Tätowierungtermin


Der Tag der Tätowierung bedeutet für den Welpen einen wichtigen Schritt in sein zukünftiges Leben: Der Welpe wird vom Zuchtwart des Deutschen Teckelklubs untersucht, beurteilt und dann mit einer Nummer im rechten Behang tätowiert und somit unverwechselbar und einzigartig für immer gezeichnet. Die erfolgreiche Abnahme durch den Zuchtwart bedeutet viel für den kleinen Welpen: Ist alles in Ordnung vom Gebiss bis zur Rute, stehen die Chancen für ihn gut, zu einem den Rassenstandards entsprechenden, erwachsenen Langhaarteckel heranzuwachsen. Nun ist es an der Zeit für Isas drei Welpen, diese erste Prüfung hinter sich zu bringen, die verbunden ist mit den schlimmsten Schmerzen ihres bislang acht Wochen dauernden Lebens.

Alle erwachsenen Hunde werden in die Küche verbannt. Sie können die Wehlaute der Kleinen nicht vertragen und haben bei vorigen Tätowierungen heftigst Alarm geschlagen und wollten den Kleinen helfen, was zu Tumult und Chaos führte (Isas erste Welpen Ria und Frodo schrien wie am Spiess und konnten sich nur schwer beruhigen).

Zuerst kommt Ede, dann Foxie und abschliessend Bonnie an die Reihe. Wir entscheiden uns in dieser Geschichte aber für die chronologische Abfolge des gesamten Abnahmevorgangs durch den Zuchtwart.



Der Welpe wird genauestens angeschaut und abgetastet: In die Behänge und die Augen wird geblickt, die Vorbrust befühlt, die vordere Pfotenlänge durch Umlegen der Läufe begutachtet, die Rute Wirbel für Wirbel abgetastet und ein Gesamteindruck von der Anatomie der Welpen und des Bewegungsablaufes eingeholt.

Dann wird es ernster:



"Mach auf dein Maul und zeig her deine Zähnchen." Das ist nicht so jederwelpes Sache.



Die Zähne werden gezählt und der vorhandene Platz für die später kommenden zweiten Zähne vor allem die Prämolare wird geprüft.



Dann kommt der wichtige Griff der Züchterin: Richtig festhalten, so dass der Kopf sich nicht bewegen kann, wenn der Zuchtwart das rechte Ohr in die Hand nimmt.



Die Tätowierungszange wird bestückt mit den Buchstaben und Zahlen für den jeweiligen Welpen, der Behang gefasst und zwischen die Zangenbacken gelegt.



Dann kommt der schlimmste Moment: Das Zusammendrücken der Zange, die Nadeln ritzen die Haut im Innenbehang ein und das ist der Augenblick, der weh tut. Doch bei diesen drei Welpen kommt nur ein einmaliges kurzes Fiepen über deren Lefzen, kein langanhaltenes Geschrei und Gejaule, nur ein Wimmern und das war es. Kaum zu fassen, aber diese drei sind sehr robust im Nehmen!



Sofort nach dem Zange absetzen wird eine Tätowierungspaste aufgetragen, die schmerz- und blutstillende und ein beruhigendes Mittel enthält. Der Behang wird mittig gefaltet und die Paste innen verrieben, so dass sie sich in die gestanzten Löcher setzen kann.



Mit dem Daumen wird sanft aber bestimmt der Behang gerieben und gedrückt, bis sich die Paste gut verteilt hat.



So sieht das grüne Ohr dann von innen aus. Es blutet sehr selten einmal. Die Paste muss grosszügig über allen Stanzlöchern verteilt sein.



Bonnie schaut zu ihrer Züchterin und scheint zu sagen: Das muss ich aber nie wieder machen oder?



Foxie schaut noch ein wenig verwirrt. Was das wohl sollte.



"Hab ich doch aber gut gemacht, gelle?"



Die Welpen haben es geschafft und kriegen einen liebevollen Knuffel vom Zuchtwart auf die Nase. Gut gemacht !!! So ausgeglichene ruhige Welpen hat der Zuchtwart auch noch nicht erlebt.



Bonnie läuft hinaus und muss ihren Kopf reiben und hin und her schütteln. Das juckt ja jetzt und fühlt sich klebrig an. Die Paste muss einen Tag lang trocknen und sich richtig festsetzen, solange darf auch der Behang nicht gewaschen werden.



Unangenehm aber wohl nicht mehr schmerzhaft, denn gleich nach dem Tätowieren gehen alle drei Welpen hinaus und spielen.



Die Spielsachen sind Zeuge, sie weisen verdächtige grüne Spuren auf.



Am nächsten Morgen ist die Paste getrocknet und die Welpen haben das Abenteuer längst vergessen.


 
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