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Nach 10 Monaten friedlichen Zusammenlebens,
lieferte die Zofe mir einen Grund, so richtig sauer zu sein. Hat sie sich doch
tatsächlich erdreistet, dieses kleine Flusenmonster hier mit nach Hause
zu bringen. Und ich hatte noch extra gesagt: "Keine Herrenbesuche"!
Merlin. Wer ist eigentlich Merlin? Ich will
so bleiben, wie ich bin!
Aber glaubt ja nicht, sie hätte gesagt:"
Du darfst!" Nix da, der durfte und zwar bleiben. Aber auch nur,
weil ich die Tür nicht aufgekriegt habe, um ihn rauszuschmeißen! |
Übrigens zerfleddert Merlin auch ihren inzwischen
nicht mehr ganz so schönen Teppich. Jetzt kann ich immer behaupten: "Der
war's!" Und bei den Tapeten wollte er sich auch schon des öfteren mal das
Muster von hinten ansehen. Hat es aber nicht geschafft, ätsch! Jetzt hängt
an dieser Ecke ein häßliches Kratzbrett
Ich hab' dann ziemlich schnell gemerkt, dass Merlin
sich doch ganz gut als Gesellschafter eignet:
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Erstens kann er beim Fangen spielen viel schneller
flitzen als Helga. Und vor allem quer übers Bett, und nicht außen rum
(wie langweilig)!
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Zweitens ist Merlin beim Verstecken spielen viel
leiser. Ich krieg' jedesmal einen ganz schönen Schrecken, wenn er plötzlich
um die Ecke lugt! Mensch, Helga, mit deinen Flossen hört man dich ja bis nach
Köln!
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Und außerdem hat er schon den "Auto-Stunt"
von mir gelernt: mit Vollgas durch das Wohnzimmer, in den Flur, auf den Fliesen
eine Vollbremsung für die Vorderpfoten, die Hinterpfoten halten das Tempo,
und dann geht's rund: 180Grad-Drehung und wieder zurück ins Wohnzimmer. Kurz
vorm Fenster ein Hechtsprung und mit Karacho bäuchlings übers Laminat
in die Gardine! Das fetzt! (Kommentar
von Merlin: "Die Nummer konnte ich schon vorher, aber ich lass' sie in dem
Glauben!")
Nach 6 Wochen erfolgreich absolvierter Probezeit habe
ich Merlin dann als Butler engagiert, wobei seine Hauptaufgabe darin besteht, die Zofe
bei ihrer Arbeit zu überwachen:
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Wenn die Zofe die Katzenklos säubert, sitzt
er daneben und beobachtet mit Argusaugen, ob sie das auch ordentlich macht und
die Streu auch schön gleichmäßig verteilt. Gleich anschließend
wird erst einmal Probe gesessen (und gesch.....)!
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Beim Wischen des Bodens wird die Wegstrecke des
Putzfeudels genauestens kontrolliert und bei Bedarf durch einen beherzten Sprung
auf den Schrubber korrigiert. Dass nur ja keine Ecke ausgelassen wird!
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Und nach dem Wischen macht er erst einmal einen
Kontrollgang übers Laminat, ob auch alles richtig sauber ist und der Putzlappen
auch ja nicht zu feucht war, so, wie es der Laminathersteller verlangt. Ich verstehe
gar nicht, warum die Zofe dann immer so wütend ist und noch mal hinterher
wischt. War doch bis jetzt immer alles in Ordnung!
Als Lohn für gut geleistete Arbeit erhält
Merlin täglich ein ausgiebiges Vollbad mit Katzenzungenmassage von mir.
Alle Katzen wissen instinktiv, was mit einer Maus zu
geschehen hat:
Schritt 2 und 3 sind für uns Stubentiger ja wohl
ein Problem. Aber Merlin findet, dass auch Wohnungskatzen jede erlegte Maus ihrer natürlichen
Bestimmung zuzuführen haben. Und deshalb findet die Zofe seit einiger Zeit alle
paar Tage eine von unseren Fellmäusen im Katzenklo!
Der Zofe ist es schon öfters passiert, dass ihre
Bettdecke sich entschieden hat, auf dem Fußboden weiter zu schlafen, was zur
Folge hatte, dass Helga irgendwann des nachts wach wurde und die Bettdecke fürchterlich
ausgeschimpft hat, weil ihr kalt war. Ja, und damit sowas nicht mehr passieren kann,
haben Merlin und ich uns -völlig uneigennützig natürlich- angewöhnt,
auf der Bettdecke zu schlafen. Merlin liegt in Helga's Kniekehle und ich in der Hüftbeuge.
Und was soll ich euch sagen: irgendwann mitten in der Nacht wird sie unruhig, weil
sie sich umdrehen möchte, flucht leise vor sich hin und brummelt irgendwas von
"macht euch nicht so schwer", "kann mich nicht bewegen" und "fühlt
sich an wie festgetackert". Ja, was denn? Will sie ihre Bettdecke lieber wieder
vom Boden aufsuchen? Kann sie haben! Uns Katzen soll es doch egal sein, ob die Decke
auf oder neben dem Bett liegt. Für uns ist es allemal bequem! |