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Tipps dür den Unterwassereinsatz von Digitalkameras

Speicher

Um einerseits ein zu häufiges Öffnen des Gehäuses zu vermeiden, andererseits auch nicht in Speicherplatznöte zu kommen, ist es ratsam, die größtmöglichen Speicherkarten einzusetzen. Mit 64MB lassen sich z.B. bei geringster Kompression ca. 35, bei etwas höherer Rate mehr als 80 Bilder mit einer 3 Mio Pixel-adäquaten Auflösung von 2048x1536 speichern. Das unkomprimierte TIFF-Format mit 6 Bildern kommt wahrscheinlich nicht in Frage. Jeder mag für sich entscheiden, welche Auflösung er für wie viele Tauchgänge wählt.

Je nach Fotografierlaune sind also mehrere Speicherkarten nötig. Falls vorhanden, und die mitreisende Ehefrau dies akzeptiert, kann natürlich auch ein Laptop mit auf die Reise gehen und die täglichen Fotos direkt auf die Festplatte übernehmen. Vielleicht bietet auch schon die Tauchbasis den Service des CD-Brennens. Es gibt auch Lösungen, ohne Laptop die Daten einer Smart-Media- oder Compact Flash-Karte auf externe Speichermedien zu übernehmen.

  • Ich benutze z.B. eine ehemals gängiges Olympus MO-Laufwerk mit speziellem Digital-Kameraadapter (DIMO). Diese Lösung ist zwar recht langsam (20 Minuten für 64MB), dies stellt für mich jedoch kein Problem dar, da die Überspielung automatisch und nebenbei geschieht. Das externe MO-Laufwerk mit 230 oder 640 MB findet zusammen mit Netzteilen und DIMO noch gut Platz im Reisegepäck. Leider wurde der Vertrieb eingestellt. (Vielleicht gibt’s noch Gebrauchtgeräte).
  • Ein anderer Weg ist der Einsatz des Digital Wallet, eines kleinen Rechners mit 6GB Hard-Disk, Minibildschirm und Adapter für die Speicherkarte. Dieses Gerät ist allerdings z.Zt. mit 1000 EUR noch sehr kostspielig.

Eine wünschenswerte Neuerung für die Zukunft wäre die Infrarot-Datenübertragung direkt von der Kamera zum Laptop. oder PC.

Akkus

Der Vorteil der LCD-Azeige zieht natürlich das Problem des großen Stromverbrauchs nach sich. Je nach Anforderung ist es sinnvoll, einen längeren Tauchgang mit vollen Akkus zu beginnen. NiCd-Akkus sind dann insofern problematisch, dass sie wegen des Memoryeffekts vor jedem Ladevorgang zuerst entladen werden müssen. Ni-Metallhydrid-Akkus mit einer Kapazität von 1500mAh oder mehr sind da schon vorteilhafter.

Fotografieren

Das größte Problem beim Einsatz automatischer Kameras, insbesondere der Digitalkameras ist die Auslöseverzögerung, also die Zeit, die zwischen dem Drücken des Auslösers und der Aufnahme des Bildes vergeht. Folgende Tipps sollen helfen, hiermit umzugehen:

  • langsame Motive wählen,
  • event. zuerst Fokus und Belichtung ausmessen und speichern, dann den Bildausschnitt gestalten und anschließend abdrücken. Die Einstellungen werden normalerweise durch teilweises Drücken des Auslösers von der Kamera gespeichert,
  • bei bewegten Motiven, z.B. Fischen,, möglichst zuerst einen ruhigen Gegenstand fixieren, den Auslöser halb durchdrücken den Fisch kommen lassen und dann auslösen.

Weitere Tipps für schnelle Erfolge (für Einsteiger):

  • Selbstverständlich nur austariert auf Fotoexkursion gehen. Das Tarieren sollte perfekt beherrsch werden. Fotografieren ist nichts für Tauchanfänger!
  • So nahe an das Motiv herangehen, wie möglich.
  • Beim Blitzen sind die Reflektionen an den Schwebeteilchen im Wasser ein großes Problem. Insbesondere bei den direkt in der Kamera integrierten Blitzlichtern kommen kaum brauchbare Bilder zu stande. Das Blitzlicht sollte, wenn kein externer (Sklaven-) Blitz zur Verfügung steht, ausgeschaltet werden.
  • Ein Vorteil des Kameradisplays ist, dass die Ausleuchtung direkt unter Wasser überprüft werden kann. Das kleine Display ist jedoch kaum zur Prüfung der Schärfe geeignet!

Beleuchtung

Für hochwertige Unterwasseraufnahmen ist je nach Sichtweite eine zusätzliche Beleuchtungsquelle erforderlich. So treten schon ab einer Tiefe von 3m deutliche Farbveränderungen auf. Zum Teil lassen sich durch hochwertige Bildbearbeitungsprogramme noch einige Verbesserungen herausholen, wirklich gute Ergebnisse erzielt man jedoch nur mit einer zusätzlichen Lichtquelle. Dies kann entweder der eingebaute Blitz, die Taucherlampe, eine Video-Lampe oder ein externer Blitz sein.

