Die Kampagnen

Das große Massaker

1. Tag

Es begab sich vor langer Zeit in einem fremden Lande, dass Krieg herrschte zwischen den Bewohnern des Imperiums und einer widerwärtigen Chaosbrut, die das Land brandschatzen, die Frauen schänden und die Männer unterjochen wollten. In Prag ist eine große Arme des Empire stationiert, da dort ein großer Chaosansturm erfolgte. Falak, Baltasar und Wulfric sind Söldner der Armeen des Empire. Thorgradim ist dort Hauptmann. Der verletzte Wulfric wird von Baltasar in Arztverkleidung aus dem Hospital befreit.

Abends findet in einer Gaststätte ein großes Gelage statt, in dessen Verlauf es während einer Schlägerei zu einem tödlichen Unfall kommt: Wulfric trifft den Wirt zu hart, was dieser nicht überlebt. Daraufhin fliehen die Charaktere mit Anna, einer hübschen entfernten Verwandten des Wirts in eine zwielichtige Spelunke, wo weiter gefeiert wird. Einzig Wulfric greift, durch seine Schuldgefühle tief erschüttert, zu den dort feilgebotenen Drogen.

Am nächsten Tag brechen die Charaktere mit mehreren Fußsoldaten zu einer Kunschaftsrunde auf, mögliche Spuren vom Chaos zu lokalisieren. Baltasar, Thorgradim und die Soldaten werden in einer Schlucht in eine Falle gelockt; es kommt zum Kampf mit den Chaoskriegern, Orks, Trollen und Ogern. Wulfric und Falak bilden die Nachhut; auch sie werden in die Kämpfe verwickelt.

2. Tag

2. Teil des Kampfes: Thorgradim und Baltasar kämpfen oben auf einem Felsvorsprung gegen Chaoskrieger. Wulfric, der schwermütig mit Falak die Nachhut bildet, kämpfet an einem Abhang gegen Orks und am Ende einen nicht-ausgewachsenen Jabberwock. Die Chaoten werden besiegt, ein Soldat wird getötet.

Zurück in Prag stiftet der Oberst 2 Fässer Bier und eine Sau für die gewonnene Schlacht. Abends, bei der Feier und anschließender Kneipentour stellen Charaktere fest, dass sie Prag, den Winter und der Gesamtsituation überdrüssig sind und sie beschließen, in Richtung Talabheim aufzubrechen, um dort ihre Belohnung (Falak, Baltasar für die Rettung der Armee, Thorgradim für die Rettung des Schatzmeisters) für die großen Verdienste für das Empire abzuholen. Nach Auszahlung ihres Restsoldes machen sie sich mit dem schwermütigen Wulfric und hübschen Anna auf Richtung Süden. Nach 2 Tagesreisen beginnt wieder besiedeltes Gebiet.

3. Tag

Kampf mit Plünderern, Anschluss an einen Nonnenzug nach Talabheim

4. Tag

Ankunft in Talabheim. Die Charaktere wohnen im Kloster. Abend in Kneipe erfahren Thorgradim und Baltasar von zwei Einbrechern die in ein Warenhaus einbrechen wollen. Sie zwingen diese, ihnen zu zeigen, wo das Warenhaus ist und wann der Einbruch stattfinden soll. Das Haus erweist sich als verdächtig, da die Angestellten dort nicht am Verkauf der Waren interessiert scheinen.

Nachts brechen dei Chareaktere in das Haus ein und entdecken im Keller mehrere chaotische Gegenstände und ein großes magisches Tor. Das Tor öffnet sich plötzlich und eine Horde Chaoskrieger stürmt durch den Lagerraum ins Erdgeschoß. Die Charaktere fliehen durch das magische Tor in eine riesige Höhle. Das Tor ist von der Gegenseite nicht zu erkennen. Sie laufen einem roten Licht entgegen, dessen Ursprung sich als ein großer rot leuchtender See herausstellt.

5. Tag

An den Hängen der Höhle ist eine Festung zu erkennen, die in den Fels eingelassen ist. Auf dem Weg dorthin befreien die Charaktere eine Gruppe von gefangenen Menschen, die Arbeitsdienste verrichten müssen. Diese berichten ihnen von einem Zimmer im obersten Stockwerk der Festung, in der sie untergebracht sind und das auch ein Portal enthält. Sie berichten, dass sie zweimal erlebten, wie es sich geöffnet hat, nachdem eine große, in der Wand befestigte Hupe ertönte.

Als Wachleute, bzw. Gefangene verkleidet betreten die Charaktere die Festung. Der Zugang zum zweiten Stock ist durch ein magisches Tor versperrt. Die davor stehenden Wachen werden getötet. Der dadurch entstandene Lärm jedoch ruft weitere Chaoten auf den Plan. Diese werden von den Zwergen in Schach gehalten, während die anderen Charaktere eine Art Kamin entdecken, durch den sie schließlich in den dritten Stock gelangen. Sie betreten das von den GEfangenen beschriebene Zimmer und töten die Wachen. Einige weitere Gefangene werden dabei noch befreit.

