Kill Bill - Volume 1

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| Film | Kill Bill - Volume 1 |
| Originaltitel | Kill Bill - Volume 1 |
| Erscheinungsdatum | 2003 |
| Genre | Action, Splatter |
| Regie | Quentin Tarantino |
| Darsteller | Uma Thurman, Lucy Liu, Sonny Chiba |
| Laufzeit | 106 Minuten |
| FSK | ab 18 |
Story:
Sie ist namenlos. Sie wird "die Braut" genannt. Und sie ist Killerin. Bis sie an ihrem Hochzeitstag von ihrem Chef Bill und seinen Leuten umgebracht werden soll. Alle Hochzeitsgäste werden niedergemetzelt und auch die "Braut" scheint tot zu sein. Doch sie überlebt schwer verletzt und liegt Jahre lang im Koma. Eines Tages wacht sie aus dem Koma auf und hat nur einen Gedanken: Rache. Keiner der damals am Attentat beteiligt war soll überleben... und keiner wird es.
Musik & Ton:
Alles was Quentin Tarantino in seine Film
packt wird zum Kult. Und auch hier wird es wohl kaum anders werden.
Schon am Anfang Bilder die sich samt der Musik ins Hirn einbrennen als die
"Braut" schwer verletzt am Boden liegt und die Stimme von Nancy Sinatra "Bang
Bang, he shot me down" trällert.
Quentin Tarantino bringt es immer wieder fertig in seinem Filmen die
unterschiedlichsten Stile einzubauen.
Und so schafft es hier die Musik immer wieder die skurrilsten Szenen zu
"verformen". Zum Beispiel als O-Ren Ishii (Lucy Liu) und ihre Schergen in
peinlichen Masken das Teehaus betreten: Durch die Kameraeinstellung wirkt die
Szene stylisch, aber erst durch dass hämmernde "Battle
without Honor or Humanity" von Tomoyasu Hotei wird die Szene "cool".
Im Gegensatz dazu steht die sehr melancholische Musik, die zum Beispiel in den
Szenen mit Hattori Hanzo gespielt wird und von der Atmosphäre her stark an John
Woo's "The Killer" erinnert.
Tarantino ließ sich für Kill Bill im Gegensatz zu den meisten Filmen anderer
Regisseure die Musik nicht auf den Leib schneidern. Dies hat den Nachteil dass
die Musik vielleicht nicht 100% eingebettet wirkt. Aber dies ist mit Sicherheit
auch nicht beabsichtigt. Ein Tarantino wirft einfach einen Blick auf die
Musikgeschichte und sucht sich eine bunte Mischung aus. Und siehe da, die Lieder
passen wie die Faust aufs Auge.
Atmosphäre:
Es ist doch erstaunlich wieviel Atmosphäre in 106 Minuten Film passen.
Während andere Filme manchmal krampfhaft versuchen eine bestimmte Atmosphäre
über die Spieldauer hinweg aufzubauen, schafft es Kill Bill doch tatsächlich die
unterschiedlichsten Atmosphären zu erschaffen. Und Tarantino-typisch ist die
erste Atmosphäre mal wieder eine "Hä?" Atmosphäre. Der Film ist in Kapitel
unterteilt und es fängt mit Kapitel 2 an. Nach einer Weile findet man sich
jedoch im Geschehen ein und es auch leichter dem Geschehen weiterhin zu Folgen
als zum Beispiel in "Pulp Fiction". Eine weitere Besonderheit von Kill Bill ist,
dass der Film sich eigentlich kaum in eine Kategorie stecken lässt und doch
eigentlich eine eigene Kategorie beanspruchen kann. Den "Hollywood Eastern".
Kill Bill ist laut Tarantinos Aussagen sein Tribut an das asiatische Kino und
das lässt sich deutlich spüren. Alles ist einfach intensiver, extremer und
übertriebener als das 08/15 Hollywood Kino. (Dies ist alles positiv gemeint).
Dementsprechend hoch ist auch der Gewaltfaktor. Im asiatischen Film geht es
meist nicht zimperlich zur Sache und das trifft auch hier zu. Doch darf man dies
nicht missverstehen. Die Gewalt ist hier ein Stilmittel und absichtlich völlig
übertrieben. Sie wird schon quasi zum Comedy-Element deformiert. Und wer dies
nicht verstanden hat, wird wohl auch Jackson's "Braindead" nicht verstanden
haben. Tarantino ist durchaus ein Risiko mit der exzessiven Gewaltdarstellung
eingegangen, doch das Experiment ist geglückt. Die Filmorganisationen scheinen
es verstanden zu haben, denn der Film wurde nirgends verbannt und kam auch meist
ungeschnitten in die Kinos. Doch ein kleines Zugeständnis an die westliche
Kinowelt hat Tarantino dann doch selbst eingebaut. Die brutalsten Szenen sind
entweder in Manga Form oder Schwarz/Weiß gehalten. Tarantino hat diese Maßnahme
zwar als Stilmittel ausgelegt, doch die Schwarz/Weiß Szene ist dann wohl doch
eher eine Absicherung gegen "Gewaltverherrlichung". Vor allem wenn man
berücksichtigt dass in Japan die selbe Szene in Farbe veröffentlicht wurde. Um
nun wieder auf die Atmosphäre zurück zu kommen: Die Bandbreite an verschiedenen
Stimmungen ist beachtlich.
Mal Melancholisch, mal surrealistisch oder irgendwie "abgehoben" (zum Beispiel
der Finale Kampf zwischen O-Ren Ishii und der "Braut") und zwischendurch auch
mal komisch. Und natürlich sind kultige Dialoge bei einem Tarantino Film sowieso
Pflichtprogramm, da macht Kill Bill keine Ausnahme.
Schauspieler:
Uma Thurman bringt die rachsüchtige "Braut"
gut rüber. Man spürt fast die Wut in ihr. Und dass sie diese Wut auch wunderbar
in das "Hanzo" Schwert projizieren, und dass Schwert wiederum wunderbar in die
Gedärme ihrer Gegner "projizieren" kann, lässt sie noch glaubwürdiger
erscheinen. Jedoch scheint es doch etwas als ob die Kämpfe etwas aus Kitamura's
"Versus" abgekupfert sind. Trotzdem überzeugt Uma Thurman in den Fights, auch
wenn sie nicht unbedingt an die Coolness des "Häftlings
KSC2-303" aus Versus herankommt.
Die eigentlichen Stars des Films sind jedoch Lucy Liu und Sonny Chiba. Letzterer
hat zwar nur einen kurzen Auftritt, überzeugt aber vollständig.
Und Lucy Liu's erste Szene, bei dem sie gleich mal einen Kopf rollen lässt und
anschließend einen Wutanfall bekommt ist einmalig.
Fazit:
Hollywood meets Eastern. Und das alles unter Aufsicht von Quentin Tarantino. Da fliegen die Fetzen (äh... Gedärme). Pflichtprogramm!
| Story | Atmosphäre | Action | Spannung | Humor | Gesamt |
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92% |
© UncleHo 2004