Der Berg, der Hausfreund

Deutschland bietet im Norden das Meer und im Süden die Berge. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, doch welche Bandbreite an Reisezielen damit verbunden ist, gerät hin und wieder in Vergessenheit. Wir jedenfalls konnten, ganz naiv und im besten philosophischen Sinne, noch staunen, als wir kürzlich – vor allem die deutsche Nord- und Ostseeküste kennend – einen Winterurlaub in Berchtesgaden verbrachten und dabei wandernd in alpines Gelände vorstießen, wie wir es aus den Schweizer Alpen kennen. Schön, wenn es so etwas auch vor der eigenen Haustür gibt.
Ein guter Begleiter für die Bergtouren vor der Haustür ist Heinrich Baureggers Klassiker „Bayerische Hausberge“, der jetzt in einer überarbeiteten und aktualisierten Auflage erschienen ist. In den bayerischen Hausbergen zwischen Berchtesgaden und Füssen sind Gipfelsammler ebenso wie Familien unterwegs, denn das Spektrum reicht von der beschaulichen Almkultur bis zu Bergen mit hohen alpinistischen Anforderungen. Neben den über die bayerischen Grenzen hinaus berühmten Gipfeln – Watzmann und Zugspitze – laden Herzogstand und Notkarspitze, Hoher Göll und Großer Bettelwurf zu Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade ein. Für den nötigen Überblick sorgt Heinrich Bauregger, ausgewiesener Kenner der Bayerischen Alpen, mit seiner Auswahl von 80 attraktiven Bergen. Beschrieben werden in der Regel die Normalrouten, wobei Varianten und Anschlussrouten einbezogen werden. Fast alle Wege führen an gemütlichen Hütten vorbei, in denen auch übernachten kann, wer die Tagestouren zu wochenendfüllenden Unternehmungen ausdehnt.
Eine Übersichtskarte und eine nach Höhenmetern sortierte Liste der Berge verschaffen einen raschen Überblick. 20 Touren hat der Autor als ausdrücklich familientauglich ausgewiesen. Detailkarten und übersichtlich präsentierte Informationen über Talort, Ausgangspunkt, Anfahrt, Gehzeiten, Schwierigkeit, Einkehr und Kartenmaterial ermöglichen schließlich eine gezielte Auswahl geeigneter Ziele. Mit den detaillierten Routenbeschreibungen ist der
Bergwanderfreund bestens für herrliche Unternehmungen gerüstet. Die Qualität der Fotos reicht von gut bis exzellent, manches könnte auch in einem Bildband Platz finden.
Die Bayerischen Alpen haben den liebenswerten Vorzug der Überschaubarkeit – weniger im alpinen als im geistigen Sinne –, was dazu einlädt, länger zu bleiben und häufiger wiederzukommen. Wer dort mehr als ein Wochenende verbringt, wird die Gegend bald kennen und bald lieben lernen, so wie man all das lieben kann, was einen täglich umgibt, was selbstverständlich scheint, aber es keineswegs ist. So wie ein guter Hausfreund eben.
Heinrich Bauregger: „Bayerische Hausberge. Genusstouren zwischen Berchtesgaden und Füssen“
Bruckmann-Verlag München, 160 Seiten, 150 Abbildungen, 17,90 Euro.
Studie: Kundenkarten auch im Tourismus immer wichtiger
(n4p) - 06.07.2004 Die Urlaubsreise als eine Art „Einheitsprodukt“ wird in Zukunft nicht mehr bestehen können. Urlauber stellen sich stattdessen ihren Wunschurlaub eher nach dem Baukastenprinzip zusammen, bei dem sich persönliche Reisewünsche zu einem individualisierten Pauschalurlaub zusammenfügen. Daher versuchen immer mehr Tourismusorganisationen neue Wege zu finden.
Nach Ansicht von Tim Schwärmer, Autor der Studie „Regionale Kartensysteme im Tourismus“ müssen sich die Regionen hin zu einer individuellen Gästeorientierung weiterentwickeln. Hierbei bietet sich zunehmend die Kundenkarte als Kundenbindungsinstrument an. Die an der Fachhochschule Bonn-Rhein/Sieg als Diplomarbeit verfasste Studie bearbeitet daher die Frage, inwieweit Kundenkarten neue Gäste anlocken und bestehende Gäste an die Urlaubsregion binden können. Der Autor gibt einen fachlichen Überblick über die verschiedenen touristischen Kartensysteme und deren Anwendung zwischen Kundenzufriedenheit und Marketinginstrument. Dazu erläutert er zunächst das Kundenbindungsmanagement touristischer Destinationen mit den einzelnen Maßnahmen. Anschließend analysiert er verschiedene Erscheinungsformen der Kundenkarte, die Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken, die in Verbindung mit der Kundenkarte stehen.
Auf Grundlage einer empirischen Untersuchung deutscher Kundenkartenmodelle bewertet er die einzelnen touristischen Kundenkarten anhand eines Scoring-Modells. Speziell beleuchtet er anschließend das Potential der Kundenkarte der Region Bonn.
Die Studie ist erhältlich als Buch, als CD oder als e-book bei www.academic-transfer.de
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