|
Dies ist die Geschichte von Maja und King Lui. Maja - das ist eine kleine Rostkappenlady, geschlüpft Mitte Juni 1998. Und jetzt möchte ich erzählen, was bei uns zuhause so alles los ist.
Alles fing damit an, daß ich mir darüber Gedanken machte, daß ich für meinen heißgeliebten Papagei King Lui bald weniger Zeit haben würde, denn auch ein Medizinstudium geht irgendwann zu Ende. Also überlegte ich lange hin und her und traf endlich die Entscheidung, daß das beste ein zweiter Rostkappenpapagei wäre. Nach einigem Suchen hatte ich dann den richtigen Züchter gefunden, und wir fuhren los, um Maja in Empfang zu nehmen.
King Lui und seine neue gefiederte Freundin sollten sich erstmal allmählich kennenlernen, deshalb stellte ich den großen Käfig von King Lui neben den neuen riesigen Volierenkäfig, den Maja vorerst allein bewohnte. King Lui ist handaufgezogen und hat drei Jahre ausschließlich mit uns Menschen gelebt, also hatte ich schon meine Bedenken, ob alles gut gehen würde. Hier war jede Menge Geduld angesagt.
Das Verhalten von King Lui war von Anfang an anders als wie er sich sonst fremden Tieren gegenüber verhielt. Da kann er nämlich sehr aggressiv sein, er akzeptiert keinen, der ihm sein Reich in irgendeiner Weise streitig machen könnte. Als Maja anfangs auf seinen Käfig flog, was häufig vorkam, denn sie fühlte sich vom ersten Tag an sehr zu ihm hingezogen, hackte er nach ihren Füßen. Das konnte er noch nie leiden, wenn einer auf seinem Käfig saß. Aber beim zweiten und dritten Mal veränderte er sein Verhalten, er ließ sie gewähren und irgendwann fingen sie an, in Körperkontakt zu treten, mit den Schnäbeln zu spielen, auszutesten, wer der stärkere ist (ist bis heute noch nicht ganz raus, denn Maja läßt sich ebensowenig die Butter vom Brot nehmen!), sich vorsichtig zu kraulen. Die beiden können herzerweichend kraulen und miteinander schmusen. Als am Anfang noch jeder allein herausgelassen wurde, haben sie sich oft durch die Gitterstäbe gekrault und dermaßen liebevoll umsorgt, daß ich mir irgendwann wie die böse Schwiegermutter vorkam und sie dann endlich beide gleichzeitig herausgelassen habe. Da sich King Lui und Maja weiterhin gut vertrugen, habe ich sie nach vier Wochen in den großen Volierenkäfig zusammengesetzt.
Maja ahmt alles nach, was King Lui ihr vormacht. Wesentliche Ausnahme: Sie bevorzugt mein oberstes Bücherregal, wofür sich King Lui noch nie interessiert hat (zum Glück!!!). Es macht tierisch viel Spaß, die beiden zu beobachten. Mittlerweile kann ich keinen Schritt aus dem Wohnzimmer gehen, ohne daß mir zwei freche Vögel hinterherdüsen! Einer landet auf der rechten Schulter - und der andere meistens auch! Am schärfsten ist das gemeinsame Bad. Maja noch etwas zögerlich, King Lui in voller Fahrt springen sie ins Waschbecken und im Nu steht die ganze Küche unter Wasser...! Danach habe ich dann zwei triefende kleine Punks auf der Schulter, die entweder abgetrocknet oder gefönt werden möchten! Am süßesten ist das gegenseitige Abtrocken. Mit viel Liebe wird jedes einzelne Federchen des Partners durch den Schnabel gezogen.Und sind beide dann trocken, kann zur Abwechslung mal wieder ausgiebig gerangelt werden.
Inzwischen steht Maja dem King Lui in Frechheit und Dickkopf in nichts mehr nach. Sie kommt auf den Finger (in den auch schon mal kräftig gezwickt wird!) und auf die Schulter und zieht an meinen Ohrringen. Einer ihrer Lieblingsplätze ist die Duschvorhangstange im Badezimmer. Hier ist immer was los und ich kann mir ein Leben ohne einen meiner gefiederten Freunde nicht mehr vorstellen. Etwas ruhiger dürfte es gelegentlich allerdings schon sein, das Gekreisch und Gepfeife kann man bis auf die Straße hören!
|
![]() |
![]() |
![]() |