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Wir schreiben das Jahr 1960. Am Bahnhof Metzingen ist es 3.40 Uhr an einem Werktag und der diensthabende Fahrdienstleiter/ Aufsichtsbeamte übernimmt den Frühdienst. Zuerst meldet sich der Wärter von Stellwerk 1 und gleich darauf auch der von Stellwerk 2, der zugleich auch noch einen Schranke bedienen muss, zum Dienstbeginn.
Der erste Frühzug samt Lok- und Zugführer (Abfahrt 4.12 Uhr ) hat auf einem Abstellgleis bereits aufgerüstet und wird nach Anmeldung auf Gleis 1 bereitgestellt. Sein Ziel ist Plochingen, bis dahin wird sich der Zug langsam mit Frühpendler füllen. Noch hat nicht Jeder ein Auto.
Da auch die Nachbarfahrdienstleiter von Bempflingen und Reutlingen- Sondelfingen sich inzwischen anwesend gemeldet haben, ist die betriebliche Seite des Bahnbetriebs komplett. Diese Mannschaft wird bis zur Nacht noch 2x wechseln.
Als nächstes trifft der Rangierleiter und der Kleinlokfahrer (Köf II ) ein. Letzterer wird nun im Kleinlokschuppen sein ```Gefährt`` aus dem Stall holen und überprüfen, um anschließend zum inzwischen geräumten Gleis 1 zu fahren. Dies ist auch nötig denn der erste Güterzug aus Richtung Kornwestheim kündigt sich bereits nach Gleis 2 an. Heute werden 10 Güterwagen (vorwiegend Stückgut) abgestellt und der Güterabfertigung zugestellt. Dies wird sich bis zum Mittag noch mehrmals wiederholen. Für die Rangierer der Spätschicht steht dann an erster Stelle nicht das Abstellen sondern das Einstellen der Güterwagen. Immerhin sind abends vier Güterzüge zu bedienen. An manchen Tagen werden so mehr als 40 Wagen einrangiert.
Nun aber zurück zum Morgen. Es kommen weitere Mitarbeiter : Zwei die für den Expressgutverkehr zuständig sind. Weitere zehn Angstellte die den Geschäftsverkehr auf der Güterabfertigung abwickeln.
Und schließlich die Verwaltung des Bahnhofs, immerhin nochmals - einschl. des Bahnhofvorstehers - drei Personen.
Ach ja, fast hätten wir das Verkaufspersonal der Fahrkartenausgabe vergessen. Als die Mitarbeiterin eintrifft, ist es immerhin schon 5.00 Uhr. Der zugehörige Kassenverwalter wird gegen 7.30 Uhr mit dem Fahrrad ankommen und sein Büro betreten.
Die Tagesarbeit kann nun für alle beginnen.
Haben Sie mitgezählt wie viele Menschen - übrigens natürlich alle uniformiert - inzwischen für das Tagesgeschäft auf einem immerhin nicht allzu großen Bahnhof nötig waren ?
Da es noch keine Computer oder moderne Stellwerke gab und das Arbeitsaufkommen durchaus beachtlich war, erübrigt sich auch die Frage ob etwa zuviele Mitarbeiter anwesend waren.
----> Das waren noch Zeiten...........
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