Als plötzlich das Horn ertönt, verstecken sich alle im Nebenraum, wo sie beobachten, wie Chaoskrieger den Raum betreten und dann durch das von zwei Magiern geöffnete Tor stürmen. Die Charaktere eilen mit den Befreiten hinterher.

6. Tag

Die Charaktere finden sich in einer Höhle von anderer Gestalt und anderem Licht. Sie sehen Chaos-Anhänger im Kampf mit Zwergen. Nachdem diese anfänglich versuchen, auch die Charaktere anzugreifen, sind sie schnell von deren Nicht-Chaosität überzeugt. Bald werden die letzten Chaoten getötet und die CHaraktere erkennen, dass sie in Norska gelandet sind. Die Zwerge gehören einem Orden an, der sich dem Kampf gegen das Chaos verschreiben hat. Sie suchen nach Portalen, die dem Chaos Eintritt in die hiesige Welt gewähren.

Die Dorfbewohner, zu denen das Höhlensystem gehört, ebenfalls Zwerge, richten ein großes Fest aus, um die gewonnene Schlacht zu feiern. Die Charaktere verabreden mit den Zwergen, diese wiederzutreffen, sobald sie die vom Chaos gefagnengenommenen Menschen in östhammar auf ein Schiff gebracht haben, das diese wieder ins Empire bringen soll.

Auf dem Weg dorthin verführt Baltasar eine junge Magd, Björk, so dass sie von deren Arbeitgeber verstoßen wird. Sie schließt sich den Charakteren an.

7. Tag

Die Charaktere machen in der Hafenstadt Östhammar Rast. Sie überreden mittels Waffengewalt einen Kapitän, die Befreiten mit nach dem Empire zu nehmen. Baltasar bringt Björk als Haushälterin in einer Villa unter. Thorgradim bringt ein Amulett, das er unterwegs von einem älteren Zwerg aus Dankbarkeit zur Lebensrettung erhalten hat, zu einem Alchemisten zur Untersuchung. Als er es am nächsten Tag verabredungsgemäß wieder abholen will, ist der Alchemist samt Amulett verschwunden. Thorgradim sucht und findet ihn außerhalb der Stadt, wo er das Amulatt wieder an sich bringt.

Baltasar bemerkt an der Villa, in der Björk beschäftigt ist, Chaossymbole. Die Charaktere durchsuchen die Villa und finden im Keller chaotische Gegenstände sowie ein Portal. Sie nehmen den Hausherren, einen Magier gerfangen. Die Befragung verläuft ergebnislos, da es dem Magier gelingt, sich dieser durch Suizid zu entziehen. Die Villa brennt ab.

8. Tag

Thorgradim sucht in einem Kloster Einzelheiten zu den Details seines Amuletts. Er bekommt eine ausgerissene Seite mit einigen Details sowei die Information, dass sein Amulett in Estalia, in einer Stadt namens Bolognesia früher als Heiligtum verehrt wurdee. Als die Charaktere zurück in ihrem Gasthaus sind, finden sie einen Zettel vor, auf dem ihnen mitgeteilt wwird, dass Björk entführt wurde. Die Entführer möchten Björk gegen das Amulett tauschen. DieüBergabe soll bei der abgebrannten Vila stattfinden. Den Charakteren gelingt es, die Entführer zu überwältigen und Björk zu befreien.

Zwei Magier wollen durch das Portal fliehen, das sie zu diesem Zweck öffnen, sie kommen jedoch durch die Hände der Charaktere zu Tode. Die Charaktere finden bei ihnen zwei handförmige Porzelanskulpturen, die mit unbekannten Symbolen verziert sind.

9. Tag

Die Charaktere kaufen in einem Wirthaus Vorräte und schreiben durch das Portal ins Ungewisse. Sie finden sich in einer stockdunkeln Höhle wieder, ohne den geringsten Hinweis auf ein Portal. Die Höhle weitet sich in einer Richtung, die die Charaktere mangels Alternativen einschlagen. Sie finden einen frischverlassenen Lagerplatz von Ogern, die den Charakteren auflauern, jedoch aufgrund ihrer militärischen Unterlegenheit von diesen abgemetzelt werden.

Die Charaktere folgen den Supren der Oger und finden am Rand der Höhle einen Lagerplatz von 15 Gestalten in Kapuzen. Falak stürmt im Alleingang und tötet mehrere Orks, Goblins und einen Chaoskrieger. Die restlichen fliehen hangaufwärts, wo ein großes, bläulich schimmerndes Rechteck zu erkennen ist. Die Charaktere stürmen hinterher.

9.-10. Tag

Das Portal mündet in eine Steppenlandschaft. Die Charaktere treffen auf einen Nomadenstamm, dem sie gegen Räuber helfen. Im Zuge dessen betreten sein eine Art Burg, die in der Steppe steht. Dort wohnt Galsan, ein Magier, der einer Verschwörung von Dämonen auf der Spur ist. Er erzählt den Charakteren, dass ihr Amulett Teil eines größeren Amuletts ist, dessen insgesammt 4 zusammengesetzte Teile einen Dämon zur Strecke bringen können: Jusechrimpa. Dies wird bestätigt durch ein weiteres Schriftstück, das er den Charakteren aushändigt. Nur die Gemeinschaft der Magier ist in der Lage, ihn aufzuhalten. Galsan möchte die Charaktere engagieren, die anderen Teile des Amuletts zu beschaffen. Eines besitzt er bereits selber.

