Die Insel

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Film

Die Insel

Originaltitel

The Island

Erscheinungsdatum

2005

Genre

Science-Fiction-Thriller

Regie

Michael Bay

Darsteller

Ewan McGregor, Scarlett Johansson, Steve Buscemi, Sean Bean

Laufzeit

136 min

FSK

Ab 16

 

   Story: Im Jahre 2019 leben die Menschen in weiß gestrichenen und steril gehaltenen Gebäuden. Alle haben die gleiche Kleidung und jeder Tag läuft nahezu gleich ab. Das Gebäude dürfen sie niemals verlassen, denn draußen ist alles verseucht, da es in den letzten Jahren eine globale Kontamination gab. Der einzige Lebensinhalt der Leute ist es, jeden Tag zu hoffen, dass sie in der Lotterie gewinnen und auf „Die Insel“ dürfen. Das alles wird ihnen zumindest eingebläut, doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. „Lincoln Six Echo“ kommt der ganzen Sache auf die Spur, und entdeckt, dass alles nur eine große Lüge ist. Gemeinsam mit „Jordan Two Delta“ flüchtet er aus der gefängnisartigen Einrichtung und mit Hilfe eines gewissen McCord erfahren die beiden die Wahrheit: Alle Insassen der ominösen Einrichtung sind nur Klone – Kopien von Menschen in der realen Welt, gezüchtet um als Organspender zu dienen und den Menschen in der Außenwelt ein längeres Leben zu ermöglichen. Sie sind quasi nur „Produkte“ der Firma „Merrick Biotech“ ohne jegliche Rechte. Mit diesem Wissen wollen Lincoln Six Echo und Jordan Two Delta an die Öffentlichkeit und alles aufdecken. Genau das will Firmenchef Merrick natürlich verhindern und heuert ein Spezialteam an, um seine „Produkte“ einzufangen oder zu eliminieren. Eine gnadenlose Hetzjagd beginnt...

 

   Kommentar: Regisseur Michael Bay, der bisher immer mit Produzent Jerry Bruckheimer zusammen einen Blockbuster nach dem anderen abdrehte und mit Filmen wie Bad Boys II, Armageddon, The Rock etc. stets ein dreistelliges Einspielergebnis einfuhr, wollte nun mit „Die  Insel“ etwas Neues versuchen und bastelte diesen Streifen ohne seinen langjährigen Freund. Was daraus entstanden ist? Eine gelungene Mischung aus Actionfilm und Ethikdebatte, in der gut zu erkennen ist, welche Frage er aufwirft. Scarlet Johansson, die Darstellerin der „Jordan Two Delta“ gab sich wirklich redlich Mühe, in ihre leicht primitive Rolle so viel schauspielerisches Talent wie möglich rein zu packen. Überzeugender war dagegen Ewan McGregor, der die Hauptrolle übernahm und den Klon „Lincoln Six Echo“ gekonnt mimte und dessen Zweifeln an seiner eigenen Welt und dessen Neugierde sehr gut rüber brachte. Eines der besten Zitate: „Ich wünschte, da wäre mehr“. Besonders gelungen war allerdings die Darbietung des gewissen- und skrupellosen Firmenchefs Merrick, verkörpert von Sean Bean, der schon in einigen Filmen wie z.B. „Goldeneye“ bewies, dass diese Rollen genau das Richtige für ihn sind. Allein schon sein Blick wirkt angsteinflößend und man erkennt in ihm den „Möchtegern-Gott“, der den Tod mit allen Mitteln auszutricksen versucht. Erwähnenswert ist außerdem noch Steve Buscemi, der wie gewöhnlich eine interessante Nebenrolle bekommen hat. Ein begnadeter Schauspieler, der immer auch eine gewisse Portion Humor in eine Film hinein bringt (Originalton: „Soll ich euch die Bude voll kotzen, oder wartet ihr, bis ich fertig bin?“). Er verkörpert den Technik-Experten McCord, der den beiden Klonen zur Flucht verhilft und der das Los gezogen hat, Derjenige zu sein, der den Beiden erzählen muss, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.Wie bereits erwähnt, spielt das Thema „Klonen“ die zentrale Rolle im Film. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: „Wie weit darf die Forschung gehen?“ „Dürfen Klone als menschliches Ersatzteillager gezüchtet werden?“ „Haben Klone eine Seele?“ oder „Sind Klone Menschen, oder nur Produkte?“ Spannende Fragen, die mit der Kritik am „Wunsch nach der ewigen Jugend“ und der „Sehnsucht, nicht sterben zu müssen“ verbunden werden. Brisante Themen, die immer aktueller werden und den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Damit der Film aber auch einen hohen Unterhaltungswert bekommt, wurde in der Mitte auch ordentlich Action aufgefahren. Das Glanzstück des Films ist eine rasante Verfolgungsjagd, bei der dem Zuschauer alles mögliche um die Ohren fliegt. Dazu sich überschlagende und explodierende Fahrzeuge und brachiale Schusswechsel. Dazu gibt es klassische Musikuntermalung, die immer mal wieder dezent in den Vordergrund tritt und vor allem am Ende des Films für Gänsehautstimmung im Kino sorgt, wo ein überwältigender Klangteppich ausgebreitet wird. Nicht die Ohren werden gut versorgt, sondern auch die Augen bekommen einiges geboten, denn die zahlreichen Panorama-Kamerafahrten über die Insel und das Meer mit den schönen Naturaufnahmen laden zum Staunen ein. Mit „Die Insel“ ist Michael Bay also ein Film gelungen, der einiges zu bieten hat und unterschiedlichste Geschmäcker zufrieden stellen wird, da für Jeden etwas dabei ist.

 

  © JCFK 2006