Der eingebaute Blitz zündet bei schlechten Lichtverhältnissen automatisch (wenn er nicht manuell abgeschaltet ist). Hierdurch lassen sich, besonders im Nahbereich schon gute Erfolge erzielen. Bei guten Sichtverhältnissen (>5m) und geringem Abstand (<1m) ist er völlig ausreichend.

Die Taucherlampe ist ebenfalls eine gute Lichtquelle, vorausgesetzt, sie hat einen breiten Abstrahlwinkel und eine gleichmäßige Ausleuchtung. Allerdings ist sie beim Tauchen sehr hinderlich, man ist also auf einen guten Partner als Beleuchter angewiesen; denn mit Taucherlampe in der linken und Fotoapparat in der rechten Hand, ist ein Chaos-Tauchgang fast vorprogrammiert! Zu beachten ist auch, dass die Kamera ggf. von Bild zu Bild auf Kunstlicht umgestellt wird, sonst gibt es Bilder mit schlechem Weißton, der sich auch nachträglich nur schwer korrigieren lässt.

Die Video-Lampe ist hier schon wesentlich komfortabler. Ein leichter Lampenkopf ist oberhalb der Kamera angebracht, der "schwere" Akkutank unterhalb der Kamera. Hierdurch ist das Kamera-Gehäuse einigermaßen ausbalanciert, die ganze Apparatur besitzt jedoch Abtrieb. Interessant ist diese Anornung bei Nachttauchgängen, da der Autofokus der Digikams im Dunkeln nicht funktioniert und daher keine vernünftige Wahl des Bildausschnitts möglich ist oder die Kamera erst nach einer langen Einstellzeit oder gar nicht auslöst (es sei denn, der Partner leuchtet). Die Befestigung einer normalen Taucherlampe am Kameragehäuse ist zumindest bei den schwereren Alu-Lampen nicht empfehlenswert, da durch das relativ hohe Gewicht der Lampe oberhalb der Kamera und des darunter angebrachten Foto-Gehäuses mit Auftrieb eine unangenehme "Verdrehung" der Hände die Folge ist.

Der externe Blitz ist auch für die Digitalkameras die ideale Lichtquelle für die Unterwasserfotografie. Die teureren Gehäusen von GunLux oder Hugyfot verfügen über wasserdichte Steckverbinder, so dass die Blitze direkt mit dem Blitzanschluss der Kamera verbunden werden können. Bei den preiswerteren Gehäusen bleibt nur der Sklavenblitzbetrieb. Viele der neuen Digicams stellen jedoch besondere Anforderungen an die Blitzleuchten: Zur Ermittlung der richtigen Belichtung blitzen die Kameras zweimal unmittelbar hintereinander. Der erste, sehr kurze Blitz ist für die Belichtung, der 2. Blitz für das eigentliche Bild. Dies hat zur Folge, dass herkömmliche Blitzleuchten schon beim 1. Messblitz zünden und beim eigentlichen Foto dunkel bleiben!

Daher werden von einigen Herstellern spezielle Geräte angeboten, die damit umgehen können:

  1. Unterdrückung des Vorblitzes: Die simpelste Lösung ist das Ignorieren des Vorblitzes. Diese Blitzgeräte zünden erst beim 2. Blitz und hellen somit das eigentliche Foto auf. Der Nachteil ist jedoch, dass die Belichtung manuell ermittelt werden muss (TTL-Messung ist nicht möglich). Mit dem Kameradisplay lässt sich die korrekte Belichtung jedoch gut erkennen und nach einigen "Testbildern" ist die richtige Einstellung schnell gefunden. Der Sklavenblitz mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis ist der Epoque ES-150DS
  2. Doppelblitzfähige Leuchten können zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Blitze erzeugen. Mit einer direkten Kopplung an den externen Blitzanschluss der Kamera oder über einen geeigneten Sklavenblitzadapter wird so von einigen Geräten sogar die TTL-Messung unterstützt. Die TTL-Technik stellt hierbei eine besondere Herausforderung an den Blitzsensor, da dieser den Hauptblitz messen soll und nicht durch den Sklavenblitz irritiert werden darf. Der einzige Sklavenblitz, der dies im Augenblick kann, ist der Ikelite DS-50

Bildbearbeitungsprogramme.

Hochwertige Programme können aus den Bildern erstaunliche Verbesserungen herausholen. Die Bearbeitung der Histogramme der einzelnen Grundfarben ist besonders wirkungsvoll. Aus Aufnahmen in Unterwasser-Einheitsgrün lassen sich fast Aufnahmen wie an Land mit Sonnenschein "zaubern". Adobe Photoshop leistet hierbei besonders gute Dienste. Auch die Ergebnisse mit Paint Shop Pro sind brauchbar, die Wirkung der Histogrammbearbeitung ist jedoch nicht immer zufriedenstellend.

==>Rundgang