Die Charaktere überzeugen Galsan, sie zu begleiten. Sie bekommen einen magischen Gegenstand, der die Nähe der Teile des Amuletts anzeigt. Sie suchen ein weiteres Portal auf, das sie nach Estalia bringt.

11. Tag

Die so lange sehnlichst vermisste Sonne ließ ihre wärmenden Strahlen durch das Geäst der Bäume auf Baltasar, Falak, Thorgradim, Skarlock, Wulfric und ihren Freund Galsan strahlen. Der Schrecken der Erlebnisse in den dunklen Chaos-Kerkern mit all den gräulichen Gestalten, der bedrückenden Enge und saugenden Dunkelheit im unbekannten Land ließ noch jetzt ihre Knie in Furcht schlottern und die tiefen Wunden, die dadurch in ihren verletzlichen Seelen gerissen wurden, würden noch viele Jahre und einige Therapiesitzungen brauchen, um zu heilen. Welch übelwollender Geist, welch krankes Gemüt hatte ausgerechnet sie dazu auserkoren, all die Schrecken, all die Gefahren zu erleben, die ihre empfindsamen Wesen ein ums andere Mal an die Grenze des Ertragbaren führte?

Doch alles Lamentieren, alles Klagen und Jammern half nichts, erst muss der heilige Auftrag erfüllt werden, bevor wieder die Behaglichkeit des heimischen Ofen aufgesucht werden kann. So setzten sich die Charaktere schweren Herzens wieder in Bewegung, um bewohntes Gelände zu finden, auf dass man einen Einheimischen nach dem Weg gen Bolognesia fragen könne, wohin sie ihre heilige Aufgabe als nächstes führte. Nachdem der Wildwechsel zum Trampelpfad, der Trampelpfad zum Weg und der Weg zur Straße geworden war, wurden sie in der Entfernung einiger Bauern gewahr, die mit Hilfe eins Ochsens und eines Wagens die spärliche Ernte zur Tenne brachten. Doch, als sollte es nicht anders sein, folgte beim Gespräch mit den Herren ein weiterer moralischer Tiefschlag auf die bereits schwer angeschlagenen Charaktere: Die lumpigen Gesellen ließen, freundlich nach dem Wege nach Bolognesia befragt, in ihrer Hybris beleidigende Bemerkungen über die Körpergröße Thorgradims fallen. Es ist nicht verwunderlich, dass ihm ob dieser unverschämten Grobheiten der Geduldsfaden riss und er sich nicht anders zu helfen wusste, als seinen Zorn am linken Wagenrad des Ochsengespanns auszulassen.

Dieses ließ sich willfährig aus der Verankerung reißen, was wiederum dem unflätigen Bauersmann die Zornesröte in die vom Alkohol aufgedunsenen Wangen trieb. Er richtete in agressiver Haltung seine Misstgabel auf Thorgradim, der, durch die Erbärmlichkeit der improvisierten Waffe beleidigt, den Bauern mit seinem doppelhändigen Schwert attakierte. Mitleid mit der affektgetriebenen Kreatur empfindend, durchbohrte er ihn nicht, sondern schlug ihm mit einem geschickten Schlage das lanwirtschaftliche Arbeitsgerät aus den Händen, auf dass eine weitere dilletantische Attacke unterbleibe. Bestürzt über die Unfreundlichkeit er Bauern zogen sie weiter.

Des Abends nächtigten sie in der Nähe des Dorfes, in dem auch das verabscheuungswürdige Bauerngesindel wohnte, das ihnen schon am Tage so widerwärtig überheblich entgegengetreten war. Der ehrwürdige Rat der Zwerge, der in den dunklen Zeiten weit vor der Gewaltentrennung sowohl Judika- als auch Exeku- und sogar Legislative in sich vereinigte, fällte nun das Urteil, wie den Übeltätern ihre wohlverdiente Strafe aufzuerlegen sei. Lange wurde debatiert, Für und Wider abgewogen, lokale Gegebenheiten und mentale Schwächen der menschlichen Rasse erörtert, bis dass das gerechte Urteil gefunden wurde: Das Wagenrad, Anstifter und Auslöser aller Zwietracht sollte nun ein weiteres Male vom Wagen getrennt werden. Als dies geschehen war, wurde es, gleich Napoleon auf St. Helena, auf einem einsamen Ast hoch droben in eines Baumes Wipfel ausgesetzt, um über die Eitelkeit menschlichen Strebens nachzudenken.

