X-Men - Der letzte Widerstand

„They wish to cure us but I say: We are the cure!“

 

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Film

X-Men 3

Originaltitel

X-Men – The Last Stand

Erscheinungsdatum

2006

Genre

Science-Fiction-Action-Drama

Regie

Bratt Ratner

Darsteller

Patrick Stewart, Hugh Jackman, Ian McKellen, Halle Berry, Famke Janssen, Rebecca Romijn

Laufzeit

104 min

FSK

Ab 12

 

   Story: Die Menschen möchten die Mutanten nicht mehr töten, sie möchten sie heilen. Darum entwickelte ein Team von Wissenschaftler auf der ehemaligen Gefängnisinsel ein Gegenmittel, das die Mutationen für immer beseitigt und die Mutanten zu „normalen“ Menschen machen wird. Die Entscheidung dieses Mittel zu nehmen bringt jeden Mutanten vor eine tiefe Gewissensfrage. Magneto, der sich an Darvin’s Leitmotiv „Survival Of The Fittest“ hält, ist sehr skeptisch und sieht das Gegenmittel als Bedrohung, da es den Mutanten mit Sicherheit bald aufgezwungen wird und die Menschen das erste Blut vergießen werden. Er startet einen erbitterten Kampf, den er mit einer deutlichen Aussage unterstreicht: „Sie wollen uns heilen, aber ich sage: Wir sind die Heilung!“

 

   Kommentar: Der neue Regisseur Brett Ratner blieb dem Stil der Vorgängerfilme unter der Regie von Bryan Singer treu und treibt das X-Men Universum noch weiter voran. Er legte mehr Tiefe in die Story und vor allem in die Charaktere. Außerdem gibt es beeindruckende Special Effects und Actionszenen, die alles Dagewesene in den Schatten stellen. In X-Men 3 wird der Begriff „Action“ neu definiert. Gleich der Beginn erinnert stark an Terminator 2 und der finale Show-Down ist eine wahre Augenweide. Der absolute Höhepunkt und die aufwendigste Szene des Films ist jedoch die etwas eigenwillige „Umleitung“ der Golden Gate Bridge durch Magneto mit seinem anschließenden zweideutigen Scherz: „Xavier wollte schon immer Brücken bauen“. Ja, auf den ersten Blick scheint X-Men 3 – Der letzte Widerstand perfektes Popcorn-Kino zu sein. Aber beim zweiten Hinsehen, entdeckt man, dass es in diesem grandiosen Streifen längst nicht nur um Action geht, sondern um viel mehr. Im Gegensatz zu anderen Filmen sind Action und Special Effects nicht reiner Selbstzweck, sondern festigen die Story und unterstreichen die einzelnen Charaktere und ihre einzigartigen Fähigkeiten. Denn genau darum geht es hier, um tiefgründige Fragen wie: Soll die eigene Individualität um jeden Preis aufgegeben werden, nur um besser in die Gesellschaft hinein zu passen und von den Anderen respektiert und toleriert zu werden? In einer Szene, in der der junge Mutant „Angel“ im Bad mit einem großen Messer seine Flügel abschneidet, weil sein Vater ihn nicht akzeptiert wie er ist, wird dies auf sehr drastische und rührende Weise dem Zuschauer näher gebracht. Mit diesem Thema spricht der Film nicht nur erwachsenes, sondern sogar ganz junges Publikum an. Man kann diese Frage noch weiter denken: Ist der Verlust der eigenen Individualität nicht auch der Verlust der eigenen Identität? Und: Sind Mutationen wirklich eine Krankheit oder doch eine besondere Gabe? Darüber hinaus wird auch das Thema: „Verantwortungsvoller Umgang mit Macht“ angeschnitten. Der Film hat also jede Menge Ansatzpunkte für Diskussionen und regt zum Nachdenken an. Selbst wenn das Getöse der ominösen Actionszenen längst verklungen ist, begleiten diese aufgeworfenen Fragen den Zuschauer noch auf dem Weg nach Hause und klingen noch lange nach. Genauso auch die fabelhafte Musikkomposition von John Powell, dem es nicht nur gelingt, die wuchtigen Szenen des Films mit dem nötigen Schwung und kraftvollen Klängen zu würzen, sondern vor allem auch die ruhigen Szenen werden von traumhaft sanfter Klassikmusik getragen, so dass „Gänsehaut-Feeling“ vorprogrammiert ist. Glücklicherweise konnte wieder die alte Darsteller-Crew zusammen getrommelt werden, die allesamt als tolles Team wirken, wobei niemand eine besonders große und herausragende Rolle spielt und es auch keinen typischen Hauptcharakter gibt, was bei einer so großen Vielzahl an Figuren auch gar nicht möglich ist, denn außerdem wurden auch einige interessante, neue Charaktere eingeführt. Als ob das noch nicht genug wäre, wartet die Story mit einigen Schockern und überraschenden Ereignissen auf, mit denen wohl niemand gerechnet hätte. Die X-Men Trilogie ist eine der wenigen Filmreihen, die sich sowohl an Effekten, als auch in Sachen Story mit jedem Teil verbessert und immer noch eins drauf setzt. X-Men 3 ist ganz großes Kino und der wahrscheinlich beste Film des Jahres!   

 

  © JCFK 2006