Wissenswertes über Papageien

Die Sinnesorgane der Papageien

Papageien können wahrscheinlich nicht oder nur schlecht riechen, die Nasenlöcher dienen beinahe ausnahmslos der Atmung. Dagegen funktioniert der Geschmackssin schon besser. Fast jeder Papagei hat seine "Lieblingsspeisen", der Geschmack spielt eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Nahrung.
Papageien haben ein ausgezeichnetes Gehör. Jungvögel können die Stimme ihrer Eltern eindeutig von anderen Vögeln abgrenzen. Das beste Sinnesorgan der Papageien sind die Augen. Sie können ausgezeichnet sehen.Papageien sehen mehr Farben als wir Menschen, außerdem haben sie durch die seitlich am Kopf sitzenden Augen ein weites Gesichtsfeld. Zudem stehen die Augen leicht hervor, dadurch wird das Rundumsehen verbessert. Ihre Augen können sie sowohl im Nah- als auch im Fernbereich scharfstellen und sie können mit beiden Augen kombiniert als auch mit jedem Auge unabhängig sehen.

Der Schnabel

Aufallendstes und typisches Merkmal der Papageien ist der Schnabel. Er besteht aus einem Ober- und einem Unterschnabel, beide Teile gehören zu den Kieferknochen und sind mit Horn überzogen. Der Unterschnabel ist verbreitert, der Oberschnabel dagegen gekrümmt und nach unten spitz zulaufend. Die wichtigste Funktion dieses Hakenschnabels liegt im Zerkleinern von pflanzlicher Nahrung vor dem Herunterschlucken. Da sich der Oberschnabel beim Öffnen aufwärts um ein Gelenk dreht, können Papageien ihren Schnabel besonders weit öffnen. Nur Flamingos und Nashörner können ihren Oberschnabel noch weiter anheben.
Der Schnabel der Papageien hat viele verschiedene Funktionen. Bei der Nahrungsaufnahme können Nüsse geknackt, Hülsen von Samen geschält und Kerne geöffnet werden. Auch die großschnäbligsten Papageien zeigen dabei eine verblüffende Geschicklichkeit. Die Vögel verwenden ihre Schnäbel zum Graben und Bohren in der Erde oder unter der Rinde von Bäumen, um an kleine Insekten oder Würmer zu gelangen oder um in der Brutzeit Höhlen in Baumstämme oder Felsen zu bauen. Bei der Fortbewegung und beim Klettern hilft der Schnabel als "drittes Bein". Natürlich ist der Schnabel auch eine Waffe, mit der Feinde angegriffen und Rivalen weggebissen werden. Der Partner dagegen wird mit dem Schnabel zärtlich gekrault.
Der obere Bereich des Oberschnabels ist von der Wachshaut bedeckt, in der sich die Nasenlöcher befinden. In der Wachshaut liegen viele Nerven.
VORSICHT: Sehr schmerzempfindlich!
Den größten Schnabel hat der Ara- oder Palmkakadu. Sein Schnabel wird etwa 10 cm lang.

Der Papagei, der nicht fliegen kann

Der Kakapo oder Eulenpapagei, der in Neuseeland beheimatet ist, hat das Fliegen verlernt, denn ursprünglich hatte er in seiner Heimat keine Feinde. Der Kakapo lebt am Boden in Sumpfgebieten, Heide- oder Graslandschaften und zieht dort auch seine Jungtiere auf. Durch seine eulenähnliche Gefiederfärbung ist er gut getarnt. Leider gehört der interessante Vogel mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Papageien. Die Dramatik entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als europäische Einwanderer den Vogel für den Kochtopf töteten und mitgebrachte Tiere wie Ratten oder Füchse über Eier, Küken und Altvögel herfielen. Die Regierung von Neuseeland versucht heute mit großem Aufwand, diese Vogelart in besonderen Schutzgebieten zu erhalten.



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