Einige weitere Tagesreisen brachten die Charaktere nach Bolognesia. Innerhalb der vier Stadttore herrschte Trubel und Treiben, Streit und Heiterkeit, Kindergeschrei und das Gezänk der Marktweiber, wie es Falak und seine Kameraden schon lange nicht mehr gehört hatten. Männer mit vom täglichen Hammelbraten und zu viel Olivenöl aufgedunsenen Bäuchen boten billige Kopien der in Bolognesia verehrten Reliquie für überteuerte Preise feil. Krächzende Marktweiber, die ihre Kundschaft aus verquollenen Schweinsaugen und vom billigen gepanschten Rotwein geröteten Nasen unverhohlen angafften, ließen sich von der im Orte ansässigen Stadtwachengarnison nicht davon abhalten, den Pilgern abgeranzte halbverfaulte Heiligenbildchen und ähnlichen Tand aufzudrängen. Gleichzeitig versuchten sie bei jeder sich bieteneden Gelegenheit, ihre fettigen, verdreckten und eitrigen Wurstfinger in die Geldbörsen ihrer Kunden zu stopfen, um jede Chance zu ergreifen, mehr Münzen zu ergattern als durch den Kaufvertrag festgelegt, geschweige denn, was die Gegenstände tatsächlich wert waren. An jeder Ecke wurde den erschöften Wallfahrern zu lachhaft überhöhten Preisen Souvenirs, Heiligenbildchen und jeder erdenkliche andere Tand und Schund feilgeboten, nur um die Hälfte des unredlich verdienten Geldes Abend für Abend für aufgetakelte Huren, billigen Fusel und illegales Glückspiel rauszuhauen. Die andere Hälfte wurde verprasst.

Thorgradim und seine Freunde fanden Unterkunft in einer für die Stadt, ja den gesamten Landstrich Estalia untypischen Herberge. Denn sie wurde von freundlichen, höflichen und fürgsorglichen Damen geführt in einem Land, das typisch südländisch durch Neid, Hass, Misstrauen und Argwohn geprägt ist. Meist muss der Gast froh sein, seine mühsam verdienten Silberschillinge der Wirtin zu überteuerten Preisen in ihren geifernden, von schwarzen Zahnstumpen umsäumten Rachen werfen zu dürfen , um auf einem von Flöhen und ähnlichem Ungeziefer besiedelten Strohballen an der zugigsten Stelle im Ziegenstall zu nächtigen und am Morgen nach einer schlaflosen Nacht Brei aus verfaulten, mutterkornbesetzen Hirsespelzen auf den löchrigen Napf gekltscht zu bekommen, aus dem bereits zuvor der tollwütige Hund mit Pansen gefüttert wurde. Nicht so jedoch hier: Mädchen in blütenreinen Gewändern, die nach Safran dufteten, mit wallenden Locken, die sich verspielt um den schlanken Hals wanden, umtanzten Baltasar und Gefährten in rythmischen Bewegungen, während sie ihre wohlgeformten Hüften und ihre schmalen Taille langsam hin und her wiegten. Ihre elfengleichen Gesichter mit apfelroten Wangen konnten Myrmidia neidisch werden lassen und mit ihren brauen Rehaugen blickten sie gütig und milde auf die vom Schicksal schwer geprüften Charaktere. Sie verwöhnten sie mit Datteln, Äpfeln, Medallions und natürlich reichlich Wein und jeder anderen Köstlichkeit, die sich ein bedürftiger Geist nur ausmalen kann.

Der Gegenstand sowohl der Verehrung der Pilger als auch der Begierde der Charaktere befindet sich aufgebart im eigens dafür errichteten Tempel im Stadtzentrum. Die Nutzung des Präteritums ist in diesem Falle allerdings deutlich angebrachter, denn der Gegenstand befindet sich nicht dort, er befand sich dort. Doch ich greife der Erzählung voraus. Umgeben von einer hohen Mauer, um übelwollende Eindringlinge abzuwehren, und eingebettet in einem malerischen Olivenhain , ist der Tempel täglich von Sonnenauf- bis untergang geöffnet, um den Gläubigen Zugang und direkte Ansicht zur Reliquie zu gewähren. Der Tempel ist ein großer achteckiger Bau, in dessen Zentrum sich die Reliquie befindet, aufgebahrt auf einer stolzen Säule und beschützt durch einen güldenen Käfig. Dutzende von Gläubigen, Lahmen, Krüppeln, Frauen und andere der Heilung bedüftigen bewegen sich auf Knien, ehrfürchtig Gebete murmelnd, in Spiralen auf die Reliquie zu, um deren heilige Kraft in sich aufzunehmen. Seitenaltäre und Bänke werden genutzt um entweder separate Messen abzuhalten oder um den beanspruchten Knien etwas Erholung zukommen zu lassen.

