass weitere Auftritte dieser Art folgen. Mickey Rourke, der in Sin City erfolgreich sein Comeback gefeiert hat, spielt Dominos „Mentor“ und ist genau die richtige Besetzung für den raubeinigen und gerissenen Kopfgeldjäger, der mit allen Wassern gewaschen ist. Oscarpreisträger Christopher Walken ist ebenfalls mit von der Partie und weiß durch sein intensives Schauspiel als wahnwitziger Fernsehproduzent Mark Heiss ebenfalls zu überzeugen. Nebenbei wirkt an bekannten Stars auch Lucy Liu mit, die als Verhörspezialistin Taryn Miles sehr dominant auftritt und sich tolle Wortgefechte mit Keira Knightley liefert. Eine große Abwechslung bietet auch die Musikuntermalung des Films, für die sich Harry Gregson-Williams verantwortlich zeigt. Hip Hop und elektronische Musik wechselt sich ebenso ab, wie instrumentale oder chorale Klassik mit indischen Klängen. Und im letzen Drittel des Films ertönt dann an zwei passenden Stellen Tom Jones’ Klassiker „Mama Told Me Not To Come“. Das Erfreuliche an „Domino“ ist, dass sich der Film vom „Blockbustereinheitsbrei“ unterscheidet und erfrischend anders ist. Ausnahmsweise kein effektüberladenes Popcornkino, sondern anspruchsvolle Unterhaltung und mit Gewissheit ein Film, auf den man sich einlassen muss. Es ist fast schon eine Art Dokumentation, eine Biografie, denn die Titelheldin Domino Harvey gab es wirklich. Regisseur Tony Scott lerne sie 1993, als damals 20 jährige kennen und am Ende des Films ist sie sogar kurz zu sehen. Die wilde Rebellin, die Scott immer wieder inspirierte starb erst dieses Jahr. Der Film, der mit einigen interessanten Zitaten gespickt ist: „Es gibt drei Sorten von Menschen: Die Reichen, die Armen, und alle dazwischen“ regt immer wieder zum Nachdenken an und wartet auch mit kleinen, aber umso spannenderen Details auf: Die Münze oder der Goldfisch, der sowohl lebendig, als auch in Form eines Tattoo an Dominos Hals zu sehen ist – um nur zwei zu nennen – tauchen immer wieder auf. Trotz des Anspruchs wird der Film aber nie langweilig, denn er Tony Scott versteht es bestens eine Synergie aus Anspruch und Unterhaltung zu schaffen und auch die Actionfans kommen im bleihaltigen Showdown so richtig auf ihre Kosten. Alles in allem ist Domino ohne Einschränkung empfehlenswert und einer der Geheimtipps des eher schwachen Kinojahres 2005. Ein Film, dessen Intensität den Zuschauer in seinen Bann zieht und nicht mehr los lässt.
© JCFK 2006