Wie der Leser aus eigener Erfahrung weiß, liegt bei Menschen mit geringen moralischen und intelektuellen Ansprüchen die Hemmschwelle niedrig, sich die Gegenstände des Begehrens mit unlauteren Mitteln, ja sogar Gewalt anzueignen, wenn der ehrbare Weg mehr Mühsal und Anstrengung bedarf. So wurde nicht lange überlegt, und der Plan war gefasst, die Reliquie zu rauben. Da jedoch beim oben geschilderten Menschenschlag auch die Tapferkeit ein unterenwickeltes und wenig beachtetes Dasein fristet und Angst jede Handlung kontrolliert, musste als allererstes ausgeschlossen werden, dass nicht ein magischer Alarm das allseits verehrte Amulett bewache. Zu diesem Zwecke ließ Falak, der telekinetisch begabte Zwerg, einen bereits toten Vogel, an dessen Ableben er nicht ganz unschuldig war, gegen den goldenen Käfig fliegen, in dem das Amulett gefangen gehalten wurde. Der aufgrund des Zwerg'schen Eutanasieprogramms zu keiner Regung fähige Vogel prallte vom Käfig ab und stürzte ins Bodenlose, bis er vom Boden jäh aus seinem letzten Flug gerissen wurde. Die Menge der Priester, Mönche und Gläubigen erschrak ob dieses Unheil verheißenden Zeichens und erstarrte in Regungslosigkeit. Nach einigen Minuten erklang eine Glocke aus dem nahen Kloster, das die Menschen aus ihrer Schockstarre befreite. Mit schreckgetriebenen Gesichtern verließen sie das Kloster, nichts mehr hoffend, da ihnen das Schicksal offenkundig keinen Platz an der Sonnenseite des Lebens zugedacht hatte. Ihnen entgegen kam der Abt des Klosters mit Gefolgschaft, um den Vogel aufzunehmen und zu untersuchen.

12. Tag

Die gleißende Mittagssonne brannte unbamherzig auf Bolognesia herab, dem in seiner Unkenntnis der bevorstehenden Verhängnisse leise aber beständig vor sich hinpulsierenden mediteranen Städchen, als sich die werdenden Räuber in ihrem der Sünde gewidmeten Quartier zusammenrotteten, den schändlichen Plan auszuarbeiten, um das unschuldige Städchen seiner einizigen Kostbarkeit zu berauben. Lange wurden Für und Wider abgewogen, die Zauderer lieferten sich mit den Waghalsigen einen rauen Disput, wie der feige Plan, sich des Kleinods mit möglichst wenig eigener Zuarbeit zu bemächtigen, in Gestalt gesetzt werden soll. Wobei natürlich stets der andere dem höchsten Risiko auszusetzen sei, während das eigene auf ein Minimum redzuziert werden sollte. Die beiden Zwerge, ihrer Art entprechend jegliche Körperreinigung verachtend, sonderten durch jede mit Körperhaaren durchfilzte Ritze ihrer blutverschmierten Rüstung übelriechende Dämpfe ab, die der Boshaftigkeit des feigen Plans in nichts nachstanden. Die menschlichen Mitglieder der Diebesbande, den körperlichen Reizen der fetten, verbrauchten Dirnen willenlos erlegen, geiferten dem Diebesgut entgegen, um weitere Liebesdienste erkaufen zu können.

Man ließ ein Ebenbild des Käfigs anfertigen, in dem das heiligste des Heiligen aufbewahrt und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, um die sorglosen, unbedarften Mönche, Priester und alle Gläubigen, der Hilfe der Heiligkeit bedürftig, arglistig zu täuschen und sie mit einem billigen Plagiat abzuspeisen. Man erwarb aus dem Markte zwei unschuldige Täubchen, denen man erbarmungslos und ohne Mitgefühl die Hälse undrehte, man stahl einem pflichtbewußten Wachmann, dessen kurze Minuten der menschlichen Schwäche für das andere Geschlecht ausnutzend, seine Uniform, um sich in hinterhältig dargebrachter Dienstanmaßung Macht über redliche Wallfahrer zu verschaffen. Und man brachte, dem erbärmlichsten Schnappsschmuggler gleich, heimlich Waffen und Hebevorrichtungen ins Allerheiligste.

Unter Anwendung verbotener schwarzer Magie wurde den unbedarften Gläubigen die Posse eines Wunders vorgespielt, um sie aus ihrer Anbetung herauszureißen und sie aus dem Gebäude herauszulocken: Man ließ einen toten, vom Pfeil durchborten Vogel beständig auf und abfliegen, die Menge zu verwirren und fälschliche Ehrfurcht zu erzeugen. Währenddessen wurden die Tore des Tempels verschlossen und unter Zuhilfenahme der Befestigungen der Beleuchtung wurde das echte, wundertätige Amulett, gegen das Plagiat samt Käfig ausgetauscht, auf dass auf alle Zeiten die hilfebedürftigen Pilger und Wallfahrer zukünftig vergeblich den weiten Weg und alle Anstregungen auf sich nehmen werden und in ärgerer Verfassung als zuvor in ihr kärgliches Zuhause zurückkehren werden.

Die feisten Diebe jedoch, in ihrer verblendeten Freude über den geglückten Raub, flüchteten eilig aus der Stadt, den berechtigten Zorn der Bürger fürchtend. Darüberhinaus prellten sie auch noch den kargen und dringend benötigten Lohn der Damen des menschlichsten aller menschlichen Gewerbe, allesamt mehrfache Mütter immerhungriger, immerfrierender Kinder, denen das lange versprochene erste Paar Schuhe nun wiederum versagt bleiben wird. Am geheimen Treffpunkt angekommen, konnten sie nicht lange der Versuchung widerstehen, den mächtigsten der Mächtigen, den stärksten der Starken, den göttlichsten der Göttlichen herauszufordern: Durch Zusammenführung der drei Teile des Amuletts hoben sie in ihrer verblendeten Unbedarftheit die Welt aus den Angeln und riefen die schlummerden Dämonen der Finsternis aus dem Schlaf, auf dass die Welt im tiefsten Abgrund versinke.

Dies alles geschah aus Gier.

13. Tag

Gerade noch rechtzeitig gelang es Thorgradim, den Blick vom namenlosen Grauen abzuwenden, das ihm aus den zusammengesetzten Amuletten entgegensah. Vorsichtig untersuchte er seine Hose, da er aus schmerzhafter, wiederholter Erfahrung wusste, dass der Schließmuskel gerne als erster den Dienst quittierte, wenn Unheil nahte oder Angst und Schrecken sich Thorgradims Verstand bemächtigten. Doch, Verena sei Dank, dieses eine Mal stellte sich nicht diese Wärme ein, die, erst angenehm die Leistenregion wärmend, sich bald in unangenehm klebrige und übel riechende Kühlung verwandelte. Mit der Hand stieß er das zusammengesetzte Amulett um, so dass es wieder in seine drei Einzelteile zerfiel, damit das Erdbeben wieder beendet werde und der Welt doch noch ein gewisser Aufschub gewährt werde, bis sie in Frieden untergehen kann.

Galsan erläuterte seinen Freunden, dass die Gestalt, die Thorgradim aus dem zusammengesetzten Amulett angesehen hatte, auch im Besitz eines Teils des Amuletts sei und nun durch den Akt des Zusammensetzens auf die fünf Freunde aufmerksam geworden sei. Die Tage könne man nun an einem Finger abzählen, bis dass diese finstere übelwollende Kreatur ein Zusammentreffen mit ihnen arrangieren werde, um sich seinerseits die sich im Besitz der Charaktere befindlichen Teile gewaltsam anzueignen. Nach dieser Information sank den Freunden das Herz in die glücklicherweise bis jetzt trockengebliebene Hose. Mit erstickenden Stimmen beratschlagten sie, wie das weitere Vorgehen auszusehen habe. Der erste Plan wurde bald verworfen, da die dazu nötigen räumlichen Entfernungen, die überwunden werden mussten, in keiner Relation zu der Zeit standen, die sie zur Verfügung hatten. Dieser Plan sah vor, allen unnötigen Ballast hier zu lassen und heim zu Mami zu laufen. Nachdem also dieser Plan verworfen worden war, beschloss man, Zuflucht in einem Kloster zu suchen. Es ist ja ein weitverbreitetes Phänomen, dass in Stunden großer Angst die vorher noch verspottete und verachtete Religion wieder als Rettungsanker herhalten muss. Das Hauptkloster Myrmidias wurde auserkoren, da es praktischerweise nur ein paar Tagesreisen entfernt in Margritta, der Hauptstadt Estalias angesiedelt ist. Alles ruhte auf der Hoffnung, das Böse möge sich etwas Zeit lassen.

Doch so ist es leider mit der Hoffnung: sie ist oft sehr trügerisch und vollkommen unbegründet. So auch hier. In der ersten Nacht schon konnte Falak, der bei der Einteilung der Nachtwachen nicht anwesend war und somit die unangenehmste, weil die Tiefschlafphase unterbrechende Wache zugeteilt bekommen hatte, in der Ferne ungewöhnlich große geflügelte Wesen beobachten, deren angsteinflößende Silhouette unheilvolle Vorahnungen auf die bevorstehenden Ereignisse hervorrief. Doch noch geschah nichts weiter und am Morgen, als die Vöglein ihre Lieder zu trällern begannen, der Tau von den Blättern tropfte, die Skorpione ihre Stachel spitzten, die Karnickel von erfolglosen Paarungsversuchen ermattet ihr Erdloch zum erquickenden Schlafe aufsuchten und die Hyänen die letzten Aasreste aus ihren Zähnen pulten, waren die Charaktere so munter und lebendig, als hätte das Chaos niemals versucht, die Welt zu unterwerfen.

Sie nutzten den nächsten Tag, um ihrem Ziel, der Stadt Margritta, ein Stückchen näher zu kommen. Nachdem ihnen nun der neue Tag, als die Sonne ihre wärmenden Strahlen gnädig auf die fünf Freunde herabsandte, neuen Mut in die verängstigten Seelen einhauchte, beschlossen sie nun ihrerseits, dem sie verfolgenden Feinde das Amulett abzunehmen. Denn ist einmal der Bann gebrochen und Diebstahl als legitimes Mittel zur Durchsetzung der Ziele anerkannt, ist es auch nicht mehr weit, den Tod des Gegenübers billigend in Kauf zu nehmen, um die Gegenstände des Verlangens in Besitz zu bringen. So waren ihre Überlegungen. Sie beschlossen, ihre Teile des Amuletts erstmal nicht in ein gut bewachtes Kloster zu bringen, weil sie fürchteten, der Halbdämon könne dadurch von seinem Vorhaben abgehalten werden, sie zu überfallen, was ihnen ihrerseits die Möglichkeit nähme, diesem eine Falle zu stellen, um ihn seines Schatzes zu berauben. Sie suchten eine größere Ortschaft auf, um dort die Nacht zu verbringen. Auch in der neuen Nacht sichteten sie wiederum die unbekannten Flugobjekte, die sich in langsam kreisenden Bewegungen der nichts ahnenden Ortschaft näherten, gleich einem Zwerge, der, seiner Natur entsprechend, zur Mittagsstunde volltrunken das Wirtshaus verlässt, um sich in Spiralbewegungen zu seiner Arbeitsstelle zu begeben, sofern er einer der wenigen seinesgleichen ist, die überhaupt einer geregelten und bezahlten Arbeit nachgehen. Die fünf Freunde zogen sich, von Furcht erfüllt, in ihre Unterkunft zurück, um die Ankunft des unbekannten Grauens zu erwarten. Eine Stunde Ungewissheit musste vergehen, bis die ersten Anzeichen der Tatwilligkeit der Feinde zu erkennen waren. Wie sich bald erkennen ließ, wurde jedes Haus der Stadt, eins nach dem anderen, durch die Mörderbande durchsucht und in größter Zerstörung zurückgelassen. Im Gasthaus beratschlagte man, was zu tun sei und einigte sich letztendlich nach zähen Verhandlungen, die Horden in der Unterkunft in Empfang zu nehmen.

Bald geschah es, dass, wie erwartet, die Chaoshorde das Gasthaus betrat, um sich nach der Anwesenheit von zwei Zwergen und vier Menschen zu erkundigen. Das Erdgeschoss war schnell durchsucht, doch als sie den ersten Stock betraten, wurden sie von unseren tapferen Helden mit Schwert- und Axthieben begrüßt, so dass es ihnen unmöglich wurde, den ersten Stock einzunehmen. Die stinkenden und saftelnden Leichen ihrer verdorbenen Kumpane versperrten den Chaos-Kriegern den Weg über die Treppe. Sie verlegten sich daraufhin auf das Schießen von teilweise brennenden Pfeilen und Feuerbällen von außen. Besonders unangenehm begegnete den Charakteren die Tatsache, dass der Kleindämon, ihr amulettbewehrter Widersacher, in der Lage war, selbständig mit eigenen Flügeln zu fliegen. Man beratschlagte, was nun zu tun sei. Erwägt wurden ein Sturmangriff auf die Feinde, oder eine heimliche Flucht in das Nachbarhaus. Doch als die Attacke ausgeführt werden sollte und es bereits zu dämmern begann, waren die Feinde nicht mehr zu sehen.

Friedlich sandte die Sonne ihre wärmenden Strahlen auf die zerstörten Häuser des kleinen Städchens. Begleitet vom Wehklagen der Bewohner über ihre zerstörten Häuser verließen Skarlog und seine Freunde die Ortschaft und zogen gen Westen, um ihrem Ziel Margritta ein Stück näher zu kommen. Unterwegs beratschlagten sie, was nun zu tun sei. Je höher die Sonne stieg, umso konkreter reifte der neue Plan, dem Halbdämon das Kleinod abzujagen. Als sie ihren Höchststand erreichte und die fünf Freunde ihre Mägen mit getrocknetem Schinken, Bier und Brot gestillt hatten, war auch der Plan beschlossen: Man gedachte, einen Teil des Amuletts in eine Stätte religiöser Anbetung zu bringen, um den Gegner glauben zu machen, das Amulett sei für seine Zwecke in Gefahr. Als es bereits begann, Abend zu werden, erreichten sie erneut eine kleinere Stadt, in der eine kleine Kapelle mit einigen Ordensschwestern war. Die Schwestern wurden mit dem Vorwand weggelockt, in der Entfernung einer halben Tagesreise habe sich ein schwerer Verkehrsunfall mit Explosionen, eingeklemmten Fahrgästen, dem Auslaufen von Grundwasser verunreinigenden Schwermetallen und mit unbefleckten Frühgeburten ereignet. Die Charakere nahmen im Gasthaus vis a vis der Kapelle Quartier und rüsteten es zu ihrer Trutzburg um. Daraufhin entnahmen sie ein Stück des Amuletts dem magischen Kästchen und verwahrten es auf dem Altar der Kapelle. Skarlog und Wulfric bezogen im ersten Stock des Gasthauses Stellung, Falak im Erdgeschoss und Thorgradim verbarg sich außerhalb hinter einer Hausecke. Nun erwarteten sie das Eintreffen der Feinde, um ihren ausgefeilten Plan in die Tat umzusetzen. Im einzelnen sah dieser Plan vor, beim Eintreffen der Chaosbande zu... Also, man wollte dann die Gegner... Es war ein sehr komplexer Plan. Angelpunkt des Plans war, den Halbdämon umzubringen und seinen Teil des Amuletts in die Gewalt zu bekommen. Dies sollte dadurch bewerkstelligt werden, dass man, also dass die Charaktere in Gestalt von Falak, Thorgradim, Skarlog, Wulfrig und Baltasar auf ihre Feinde warten und dann in einer konzertierten Aktion, aus dem Hinterhalt, wenn der Feind immer noch denkt dass das Amulett in der Kapelle ist, dann wollen sie... Jedenfalls war der Plan wohl so komplex dass sie ihn nicht einmal selber verstanden.

14. Spieltag

Langsam setzte die Dämmerung ein. Die heitere Helligkeit, die einen das Leben fröhlich und unbeschwert gestalten ließ, wich langsam aber unaufhaltsam der Dunkelheit. Das Geschrei der Kinder, das Pfeifen und Summen der Mägde, das Schnauben der Pferde, alle Geräusche des belebten Tages verebbten langsam und wichen einer lähmenden Stille, die wie schwere Bleikissen auf die zur Untätigkeit verdammten Charaktere drückte, die in ihren Verstecken auf der Lauer lagen. Die ganze Stadt war erfüllt von einer unsichtbaren und doch greifbaren Spannung, die auf die bevorstehenden Kämpfe hinwies. Die Atmosphäre in den Verstecken wurde unerträglich. Die Folgen der fatalen Kombination aus zu kurz gekochtem Sauerkraut, rohen Zwiebeln und ungefiltertem Bier des Abendessens entfachte in den Räumen eine einzigartige Melange aus Gerüchen und Sauerstoffarmut, so dass von den Freunden volle Körperbeherrschung verlangt war, um nicht durch Erbrechen den Körpern wenigstens kurzzeitige Erleichterung zu verschaffen. In dieser alle Sinne fordernden Situation vernahmen sie plötzlich das Herannahen der Chaosbrut. Im Sturmschritt eilte diese, angeführt vom Amulett tragenden Halbdämon, auf das Kloster zu.

Als auch der letzte der finsteren Gestalten im Inneren verschwunden war, trat Thorgradim mutig aus seinem Verstecke heraus, nahte eiligen Schrittes der Kapelle und verriegelte diese von außen. Dann lief er zur Türe des Gasthauses, um zusammen mit seinen Kameraden die Schlacht mit den Chaoskriegern zu suchen. Doch - Oh Weh - er fand die Tür verschlossen vor. In diesem Augenblick hatten die Chaoten auch bereits das Tor der Kapelle aufgebrochen, erblickten den Feind und stürmten sogleich auf diesen los. Die im ersten Stock stationierten Charaktere eröffneten das Feuer, bzw. den Pfeil- und Bolzenhagel auf die Gegner, um so ihrem Kameraden die Möglichkeit zur Flucht um die Hausecke zu ermöglichen, was diesem auch gelang. Die Chaos-Bande erwiderte den Beschuss ihrerseits mit Feuerbällen und Pfeilhageln. Sie zögerten nicht lange und begannen, das Gasthaus in Brand zu setzen. Glücklicherweise, und in diesem Augenblick dankte er Verena dafür, hatte der Wirt erst zwei Wochen vorher eine Hagel- und Brandschutzversicherung für sein Haus abgeschlossen. Er hatte biszuletzt überlegt, wie er das mit dem Hagel wohl anstellen sollte. Doch diese Frage war nun obsolet. Ohne lange und unnötig zu überlegen, liefen Baltasar, Wulfic, Scarloc, Falak und Galsan aus dem Haus und stellten sich dem Gegner. Thorgradim jedoch schlich im großen Bogen von hinten heran. Der Kleindämon forderte in schroffem Ton und unter Androhung von Waffengewalt die Herausgabe der drei Teile des Amulettes, was Falak jedoch jäh ablehnte. Er versuchte, die Gegner in ein längeres Gespräch zu verwickeln, um Thorgradim Zeit zu geben, von hinten an die Feinde heranzutreten, da er die Absichten seines Freundes ahnte. Endlich erreichte dieser die letzte Hausecke im Rücken der Gegner. Als er diese erspähte, pirschte er sich heran und stürzte sich todesmutig auf den Kleindämon. Seine Kameraden unterstützten ihn, indem sie sich ihrerseits auf die Chaoten stürzten und es entstand ein blutiger, mit höchster Intensität geführter Kampf, der auch auf Seiten der Charaktere zu zahlreichen Verletzungen führte. Nach großer Anstrengung gelang es ihnen, den Anführer niederzuringen und zu enthaupten. Als auch eine Vielzahl seiner Gefolgsleute ein ähnliches Schicksal erlitten, ergriffen die restlichen die Flucht, wobei noch einige ihr verpfuschtes und sinnentleertes Leben ließen. Froh über den glücklichen Ausgang des Kampfes fielen sich die Freunde in die Arme. Sie durchsuchten die Feinde und fanden tatsächlich das noch fehlende Teil des Amuletts und einige weitere mindere Wertsachen.